Am Ende sind alle gleich und vorher auch. Aus diesem Grundgedanken heraus startet der Bundesverband Deutscher Bestatter seine neue Kampagne bunt im schwarz. In einem ersten Video stehen bunt gemischt Vertreterinnen und Vertreter des Handwerks und der Branche gemeinsam ein für Vielfalt, Akzeptanz von Gleichberechtigung und ein modernes Bestatterhandwerk.
Individuelle Abschiede, persönliches Gedenken
In nur wenigen Berufen kommt die Vielfalt des menschlichen Lebens so unmittelbar zum Tragen wie im Bestatterhandwerk. Bestatterinnen und Bestatter beraten, begleiten und bestatten jeden Tag die unterschiedlichsten Menschen. Sie planen individuelle Abschiede und ermöglichen ein persönliches Gedenken - im Sinne der Verstorbenen und ihrer Familien und Freunde.
Offenheit und Einfühlungsvermögen gehören zu den Grundvoraussetzungen des Berufs. Dabei wird nicht nur die Tätigkeit von Bestatterinnen und Bestattern vielfältiger und individueller. Auch das Berufsbild verändert sich, wird jünger, weiblicher und bunter. Aus neuen Ideen und Überzeugungen werden neue Lösungen und Angebote für Vorsorgende und Trauernde.
59 Prozent weibliche Azubis
Diese Entwicklungen korrespondieren mit der großen Beliebtheit, der sich insbesondere die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft erfreut. Im Jahr 2025 zählen wir knapp 1.000 Auszubildende, 59 Prozent davon weiblich. „Für uns als Berufsverband ist klar: Die jungen Menschen, die heute ihre Aus- und Fortbildung machen, sind die Zukunft unseres Handwerks“, sagt Stephan Neuser, Generalsekretär des Bundesverbands zum Auftakt von bunt im schwarz.
Das wird auch im ersten Video der Kampagne deutlich. Mit dabei sind neben Seren Gören, Bestattermeisterin aus Hamburg und Bundesjuniorensprecherin der Bestatterinnen und Bestatter, noch sechs weitere junge Frauen, die als Bestattungsfachkräfte und Bestattermeisterinnen ganz konkret für ein modernes Handwerk und für bunte Abschiede stehen – zeitgemäß, stark und individuell.
BdB/msl
Trauerforscher: Das Meer kann heilsam sein
Den Verlust eines geliebten Menschen zu verarbeiten, ist ein langer Prozess. Wenn die Zeit gekommen ist, können Trauernde auf Reisen weitere Schritte machen.
Wenn also Trauernde so weit sind und eine Reise machen wollen, sind aus Sicht des Trauerforschers Roland Kachler Ziele mit viel Natur ratsam. „Insbesondere das Meer als ein Raum der Unendlichkeit und Transzendenz ist für viele Trauerende sehr heilsam und hilfreich“, sagt er. Aber auch Wanderreisen können das Richtige sein.
Orte vergangener Reisen besuchen
Eine Idee ist es auch, eine Reise an Orte zu machen, die man mit dem Menschen besucht hat, der verstorben ist. „Das ist dann eine sehr bewusste Reise, die oft schmerzlich ist, zugleich aber eine innere Beziehung zum Verstorbenen herstellen kann“, sagt Kachler.
Dafür muss der Moment auch gekommen sein - im ersten Jahr nach dem Verlust sei es für so eine Reise oft noch zu früh.
dpa/tmn