Die Integration in den Arbeitsmarkt ist für Geflüchtete ein zentraler Schritt zum Ankommen in Deutschland. Gleichzeitig leisten Geflüchtete durch den Eintritt in den Arbeitsmarkt einen Beitrag gegen den Fachkräftemangel und tragen beispielsweise auch zur Besetzung von unbesetzten Ausbildungsstellen bei. Trotzdem stellt der Zugang zum Arbeitsmarkt für Geflüchtete eine Herausforderung dar, wodurch berufliche Kompetenzen und Erfahrungen von Geflüchteten nicht immer genutzt werden können.
Hier spielt das Beratungsnetzwerk „Alle an Bord! Perspektive Arbeitsmarkt für Geflüchtete - (PAM)“ eine wichtige Rolle: Es unterstützt Geflüchtete auf ihrem Weg in Arbeit, Ausbildung und Qualifizierung und ermöglicht ihnen den Aufbau ihrer beruflichen Perspektiven für eine nachhaltige Arbeitsmarktintegration.
Zusätzlich bietet das Netzwerk arbeitsmarktbezogene Sprachtrainings online und in Präsenz an, die seit diesem Jahr flächendeckend in ganz Schleswig-Holstein stattfinden. Die Angebote von „Alle an Bord! PAM“ richten sich dabei an alle Geflüchteten, unabhängig von Aufenthaltsstatus, Geschlecht und Alter.
Ein Fokus ist auf Geflüchtete mit Zugangsbarrieren gerichtet, z.B. auf dem Arbeitsmarkt unterrepräsentierte geflüchtete Frauen. Letztere werden vom Netzwerk in hohem Maße erreicht: Sie machten im Zeitraum 2022 bis 2024 51 Prozent, bei Sprachtrainings sogar 65 Prozent der Teilnehmenden aus.
Von Januar 2022 bis Ende 2024 haben die Beraterinnen und Berater von „Alle an Bord! - Perspektive Arbeitsmarkt für Geflüchtete“ insgesamt 2.120 Geflüchtete unterstützt. Davon wurden beispielsweise 474 erfolgreich in Arbeit und 118 in Ausbildung vermittelt, 187 haben ein Praktikum begonnen. Weitere 877 haben einen Sprachkurs, eine Qualifizierung oder ein Studium gestartet oder ihren Schulabschluss nachgeholt.
Zwei Beispiele machen die Chancen und Erfolge gezielter Beratungs- und Unterstützungsangebote für Geflüchtete deutlich:
Vor allem die berufliche Ausbildung ermöglicht eine langfristige berufliche Perspektive in Deutschland“, betont Mohammad Hakam Almashhrawi (Foto, links). Für ihn ist mit der Ausbildung zum Industrie-Mechaniker bei den Stadtwerken Flensburg ein Traum in Erfüllung gegangen, wie er sagt. Den Einstieg in die Ausbildung hat er mit der Unterstützung von der „Alle an Bord! - PAM“ Beraterin Nele Rinder (bequa Flensburg) geschafft.
Omar A. hat 2024 mit Unterstützung von „Alle an Bord! PAM“ eine Ausbildung als Elektriker begonnen: „Das Projekt hat mir so viel geholfen, am Wichtigsten davon, den ersten Schritt zu machen und den Lebenslauf zu schreiben.“
Häufig erschweren komplexe bürokratische Regelungen und Schwierigkeiten bei der zeitnahen Antragsprüfung und der erforderlichen Erteilung der Aufenthaltstitel diesen Weg. Die Beratungskräfte von „Alle an Bord! - PAM“ setzen sich daher auch weiterhin für den jungen Mann ein, damit er und sein Betrieb während der Ausbildung Rechtssicherheit bekommen, um die Ausbildung erfolgreich abschließen zu können.
Das Projekt „Alle an Bord! PAM“ (2025-2027) ist Teil des Landesprogramms Arbeit 2021 - 2027 und wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) und des Landes Schleswig-Holstein kofinanziert.
Die Förderung von Arbeitsmarktintegration zahlt sich aus
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus den acht sogenannten Hauptasylherkunftsländern Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien auf dem schleswig-holsteinischen Arbeitsmarkt steigt kontinuierlich: Im März 2016 waren 2.461 Geflüchtete sozialversicherungspflichtig beschäftigt, im Berichtsmonat April 2025 (BA Statistik veröffentlicht 01.07.2025) hatten bereits 23.400 Geflüchtete eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Auch die seit 2022 vor dem Krieg in der Ukraine geflohenen Menschen kommen im Arbeitsmarkt an: Im Berichtsmonat April 2025 waren 8.200 ukrainische Staatsbürger in Schleswig-Holstein sozialversicherungspflichtig beschäftigt.
Für einen zukunftsfähigen Arbeitsmarkt
Die Artikel sind in Zusammenarbeit mit der Fachkräfteinitiative Schleswig-Holstein (FI.SH) entstanden. Seit 2012 vereint diese Vertreter/innen von Kammern, Verbänden, Gewerkschaften, Hochschulen und Ministerien des Landes, um gemeinsam zukunftsfähige Lösungen für den Arbeitsmarkt zu entwickeln und den Standort Schleswig-Holstein nachhaltig zu stärken. Mehr Infos unter www.schleswig-holstein.de/fachkraefte .