Vor 50, 100, 500 oder eben 150 Jahren in Nordfriesland: Prof. Dr. Thomas Steensen beschäftigt sich ausgiebig mit der Historie Nordfrieslands. Immer wieder gräbt er längst vergessene oder neue Jubiläen und Ereignisse aus und schreibt sie für die Husumer Nachrichten auf, jüngst auch Spannendes zur Geschichte der Husumer Nachrichten.
Die weite nordfriesische Landschaft bildet die Kulisse für das Lebenswerk von Prof. Dr. Thomas Steensen. Geboren im Jahr 1951 in Bredstedt, wurde Steensen von dieser Region im hohen Maße geprägt. Sein Lebensweg führte ihn in die Welt der Geschichte, des Journalismus und der nordfriesischen Kultur, so wurde er zu einem wahren Bewahrer der Identität Nordfrieslands.
Früh zeigte sich Steensens Neugier für die Vergangenheit. Ein Lehrer an der Friedrich-Paulsen-Schule in Niebüll entfachte in der Geschichtsstunde Steensens Begeisterung für die Vergangenheit und legte den Grundstein für seinen späteren Beruf, der für Steensen bis heute auch Berufung ist. Diese Leidenschaft führte ihn damals an das Nordfriesische Institut, wo er sich intensiv mit dem Namensgeber der Schule, Friedrich Paulsen, beschäftigte. Steensen fühlte das Bedürfnis, die wahre Bedeutung und den Einfluss von Paulsen zu erkunden, eine Mission, die zu umfangreichen Recherchen und Artikeln führte.
Die Kraft der Worte entdeckt
Trotz seiner Passion für die Regionalgeschichte zog es Steensen zunächst in die Welt der Politik. Als engagierter Jungdemokrat war er in der Jugendpolitik aktiv und wurde sogar zum Pressesprecher des Landesverbandes der Jungdemokraten in Schleswig-Holstein ernannt. Hier entdeckte er die Kraft der Worte und ihre Fähigkeit, Meinungen zu formen und Veränderungen herbeizuführen.
Die journalistische Welt sollte bald seine wahre Berufung werden. Steensen trat in die Redaktion der Husumer Nachrichten ein und begann seine Karriere als Redakteur. Hier fand er eine Plattform, um über eine breite Palette von Themen zu berichten vom Wattenmeer bis hin zu politischen Debatten. Neben seiner journalistischen Tätigkeit setzte Steensen seine akademische Laufbahn fort. Er hat 1985 im Fach Geschichte promoviert und widmete sich der Erforschung von Ereignissen und Entwicklungen in Nordfriesland. Doch nicht nur die Geschichte der Region lag und liegt ihm am Herzen auch die friesische Sprache und Kultur wurden zu einem Schwerpunkt seiner Arbeit. Durch seine Forschungen und sein Engagement trug er dazu bei, das friesische Erbe zu bewahren und lebendig zu halten. Die Faszination für das Friesische führte auch dazu, dass Steensen das Fach studierte und in seiner Doktorarbeit die Beziehung zwischen Deutschfriesen und Dänen beleuchtete. Damit war er prädestiniert für die Führung des Nordfriisk Instituut in Bredstedt: Von 1987 bis 2018 leitete er die zentrale wissenschaftliche Einrichtung für die nordfriesische Sprache, Geschichte und Kultur.
Geschichte als gelebte Berufung
Doch nicht nur dort sorgte er dafür, dass die Geschichte der Region erforscht wird: Er war Dozent an den Universitäten in Kiel und Flensburg und bis vor kurzem Vorsitzender der renommmierten Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte.
Auch über seine professionelle Karriere hinaus ist Steensen ein leidenschaftlicher Verfechter der nordfriesischen Identität. Seine tiefe Verbundenheit zu Orten wie dem Deich am Süderhafen und der Hamburger Hallig spiegelt seine Liebe zur Region wider. In seinen Augen ist Nordfriesland nicht nur ein geografischer Ort, sondern ein reiches kulturelles Erbe, das es zu schützen und zu pflegen gilt. Jonna Marlin Lausen
Zur Person
Am Neujahrstag 1813 hielten die Menschen in Husum und Umgebung ihre erste eigene Zeitung in den Händen. Mit diesem Husumer Wochenblatt beginnt die wechselhafte Geschichte des Presse- und Verlagswesens in Nordfriesland. Seit 1873 erscheinen die Husumer Nachrichten. In diesen 150 Jahren prägten Chefredakteure und ihre Mitarbeiter, politische Systeme sowie modernisierte Drucktechniken die Arbeit in der Redaktion. In dem Buch “Zwischen Bleisatz und E-Book - Zur Geschichte der Husumer Nachrichten und der Verlagsgruppe Husum“ von Thomas Steensen, gibt es die bereits in den HN erschienene Serie zur Geschichte der Husumer Nachrichten auf 142 Seiten gebündelt zum Nachlesen.