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Druckzentrum in Büdelsdorf: Ordentlich unter Druck

Der Weg einer Tageszeitung: 1. Papierlager, 2. Druckvorstufe - Computer to plate (CTP), 3. Rotationsmaschine, 4. Leitstand, 5. Versandhalle

1. Papierlager

Am Anfang einer jeden Zeitung steht das unbeschriebene Blatt Papier. Im Lager des Druckzentrums in Büdelsdorf befinden sich etwa 1000 Tonnen davon, was gut einem Monatsbedarf entspricht. Auf große Rollen gewickelt, werden damit bis zu fünf Meter hohe Türme gestapelt.

Der Tagesbedarf für 14 sh:z-Tageszeitungen entspricht in etwa 15 Tonnen. Ein Quadratmeter Papier wiegt je nach Qualität zwischen 45 und 52 Gramm. Zwei bis drei Mal pro Woche wird Nachschub geliefert. Hergestellt wird das meist recycelte Produkt in Norwegen, Deutschland oder Finnland. Ein Barcode kennzeichnet die Rollen und zeigt unter anderem Größe, Alter, Qualität und Breite an.

2. Druckvorstufe - Computer to plate (CTP)

Bevor es überhaupt losgehen kann, wurde in den Redaktionen überall im Land recherchiert und geschrieben. Die am Bildschirm erstellten Zeitungsseiten werden dann via Mausklick in die Druckerei geschickt. Bis die letzten Seiten in der sogenannten Druckvorstufe CTP (Computer to Plate) erscheinen, kann es schon mal kurz vor Mitternacht sein.

Die Daten werden automatisch in einem hochmodernen Plattenbelichter auf dünne gelasert. Aluminiumplatten Entwickler und Druckplattenbiegemaschine (Abkanter) erledigen den Rest. Für eine Zeitungsseite benötigt man vier Platten. Welchen Umfang die jeweilige Ausgabe haben wird, zeigt der Seitenspiegel, der technische Fahrplan. Er entsteht in enger Abstimmung zwischen Redaktion und Anzeigenabteilung und gibt etwa Auskunft über den Papierbedarf.

Gedruckt wird in Büdelsdorf im Offset – ein chemisches Druckverfahren. Es basiert auf dem Prinzip der Abstoßung von Fett und Wasser. Alles, was gedruckt werden soll, nimmt Farbe an und stößt Wasser ab. Die Bereiche, die freigehalten werden, verhalten sich genau nehmen umgekehrt. Sie Wasser an und stoßen die Farbe ab.

3. Rotationsmaschine

Vom Papierlager werden die Rollen automatisch über ein Transportband ins Tageslager transportiert und von dort aus per Kran in Richtung Rotationsmaschine gebracht. Das computergesteuerte System weiß genau, wo welche Rolle steht, welche die älteste ist und welche Qualität benötigt wird.

Die Rotationsmaschine in Büdelsdorf hat zwei Ebenen: Eine Rollenträger- und eine Druckeinheit-Ebene. Der riesige Stahlkoloss steht völlig frei im Raum. Eine Druckmaschine besteht aus mehreren Druckeinheiten. 

Jede Druckeinheit wiederum besteht aus acht Druckwerken - vier für den Schön- und vier für den Widerdruck. Mit Schöndruck sind dabei die Vorderseiten gemeint, die zuerst gedruckt werden. Unter Widerdruck versteht man das Bedrucken der Rückseiten.

Ein Mitarbeiter spannt je nach Produktionszeit die belichtete Druckplatte in die Rotation ein. Gedruckt wird mit den vier Farben: Cyan, Magenta, Yellow und Black. Pro Farbe und Zeitungsseite wird jeweils eine Platte benötigt. Etwa elf Meter Papier pro Sekunde rauschen dann durch die Maschine.

Ist eine Rolle leer oder gerissen, kann sie in vollem Betrieb ausgetauscht werden. Die Bahnen werden in der Maschine von unten nach oben geführt. Über Wendestangen laufen die Papierbahnen zusammen und werden in einem Falzapparat gesammelt und im Anschluss daran auf das jeweilige Format geschnitten. Die gewohnte Größe der Tageszeitung ist das Berliner Format (315 × 470 mm).

Nach dem Start der Rotationsmaschine folgt jeder Schritt einem genauen Zeitplan. Muss die Maschine angehalten werden, weil die Redaktion einen aktuellen Artikel noch in die Ausgabe mit aufnehmen möchte, muss es schnell gehen. Denn jeder Stopp kostet wertvolle Zeit. Der Spielraum im eng getakteten Fahrplan ist eng.

4. Leitstand

Während des Druckvorgangs stehen die Mitarbeiter im Leitstand selbst unter Druck, und das meist zu einer Zeit, in der andere längst schlafen. Eine ganze Reihe von Exemplaren hat die Rotationsmaschine schon ausgespuckt, wenn die Fachleute erste Stichproben nehmen. Diese sind allerdings oft noch nicht einwandfrei und daher Makulatur. Abwechselnd eilen die Mitarbeiter zur Rotation und greifen sich eine nagelneue Zeitung. Jede einzelne Seite wird unter die Lupe genommen. Die Drucker prüfen, ob die Darstellung richtig ist und beispielsweise die Farben der Bilder perfekt übereinander liegen. Die Farb-Wasser-Gebung muss richtig justiert sein und der Stand der Seite. Auch wenn moderne Technik zur Verfügung steht, benötigt jeder Mitarbeiter für den Feinschliff ein gutes Auge und Fingerfertigkeit. 

Hat die Druckmaschine Fahrt aufgenommen, produziert sie je nach Zuschnitt gut P5.000 Exemplare pro Stunde.

5. Versandhalle

Gleich nebenan befindet sich eine riesige Versandhalle, in der schon fleißige Hände darauf warten, die Zeitung weiterzuverarbeiten. Die frisch gedruckten Exemplare werden per Transportkette angeliefert und mit Beilagen bestückt. Die Zeit sitzt auch hier den Leuten im Nacken, denn schließlich warten schon die Lastwagen an den Rampen, um die Pakete an die jeweiligen Sammelpunkte in Schleswig-Holstein auszufahren. Von dort aus werden sie dann pünktlich von Austrägern in die Briefkästen der Leser gebracht.

Schon gewusst, dass im Druckzentrum Büdelsdorf...

...binnen einer Nacht 120 000 Zeitungen gedruckt werden?

...jährlich 450 Millionen Beilagen in die Zeitungen gesteckt werden?

...für die verschiedenen Tageszeitungen des sh:z in einer Nacht 150 Kilometer Papier durch die Druckmaschinen laufen?

...mitten in der Nacht, ab 23:50 Uhr, die Husumer Nachrichten gedruckt werden?

...kurz nach Mitternacht die druckfrische Tageszeitung abgeholt und an die Zusteller-Depots ausgeliefert wird?

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