Sylt ist die wahrscheinlich schönste Insel Deutschlands. Und manchmal ist sie noch schöner, wenn nämlich Polarlichter über der Insel leuchten und ein einzigartiges Naturschauspiel bieten. Südlich des Nordpols kommt es zwar nur selten vor, dass Naturbegeisterte Polarlichter sehen können, aber vor allem in der dunklen Winterzeit verwandelt sich Sylt in einigen Nächten bei klarem Himmel in eine Traumlandschaft.
Dem Sylter Fotografen Ralf Meyer gelingt es immer wieder, das seltene Naturschauspiel mit seiner Kamera einzufangen: So zum Beispiel in den ersten Stunden des Montags, 14. März 2022, als er im Nationalpark Wattenmeer nahe des Hindenburgdamms die wabernden Lichtstreifen vor die Linse seiner Nikon D780 bekam. Die Bilder des Hobbyfotografen, die er zwischen 23.30 Uhr und Mitternacht am Sonntag schoss, zeigen Strand und Dünen von Sylt - darüber erstrahlt der Nachthimmel in bunt schillernden Farben, unter den Wolken ist das grünliche Polarlicht zu bestaunen.

Wie entstehen eigentlich Polarlichter?
Die Lichter entstehen durch Sonnenaktivität: Die Sonne schickt nicht nur Licht und Wärme zur Erde, sondern auch elektrisch geladene Teilchen, die vom unsichtbaren Magnetfeld der Erde abgefangen und zu den Polen geleitet werden. Sobald sie in die Erdatmosphäre eindringen, bringen sie Stoffe in der Luft zum Leuchten. Wenn sie auf Sauerstoff treffen, entsteht grünes oder rotes Licht. Bei Stickstoff ist es vor allem blau und violett.
Ist die Sonne extrem aktiv und schickt besonders viele Teilchen zur Erde, können die Polarlichter auch abseits der Pole zu sehen sein. Normalerweise tauchen die bunten Lichtbänder jedoch vor allem rund um den Nord- und Südpol auf – meist muss man sich nördlicher als 65,5 Grad aufhalten, um das Naturschauspiel zu sehen. Sylt liegt im Vergleich dazu zu tief im Süden, doch in seltenen Fällen ist die Sonnenaktivität so stark, dass auch auf der Nordseeinsel das Polarlicht zu sehen ist. Barbara Glosemeyer
Hamburg - Wer Polarlichter sehen möchte, reist am besten im dunklen Winterhalbjahr in den hohen Norden. Die Wahrscheinlichkeit, das bunte Spektakel am Himmel zu Gesicht zu bekommen, steigt dann in jedem Fall. Ob man aber tatsächlich Nordlichter zu sehen bekommt, steht dennoch in den Sternen - doch es gibt Hilfe.
Die App Hello Aurora zweier isländischer Erfinder soll anzeigen, ob am eigenen Standort die Aurora Borealis zu sehen sein wird. Dazu nutzt sie komplexe Informationen zu Wetter, Magnetfeldern und Sonnenstürmen und berechnet die Wahrscheinlichkeit für Nordlichter. Und das nicht nur für den Moment, sondern auch für die kommenden Tage. Das soll Nordlichtjägern die Suche nach dem selten auftretenden Phänomen erleichtern. Die App funktioniert nach Angaben der schwedischen Tourismusagentur Visit Sweden überall auf der Welt. Sie greift auf Daten von den Magnetometern zurück, die jeweils am nächsten sind. Eine internationale Community an Polarlicht-Jägern macht Fotos und Sichtungsmeldungen in Echtzeit über die App (iOS/ Android) verfügbar. (dpa/tmn)