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Ein Welthit mit Strahlkraft

Die Stille-Nacht-Kapelle in Oberndorf erinnert an die Entstehung des bekannten Weihnachtsliedes, das bislang in 320 Sprachen und Dialekte übersetzt und 2011 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt wurde. FOTO: EVA-MARIA REPOLUSK/SALZBURGERLAND TOURISMUS/DPA

„Stille Nacht, heilige Nacht “ - seit 206 Jahren vermittelt das Weihnachtslied eine Friedensbotschaft

Ist der Text der Grund für die große Beliebtheit des Weihnachtslieds „Stille Nacht, heilige Nacht“? Oder ist es die eingängige Melodie? Das 206 Jahre alte Stück ist eines der bekanntesten Weihnachtslieder der Welt, ein echter Hit, der die Menschen bis heute in Weihnachtsstimmung versetzt. Mit „Silent Night“ feierte Bing Crosby 1945 einen Welterfolg. Es gibt Versionen von Frank Sinatra, Beyoncé, Michael Boublé und vielen anderen Künstlern. Bei einem Spaziergang durch den verschneiten österreichischen Ort Mauterndorf sind wir auf das Lied gestoßen. Vielleicht war es auch ganz anders und es hat uns gefunden. An einem schlichten Gebäude hing ein einfaches Schild. „In diesem Haus hat Josef Mohr im Jahre 1816 den Text des weltberühmten Weihnachtslieds ,Stille Nacht, heilige Nacht' geschrieben“, war darauf zu lesen. Das hat uns neugierig gemacht.

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„Stille Nacht, heilige Nacht“ wurde am 24. Dezember 1818 in der römisch-katholischen Kirche St. Nikola in Oberndorf bei Salzburg, an deren Stelle heute die Stille-Nacht-Kapelle steht, mit der Melodie von Franz Xaver Gruber und dem Text von Joseph Mohr erstmals aufgeführt. Seither ist der deutsche Liedtext weltweit in 320 Sprachen und Dialekte übersetzt worden. 2011 wurde „Stille Nacht, heilige Nacht“ von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt.

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VERBREITUNG DER ORIGINALFASSUNG

Es gibt sogar eine Stille-Nacht-Gesellschaft, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, auf die Verbreitung der Originalfassung zu achten, darauf hinzuweisen, dass das Lied vom Salzburger Land aus seinen Weg um die Welt begann und die Entstehungsgeschichte des Liedes wachzuhalten. Und die Geschichte geht so: Es ist das Jahr 1818. Das Land ist in Unruhe, die Menschen wünschen sich Frieden. Joseph Mohr ist damals Hilfspfarrer in Mariapfarr. Kurz vor Heiligabend stapft er durch den Schnee, mit einem Gedicht in der Tasche, das er zwei Jahre zuvor geschrieben hat. Das Gedicht heißt „Stille Nacht, heilige Nacht“.

Er ist auf dem Weg zu seinem Freund, dem Lehrer und Organisten Franz Xaver Gruber. Er bittet ihn, eine Melodie zu dem Gedicht zu komponieren. Die beiden möchten den Menschen in schwerer Zeit Hoffnung geben und eine Friedensbotschaft vermitteln. Gruber überreicht Mohr am 24. Dezember seine Komposition. Die beiden beschließen, das Lied während der Christmette zu singen. Mohr singt Tenor und übernimmt die Begleitung mit der Gitarre, Gruber singt Bass. Die Menschen sind begeistert.

Die besondere Strahlkraft des Stückes zeigt sich knapp 100 Jahre danach an einem Heiligabend in Flandern - hier passiert etwas ebenso Außergewöhnliches wie Berührendes: der Weihnachtsfriede von 1914. Der Erste Weltkrieg ist festgefahren, Weihnachten scheint weit weg zu sein. Und doch springt der Weihnachtszauber auf die Kämpfenden über. Wo genau der Weihnachtsfrieden seinen Anfang nimmt, ist unklar. Die Kriegsparteien liegen in so einem geringen Abstand zueinander in den Schützengräben, dass sie miteinander sprechen können. So ergibt sich ein spontaner Waffenstillstand. Deutsche und Engländer kriechen aus ihren Gräben, reichen sich die Hand und singen zusammen Weihnachtslieder - darunter „Stille Nacht, heilige Nacht“.

Auch wenn der Weihnachtsfriede nicht lange hält - für ein paar Stunden erreicht Mohrs und Grubers Weihnachtsbotschaft von 1818 die Menschen selbst im Krieg. Wer hinhört, kann sie auch heute noch spüren. // Uta Habekost


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