Wenn Christina Arpe morgens die Tür zur Tafel Neumünster an der Wittorfer Straße 127a aufschließt, ist die Freude noch immer dieselbe. "Jeden Tag, wenn ich hierherkomme, freue ich mich, dass wir so ein tolles Tafel-Zuhause gefunden haben“, sagt die Leiterin der Einrichtung.
November besteht der Standort bereits seit drei Jahren. Der Umzug aus den beengten Räumen an der Kieler Straße war für die Tafel ein Meilenstein und für viele Menschen in Neumünster ein echter Gewinn. Denn das großzügige Gebäude bietet nicht nur deutlich bessere Arbeitsbedingungen für die mittlerweile 91 ehrenamtlichen Helfer, sondern vor allem neue Möglichkeiten, Lebensmittel zu retten.
Heute können an der Wittorfer Straße problemlos große Lieferungen angenommen werden – ganze Paletten mit Lebensmitteln, Tiefkühlware oder Bruchware aus Großlagern, etwa Kekse oder Konserven mit beschädigter Verpackung. Dank der großzügigen Lagerflächen können überschüssige Waren sogar an andere Tafeln weitergegeben werden.


Doch trotz der deutlich besseren Bedingungen ist die Nachfrage weiter gestiegen: Nach dem Umzug konnte die Warteliste zunächst abgebaut werden, inzwischen stehen jedoch wieder rund 120 Haushalte auf der Warteliste. Insgesamt sind mit der von Neumünster aus betreuten Tafel in Großenaspe derzeit 746 Haushalte bei der Tafel registriert.
Leiterin Tafel Neumünster
Kosten steigen, Menschen werden ärmer
Für Christina Arpe ist der Grund eindeutig: "Die gestiegenen Lebensmittelpreise und die höheren Spritkosten machen sich deutlich bemerkbar."
Dennoch möchte die Tafel nicht einfach möglichst viele Menschen in kurzer Zeit versorgen. „Wir möchten unsere Gäste nicht einfach nur durchschleusen. Jeder hier ist ein Lebensmittelretter und kein Almosenempfänger“, sagt sie.
Ein respektvoller und würdevoller Umgang mit allen Gästen gehört deshalb zum Selbstverständnis der Tafel. Und die Tafel ist nicht nur eine Ausgabestelle für Lebensmittel. "Wir sind auch ein Zufluchtsort für Sorgen und Nöte", sagt Christina Arpe. Rund 20 bis 30 Minuten verbringen die Gäste durchschnittlich vor Ort.
Alexandra Bury