Für 80 junge Menschen aus den Kreisen Pinneberg und Steinburg begann am Montagmorgen eine neue Zeitrechnung. Die Berufsbildungsstätte (BBS) Elmshorn und die Baugewerbeinnung luden zur Eingruppierung in die große Halle des Ausbildungszentrums ein. Dort wurden sie in die verschiedenen Ausbildungsgruppen verteilt, in denen im kommenden Jahr die Grundzüge der Bauberufe vermittelt werden.
„Ich hoffe, ihr seid hochmotiviert.“ Mit diesen Worten begrüßte Baugewerbe Obermeister Norbert Lanz (kleines Foto) die Auszubildenden und nannte auch gleich den Grund, warum die Ausbildung im ersten Jahr nicht ausschließlich in den Betrieben, sondern größtenteils im BBS und in der Berufsschule stattfindet. „Viele Betriebe haben sich in ihren Arbeiten spezialisiert. Damit ihr aber alle Richtungen und Arbeitsbereiche kennenlernt und somit auch über den Tellerrand des eigentlich zu erlernenden Berufs hinausschauen könnt, ist diese Art der Ausbildung vorgeschaltet“, klärte Lanz und nannte ein Beispiel:
„Im Zimmererhandwerk gibt es die alten Holzverbindungen, die heute nicht mehr verwendet werden, es sei denn, man arbeitet in einem Restaurationsbetrieb. Doch auch diese Arbeiten werden in der überbetrieblichen Ausbildung vermittelt.“
Im ersten Lehrjahr gebe es Auszubildenden für alle einen Überblick über alle Bauberufe. „Das hilft euch auch später, wenn ihr euer eigenes Haus baut. Dann könnt ihr viele Sachen selber machen. Also haltet die Augen und Ohren offen“, sagte Lanz.
Das sollten die Auszubildenden auch später auf den Baustellen tun. „Packt das Handy weg, dann stolpert ihr auch nicht so viel“, betonte der Obermeister. Er wünschte sich, dass der Baugewerbenachwuchs die Einrichtungen im BBS pfleglich behandelt, „damit auch in Zukunft weitere Jahrgänge hier eine fundierte Ausbildung erhalten können.“
Lanz zeigte sich erfreut, dass auch in diesem Jahr zahlreiche junge Menschen den Weg zu den Bauberufen gefunden haben. Diesmal sind es im Kreis Pinneberg 24 Zimmerer, 8 Maurer, 3 Fliesenleger, 2 Hochbauer und 1 Ausbaufacharbeiter. Im Kreis Steinburg stehen 26 Zimmerleute, 12 Maurer, 2 Stahlbetonbauer, 1 Fliesenleger und 1 Ausbaufacharbeiter auf der Ausbildungsliste.
„Das ist dasselbe gute Ergebnis wie im vergangenen Jahr. Es zeigt, dass die Bauberufe immer noch ein lohnendes Ziel für junge Menschen sind“, betonte Lanz. Unter den 80 neuen Handwerkern sind auch drei weibliche Zimmerer-Auszubildende. Zwei von ihnen waren bei der Eingruppierung anwesend. Die 19-jährige Finja Tischler begründete ihre Entscheidung für die Ergreifung des Berufs mit der Tatsache, dass sie bereits bei der Erstellung von drei Häusern gemeinsam mit ihrem Vater, der Klempner ist, tatkräftig mitgeholfen hat. „Das hat richtig Spaß gemacht“, sagte sie. Auch die 17-jährige Joy Köhn zeigte schon früh Interesse am Handwerk. Sie hat auch zwei Praktika im Zimmerer- und Tischler-Handwerk gemacht. „Dort habe ich bemerkt, dass mir der Beruf des Zimmerers mehr zusagt“, berichtet sie.
„Ich wünsche euch in eurer Ausbildung viel Spaß, gebt Gas und nehmt es auf, was ihr habt, das ihr vielleicht wie ich nach über 50 Jahren immer noch sagt: Super, das war genau der richtige Job, den ich gelernt habe“, rief Obermeister Lanz dem Baugewerbe-Nachwuchs zu.



Nach den Worten von Lanz bestehe auch jetzt noch die Möglichkeit, in diesem Jahr die Ausbildung in einem Beruf des Baugewerbes zu beginnen. Informationen hierzu gebe es bei der Baugewerbeinnung, dem Arbeitsamt oder der Kreishandwerkerschaft.
Mit der Vorstellung der verschiedenen Ausbilder an der BBS und der Berufsschule und einem gemeinsamen Imbiss klang der erste Tag im Elmshorner Ausbildungszentrum am Ramskamp aus.
moh