Alle drei Jahre führt die Gilde ein Schützenfest durch, dies geschieht freundschaftlich verbunden im Wechsel mit den Schwestergilden, der Lollfuẞer Schützengilde und der Friedrichsberger Schützengilde.
Die Vorbereitungen für das Schützenfest der Schleswiger St. Knudsgilde 2025 laufen bereits auf Hochtouren: Vom 4. bis 8. Juli 2025 geht es auf dem Gelände des Netzetrockenplatzes Schleswig wieder in rund. Hierbei feiern Gildebrüder und Gildeschwestern ihren Kindern nach alter Sitte und bereiten den Einwohnern der Stadt ein Volksfest. Dann endet die Amtszeit für das Königspaar Andreas Krey „der Stürmische“ und Ehefrau Gerda „die Ausgeglichene“. Der Schützenkönig ist der höchste Repräsentant der Altstädter St. Knudsgilde.

Wie wird man Gildemitlied?
Jeder männliche Bürger der Stadt Schleswig und der Umlandgemeinden kann Mitglied der Gilde werden, wenn er seinen Wohnsitz länger als ein Jahr dort hat. Er muss das 21. Lebensjahr vollendet haben. Die Aufnahme eines neuen Mitgliedes erfolgt auf Vorschlag eines Gildebruders bei der Vorsteherschaft, das heißt der Anwärter braucht einen Fürsprecher in der Gilde. Die Vorsteherschaft legt den Antrag der Generalversammlung zur Entscheidung vor - die Wahl erfolgt in geheimer Abstimmung.
Wie endet die Mitgliedschaft? Typischerweise endet die Mitgliedschaft mit dem Tod. Als Zeichen der Verbundenheit begleiten oder tragen die Gildebrüder ihren verstorbenen Gildebruder auf seinem letzten Weg. Die Witwen der verstorbenen Gildebrüder bleiben Teil der Gemeinschaft ihnen gilt die besondere Fürsorge aller Gildebrüder und -schwestern.
Grüner Bitter
Ein Getränk in giftgrüner Farbe, das es in sich hat: Am 16.06.1823 wurde der „Grüne Bitter“ erstmalig urkundlich erwähnt. Hergestellt wurde er von August Walbohm Senior in der Michaelisstraße 58 A. Da in der Nachkriegszeit kein Alkohol mehr gebrannt werden durfte, wurde die Produktion „offiziell“ eingestellt. Aber 1946 fing August Walbohm-Junior heimlich im Keller der katholischen Kirche an, den„Bitter“ erneut für unsere Gilde herzustellen - als eine Art „Heißgetränk“. Im Jahr 1971 übergab Gildebruder Klaus Rühr im Namen von Jens Walbohm der Gilde das Rezept mit allen Rechten, damit die Tradition des „Grünen“ weiter in der Zukunft der Gilde erhalten bleibt.
Wonach schmeckt denn der „Grüne Bitter“ nun der eigentlich? Das kann nur persönlich ausprobiert und beurteilt werden. Hierbei gilt jedoch stets, dass er in geselliger Atmosphäre zusammen mit netten Menschen getrunken werden sollte. Die Altstädter St. Knudsgilde Gilde bietet mit Ihrem Motto „Frohsinn Ordnung - Einigkeit“ hierfür beim nächsten Schützenfest 2025 reichlich Gelegenheit.
Quartier Schützenredder: Projekt für die Zukunft
Die Altstädter St. Knudsgilde ist seit der Gründung Eigentümerin von Ländereien. „Das ist ein Segen“, sagt der Ältermann. Mitte der 1970er Jahre erschloss die Gilde einen Teil hiervon und vergab rund 140 Bauplätze an Erbbaurechtsnehmer. Etwa 50 Bauplätze wurden seinerzeit verkauft. Zu erreichen sind die Grundstücke über die Gildestraße, was kein Zufall ist. Dieses Erfolgsmodell wird nun mit dem Quartier Schützenredder fortgeführt.
Die Einnahmen aus der Erbbauzinsen sichern den Fortbestand einer der ältesten Gilden Schleswig-Holsteins, die einen nicht unbedeutenden Teil der Schleswiger Stadtgeschichte mitgestalten durfte. Hierzu zählt auch die Wahrnehmung einer gewissen sozialen Verantwortung, denn jährlich spendet die Gilde einen beträchtlichen Teil ihrer Einnahmen an Institutionen, Vereine und Einrichtungen in und um Schleswig. Die Gildebrüder selbst zahlen jährlich ihre Mitgliedsbeiträge und werden an den Einnahmen nicht beteiligt. chr