Koch Niklas Niemeyer aus Stapel hat extra für unser Magazin einen „Wir am Kanal“-Cocktail kreiert. Die wichtigsten Zubereitungsregeln liefert er für Hobby-Barkeeper gleich mit.
Und auch das Restaurant Drei, das Riverside und die Kanalmeisterei steuern Getränke-Tipps bei.
Die Temperaturen steigen, abends ist es wieder lange hell. Was gibt es da Schöneres, als den Tag mit einem erfrischenden Sommerdrink ausklingen zu lassen? Vier Gastronomen aus der Kanalregion liefern Inspirationen, indem sie jeweils einen Cocktail mit und einen ohne Alkohol vorstellen. Für Leser, die die Drinks zu Hause nachmixen wollen, bringen die Profis das Rezept gleich mit.
Den Anfang macht Niklas Niemeyer. Der 31-Jährige betreibt in Stapel gemeinsam mit seinen Eltern den gleichnamigen Landgasthof. Hier sein Rezept für den „Wir am Kanal“-Cocktail in der Alkohol-Variante:



2 cl Korn kommen in die Kreation des Küchenmeisters aus dem Kreis Schleswig-Flensburg. Außerdem 1 cl Helbing Kümmel, 4 cl Cranberrysaft und 5 cl Sprite sowie 10 cl Sekt. Damit möglichst viele den Cocktail zu Hause anmischen können, ohne zunächst eine lange Einkaufsliste abarbeiten zu müssen, habe er größtenteils auf Zutaten gesetzt, die die meisten ohnehin im Haus haben. „Wir haben die klassischen Alkoholika des Nordens drin, mit einem bisschen was Schwerem, dem Cranberry-Saft.“ Zum Geschmack sagt er: „Es ist ein herber Cocktail. Nicht zu süß, aber trotzdem erfrischend. Und ich denke mal, es passt zu uns im Norden. Wir sind ja auch nicht so süß und ein bisschen herb.“
Den „Wir am Kanal“-Cocktail gibt es natürlich auch für Autofahrer. Die alkoholfreie Variante enthält 5 cl des Tees Sylter Relax on the Beach, 4 cl Cranberrysaft, 2 cl Quittensaft und 5 cl Mate. Statt des Sylter Tees lässt sich aber auch jeder andere Tee auf Früchtebasis nehmen. Niemeyer empfiehlt, in der Mate über Nacht, Rosmarin, Basilikum und einen Lavendelzweig einzulegen. Den Geschmack des Drinks beschreibt der Küchenmeister als „fruchtig-herb“.
Usman Arshad, Inhaber des Restaurants Riverside am Obereiderhafen in Rendsburg, präsentiert einen Gin-Drink namens „Cucumber Basil Tonic“. Inhalt: 20 cl Tonic Water, 4 cl Sirup, 4 cl Hendrick’s Gin sowie Gurke und Basilikum zur Dekoration.
Als alkoholfreien Drink empfiehlt er den Mocktail „Green Apple“. Er besteht aus 20 cl Apfelsaft, 6 cl Limettensirup, 1 Teelöffel braunen Zucker sowie 3 kleinen Apfelscheiben. „Wieso ausgerechnet diese Cocktails perfekt für die heißen Sommertage sind? Ganz einfach: Sie sind lecker und erfrischend zugleich“, sagt Usman Arshad.



Das Restaurant Drei am Rendsburger Paradeplatz schickt den „Iceland Blue Lagoon“ als Sommerdrink ins Rennen: 4 cl Wodka, 2 cl Curaçao und dann mit Sprite auffüllen. Für Barmitarbeiter Mustafa „Musti“ Alo ist das aufgrund der blauen Farbe, die an tropisches Wasser erinnert, der perfekte Cocktail für die heiße Jahreszeit: „Mit jedem Schluck entführt er dich an sonnige Strände und lässt dich das Gefühl von Freiheit förmlich schmecken.“ Der alkoholfreie Drink vom Drei hat folgendes Rezept: 12 cl Apfelsaft, 1 cl Zitronensaft, dann Auffüllen mit roter Frem Limonade (dänische Himbeerlimonade). Heraus kommt der „Red Lobster“. Alos Bewertung: „Zusammen kreieren die Zutaten einen harmonischen Geschmack, der ideal ist, um an heißen Sommertagen abzukühlen.“
Die „Kanalmeisterei“ in Osterrönfeld rät zum „Aperol Passion“: 8 cl Sekt, 8 cl Aperol, 8 cl Selter und eine Kugel Aprikosensorbet.
Und das Restaurant kann auch alkoholfrei. Passend zur direkten Wasserlage des Lokals heißt dieser Drink „Sommer am NOK“. Er besteht aus 8 cl Banenensaft, 8 cl Maracujasaft, 4 cl Orangennektar, 2 cl Karamelsirup und 5 cl Sahne.
„Beide Getränke sind einfach perfekt für eine kleine, erfrischende Auszeit, um Zeit zusammen zu verbringen. Beide Drinks ergeben ein kleines Gefühl von Urlaub“, sagt Gian-Luca Hepp aus dem Team der „Kanalmeisterei“. Aljoscha Leptin
INFO
Tipps für Hobby-Barkeeper
Wer in den eigenen vier Wänden ein bisschen mit dem Mixen von Drinks experimentieren will, braucht dazu kein teures Spezialequipment. Diese Erfahrung hat Niklas Niemeyer gemacht, der zehn Jahre als Koch auf Kreuzfahrtschiffen in der ganzen Welt unterwegs war und während dieser Zeit immer in engem Austausch zu den Barkeepern stand. Als Grundausrüstung empfiehlt er Messbecher, Shaker und Barlöffel. Doch auch darauf lasse sich notfalls verzichten. Abmessen lassen sich Flüssigkeiten beispielsweise mit einem Schnapsglas. Zum Shaken des Drinks könne auch auf einen Thermobecher zurückgegriffen werden. Und irgendwas zum Umrühren werde man auch immer finden.
Ob gerührt oder geschüttelt – das ist in den meisten Fällen eigentlich egal, sagt Niemeyer. Beide Techniken dienten primär dem Zweck, die Flüssigkeiten zu vermischen – und den Drink kaltzumachen. So werden vor dem Schütteln Eiswürfel in den Shaker gegeben, die anschließend wieder herausgenommen werden. Der Drink selbst wird in einer echten Cocktailbar nicht mit Eiswürfeln serviert, so der Experte. Das schmelzende Eis würde das Getränk nur verwässern. Wer seinen Drinks einen Schaumrand-Look verpassen will, sollte zum Shaker statt zum Rührlöffel greifen. Wichtige Grundregel: Flüssigkeiten mit Kohlensäure nie schütteln. Und welche Spirituosen sollte man zu Hause haben? Hier empfiehlt Niemeyer einen Wodka, Gin und Bourbon sowie Tequila und einen Orangenlikör. Damit habe man die alkoholische Grundlage für viele Cocktails abgedeckt. Als weitere Standardzutaten nennt der 31-Jährige Cocktailbitter, frische Limetten und Zitronen, Tonic Water und Gingerbeer. Sowie natürlich Eis. Die meisten Spirituosen werden bei Zimmertemperatur gelagert – da brauche man das Eis, um den Drink kalt zu shaken beziehungsweise zu rühren.
Und welches Glas sollte man nutzen? Immerhin gibt es schier unzählige Formen. Niemeyer erklärt, dass die Wölbung des Glases bestimmt, auf welchem Teil der Zunge die Flüssigkeit beim Trinken landet. „Doch da die meisten ihren Cocktail eh mit Strohhalm trinken, ist das egal.“ Mit einem Weißweinglas mache man in der Regel nichts falsch.