Wenn der Schlossgarten im Frühjahr seine lila Pracht präsentiert, dann wird sie gewählt: die Krokusblüten-Majestät. Seit T001 werden König oder Königin offiziell von der Stadt Husum im Rahmen des Krokusblütenfestes inthronisiert. Doch ein Blick ins Archiv der Husumer Nachrichten zeigt: Die Tradition reicht viel länger zurück.
Der Beweis: Ein Zeitungsartikel
Ein 52 Jahre alter Zeitungsartikel erbringt den Beweis: Magrit Ufen von Nordstrand wurde 1971 zur Krokuskönigin gekrönt. Damals am Ostersonntag richtete das Parkhotel Thordsen einen festlichen Tanzabend mit mehr als 300 Gästen aus – das war ein großes Ereignis in Husum. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden 16 Frauen auserkoren, um an der Wahl zur Krokuskönigin teilzunehmen.
„Ich wollte erst überhaupt nicht mitmachen, aber die haben mir einfach eine Nummer zugeteilt“, erinnert sich Magrit Ufen. Jedoch habe ihre Begleitung sie bestärkt, doch an dem Wettbewerb teilzunehmen. „Wir sollten dann alle etwas auf der Bühne präsentieren. Manche haben gesungen oder getanzt. Ich habe Witze erzählt. Ich habe eben schon immer gern erzählt und geschnackt“, berichtet die Nordstranderin und lacht.
Silberteller, eine Schärpe und natürlich eine Krone
Und tatsächlich konnte sie sich mit Abstand gegen die anderen Bewerberinnen durchsetzen. Zur Krönung wurden ihr ein Silberteller, eine Schärpe und natürlich eine Krone aus Krokussen überreicht. Ihr Mann Rolf Ufen war damals schon an ihrer Seite. „Das war ein überraschendes Ereignis. Natürlich war ich stolz“, sagt er. Mittlerweile sind die beiden seit 55 Jahren verheiratet. Der Sieg hatte sich schnell herumgesprochen. Als mein Vater am nächsten Morgen zur Tankstelle ging, wussten da schon alle Bescheid“, erinnert sich die Krokuskönigin.
Kein Wunder, denn als Tochter des damaligen Landtags-Nordstrander abgeordneten Peter Empen, war sie im Ort gut bekannt.
Eigentlich sollte die Siegerin im darauffolgenden Sommer an der Misswahl zur Badekönigin in Westerland teilnehmen. Ein kostenfreier Aufenthalt auf Sylt plus Taschengeld wurde ihr versprochen. Doch dazu kam es nie.
Seit 60 Jahren im Berufsleben
Auf die Freude über die Krone folgte nur zwei Wochen später der Schock: Ihr Vater starb mit nur 50 Jahren nach seiner 100. Wahlrede auf Hallig Hooge an einem Herzinfarkt. „Das war wirklich eine schlimme Zeit“, berichtet sie.
Dennoch, der Tag der Krönung zur Krokusblütenmajestät bleibt ihr in guter Erinnerung. „Das war schon aufregend. Meine Tochter hat sich, auf meinen Vorschlag hin, später auch mal beworben. Aber ich glaube, sie hatte dann doch nicht so Lust darauf“, erzählt die Frisörin.
Seit 60 Jahren übt sie ihren Beruf aus und plant noch lange nicht aufzuhören. „Ich bin froh, dass ich mit meinen 76 Jahren noch so fit bin. Ich habe viele tolle Sachen erlebt und mitgemacht und bin noch immer offen für Neues.“ Elisabeth Haarmann