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"Like Ice in the Sunshine"

FOTO: OLYPHOTOSTORIES - STOCK.ADOBE.COM

Kälte, Schnee, Eis – allein beim Schreiben der Worte kühlt sich meine Stimmung um mindestens Grad ab. Ich mag den Winter nicht und mitgefangen, mitgehangen löst - auch die Weihnachtszeit bei mir latentes Unbehagen aus. (Ausgenommen davon sind für mich reich gedeckte Gaben- und Esszimmertische.)

Alle Jahre wieder wird daher schon Anfang September unsere Urlaubskasse auf den Kopf gestellt, ordentlich geschüttelt und überlegt, wo denn auf dem Globus im Dezember Sommer ist und ob das Budget in diesem Jahr für einen Adventsausflug reichen könnte. 

Gesagt, getan, geflogen. Das Gefühl, aus dem Flieger auszusteigen und eine warme laue Brise weht einem ins Gesicht, wo man doch vor ein paar Stunden noch dick im Wollschal eingemummelt war, unbezahlbar. Doch so leicht das klingt, so schwer ist für mein kognitives Denkvermögen die Kombination aus 35 Grad im Schatten und „Jingel bells“ aus Lautsprechern in der Ankunftshalle. Das ist irgendwie gar nicht eingängig. Auch der nett gemeinte Willkommensgruß im Hotel in Form eines Schokoladen-Nikolaus auf dem Kopfkissen will gar nicht schmecken.

Unternehmen aus der Region

Mit gepackter Strandtasche und Flipflops an den Füßen durch die Hotellobby zu spazieren, dabei Mandelduft in der Nase und „We wish you a merry Christmas“ im Ohr zu haben, ist ebenso befremdlich wie ein Pferd auf der Autobahn. Auch hoch klimatisierte Einkaufsläden machen dann den Weihnachtsbraten nicht fett, wenn sie in voller Lautstärke „Coming Home for Christmas“ durch die Flure schicken. Also wirklich, mir vergeht da die Shoppinglaune. 

Unternehmen aus der Region

Die Kür der Weihnachten-in-der-Sonne-Urlaube: das Festessen im Hotel am 24. Dezember. Da kapituliert mein Kopf dann vollständig. Einen ganzen Abend lang, eine ewig Weihnachten-Playlist lange auf Dauerschleife zwischen Meeresrauschen und Sonnencreme-Duft ist einfach zu viel für mich Nordlicht.
 Dieses Jahr bleiben wir zu Hause, im guten, grauen Flensburg. Und „Like Ice in the Sunshine“ ist schon mal Platz Eins meiner Musikauswahl an Heiligabend.

Julia Voigt


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