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Wo Erinnerung ein Zuhause hat

Höhepunkt des Abends: Die Überreichung der Ehrenurkunde durch Torsten Lange (v. li.), Vizepräsident des Bundesverbands. Deutscher Bestatter und Dennis Hein, stellvertretender Innungsmeister der Bestattungsinnung Schleswig-Holstein an Dorette Eggerstedt und Mareike Ahrens – eine große Geste an ein Unternehmen, das Haltung zeigt, wenn Worte fehlen. Foto: H. von Holdt

75 Jahre Eggerstedt Bestattungen – ein stilles Jubiläum voller Dankbarkeit

Ein warmer Abend im Cap Polonio. Leises Klirren von Gläsern, ehrliche Umarmungen. Mareike Ahrens steht auf, ein Glas in der Hand, Worte des Dankes im Herzen. „Herzlich willkommen zum 75. Jubiläum von Eggerstedt Bestattungen“, beginnt sie. Und für einen Moment liegt in der Luft genau das, was dieses Jubiläum ausmacht: Dankbarkeit. Respekt. Und die stille Kraft, die der Tod uns manchmal lehrt – das Leben zu schätzen.

Unternehmen aus der Region

Rund 70 Gäste sind gekommen – darunter Pinnebergs Bürgermeister Thomas Voerste, Mitarbeitende, Pastoren, Geschäftspartner und Vertreter des Bundesverbands Deutscher Bestatter. Gemeinsam feiern sie ein Unternehmen, das in Pinneberg mehr ist als ein Betrieb: Es ist ein Ort, an dem Tränen gehalten, Erinnerungen bewahrt und letzte Wege sorgsam begleitet werden. Seit 75 Jahren.

Es war Marie Stackmann, die 1950 im Stadtteil Quellental mit dem Mut einer Frau begann, die einfach gebraucht wurde. Als sogenannte Leichenfrau wusch sie Verstorbene, kleidete sie an, richtete Beerdigungen aus und gründete daraus – als erste Frau ein Bestattungsinstitut. 1966 übernahmen ihr Neffe Walter Eggerstedt und dessen Ehefrau Erika das Unternehmen. Mit dem Umzug in die Friedenstraße begann eine neue Ära. Die nächste Generation Dorette und Christin Eggerstedt – wuchs buchstäblich im Unternehmen auf.

Unternehmen aus der Region

Und heute? Trägt Mareike Ahrens die Verantwortung weiter. Als erste Bestattermeisterin im Kreis Pinneberg führt sie das Unternehmen seit Anfang 2024 mit dem Herz einer Familie und dem Blick einer Frau, die weiß, was es heißt, da zu sein, wenn anderen die Worte fehlen. Ihre Geschichte mit Eggerstedt begann mit dem Tod der eigenen Großmutter. Die Begegnung mit Dorette Eggerstedt damals? Der Anfang von etwas Großem.

Unternehmen aus der Region

In ihrer Rede lässt sie die Geschichte lebendig werden. Vom Eichenrustikal-Chic zu modernen Räumen. Vom ersten Azubi Peer Henkel bis zur neuen Kollegin Stefanie Noster. Von Verlusten, Neuanfängen und dem festen Glauben, dass Erinnerung nie vergeht.

Heute ist Eggerstedt Bestattungen ein Ort der Begegnung, der Menschlichkeit und der Innovation. Hier wird mit Fingerabdruck-Schmuck erinnert, mit „Perlen mit Seele“ getröstet, mit digitalen Ritualen begleitet. Hier darf geweint, aber auch gelacht werden. Und vor allem: Hier wird niemand allein gelassen.
Natascha Thölen


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