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Autorenlesungen in Hanerau-Hademarschen: Mit Literatur durch die dunkle Jahreszeit

Hartmut Schalke will am 1. Dezember im Heimatmuseum aus seinem Roman, seinen Gedichten, Kurzgeschichten und Reiseberichten vorlesen. Foto: Hans-Jürgen Kühl

Von Poesie bis Kulturgeschichte: Das Heimatmuseum in Hanerau-Hademarschen lädt zu einer besonderen Lesereihe ein

Von November bis Februar gibt es einen neuen Viererpack von Autorenlesungen im Heimatmuseum der Gemeinde Hanerau-Hademarschen. Zu Gast sind die Schriftstellerinnen Irmela Mukurarinda und Anja Marschall sowie Sachbuchautor Frank Trende. Hartmut Schalke vom gastgebenden Heimatbund-Ortsverein Hanerau-Hademarschen präsentiert erstmals eigene Gedichte und Kurzgeschichten.

Für Schalke sind die Literaturlesungen im Hademarscher Heimatmuseum „kulturelle Glanzpunkte in der dunklen Jahreszeit“: „Die ersten 27 Jahre standen im Zeichen des Dichters Theodor Storm, der in Hademarschen die letzten acht Jahre seines Lebens verbrachte, und seit 2023 kommen nun renommierte Autoren aus Schleswig-Holstein zu Wort, die in der Storm-Stube ihr schriftstellerisches vorstellen.“ Werk

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Spagat zwischen Sachsen und Nordfriesland: Die Reihe der Dichterlesungen wird diesmal von einer Schriftstellerin aus Nordfriesland eröffnet. Irmela Mukurarinda wurde in Zwickau geboren und verbrachte ihre Kindheit in Sachsen und Brandenburg. Sie studierte Theologie an der Ostberliner Humboldt-Universität. 1976 durfte sie 1976 in den Westteil Berlins ausreisen. Dort war sie als Pastorin tätig, später auch in Österreich und nach der Wende in Brandenburg. Im Ruhestand engagiert sie sich im Vorstand des Verbandes der Schriftsteller in Schleswig-Holstein und lebt als freie Autorin von Kurzgeschichten und Romanen in Horstedt bei Husum. Irmela Mukurarinda beschreibt sich selbst wie folgt: „Irgendwie zwischen sämtlichen Stühlen - ein Lebens-Spagat zwischen Sachsen und Nordfriesland, mit einem Hauch Ost-Afrika.“

Genau dieses Selbstporträt ist auch das Motto der Lesung, zu der Irmela Mukurarinda am 3. November nach Hanerau-Hademarschen kommt. Die Veranstaltung beginnt um 16 Uhr in der Storm-Stube des Heimatmuseums. Getränke und Gebäck werden ab 15.30 Uhr gereicht. Der Eintritt kostet zehn Euro.

Skurrile Kurzgeschichten und Wortspielereien: Am 1. Dezember stellt Storm-Experte Hartmut Schalke eigene Werke vor. „Seit meiner Studentenzeit schreibe ich Gedichte; einige habe ich in den Bändchen ,Fundstücke' und ,Aus gegebenem Anlass' versammelt, dabei handelt sich dabei um moderne Lyrik, Wortspielereien, Abwegiges, Aphorismen, Nonsens“, erzählt Schalke. Der Hademarscher hat außerdem 15 unterhaltsame bis skurrile Kurzgeschichten aus dem fiktiven Ort Hosby verfasst sowie das Büchlein „Up North“ mit Reiseberichten aus dem hohen Norden Europas und Nordamerikas. „Diese genannten Texte hat die Firma Constabel in sehr kleiner Auflage gedruckt, und nun freue ich mich, meine Literatur öffentlich vorzustellen“, sagt Schalke.

Ein Experte der Kulturgeschichte: Am 5. Januar ist Frank Trende in der Storm-Stube zu Gast. Der gebürtige Dithmarscher, der heute in Groß Vollstedt lebt, ist ein viel gelesener Sachbuchautor, der sich wie kaum ein anderer mit der Kulturgeschichte Schleswig-Holsteins auskennt. Die Titel seiner Bücher zeigen, mit welchen Bereichen er sich besonders beschäftigt hat: „Historische Orte erzählen Schleswig-Holsteins Geschichte“ (2004), „Schleswig-Holstein in den 50er Jahren“ (2006) oder „Herrenhaus-Geschichten im Herzen Schleswig-Holsteins“ (2015).

Die Hamburger Sturmflut von 1962: Am 2. Februar will Anja Marschall ihr neuestes Werk vorstellen: „Als der Sturm kam“, einen Roman über die Hamburger Sturmflut von 1962. Der Werdegang der Autorin ist ziemlich abenteuerlich: Sie war Apfelpflückerin in einem israelischen Kibuz, Zimmermädchen in London, Verkäuferin in einem Kiosk an den Hamburger Landungsbrücken und Journalistin. Nach dem Studium Volkswirtschaftslehre der arbeitete die gebürtige Hamburgerin als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich europäischer Arbeits- und Sozialforschung. Heute lebt Anja Marschall in Wewelsfleth und verfasst ein bis drei Werke pro Jahr. Mehr als 20 sind bereits erschienen.

Hans-Jürgen Kühl


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