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Waldbauverein Hanerau-Hademarschen: Die Wiederaufforstung ist ihre Mission

Am Waldbauverein-Feldstein: Kassenwart Hans-Heino Sievers (von links), der 1. Vorsitzende Rolf-Martin Niemöller und dessen Stellvertreter Eggert Grelck bilden den geschäftsführenden Vorstand des Waldbauvereins. Fotos: Hans-Jürgen Kühl

Der Waldbauverein feiert 75-jähriges Bestehen.

Als der Waldbauverein Hanerau-Hademarschen vor 75 Jahren gegründet wurde, lag der Waldanteil an der Gesamtfläche Schleswig-Holsteins bei unter zehn Prozent. Viele Waldflächen waren abgeholzt worden. „Es gab gewaltige Kahlflächen, zum einen aufgrund von Reparationsleistungen, aber natürlich auch, weil in Notzeiten Holz als Heizmaterial benötigt wurde“, weiß Rolf Martin Niemöller, der seit 2002 die Geschicke des Waldbauvereins Hanerau-Hademarschen lenkt.

1949 ging es mit 387 Hektar Wald los

Die Wiederbewaldung war ein Hauptziel der Waldbauvereine, die sich an diversen Orten in Schleswig-Holstein gründeten. In Hanerau-Hademarschen schlossen sich 1949 zunächst 32 Waldbesitzer aus der Region mit einer Gesamtwaldfläche von 387 Hektar zusammen. „Mit dem Verein sollte die Fürsorge für den Wald und die Vermittlung forstlicher Erfahrung verbessert werden“, erklärt Niemöller. „Ziel des Vereins war es - und ist es heute noch - die Mitglieder unserer Interessengemeinschaft dazu zu animieren, sich um ihren Wald zu kümmern“, ergänzt Vereinskassenwart Hans-Heino Sievers. „Wir unterstützen unsere Mitglieder fachlich bei Holzkauf, Aufforstungen, Pflegemaßnahmen, Waldkalkungen und Wegebau und werben dafür Fördermittel ein, sofern diese für solche Maßnahmen zur Verfügung stehen“, zählt Niemöller auf. 

Um Ideen für die Gestaltung des Waldes zu generieren, blickt man gern bei Exkursionen über den eigenen Tellerrand hinaus. „Jedes Jahr wird eine Lehrfahrt für Mitglieder und Gäste zu einem Thema rund um Forst und Holz angeboten“, vermerkt Niemöller: „Erfreulich ist dabei immer die im Vergleich zu anderen Forstbetriebsgemeinschafen sehr gute Beteiligung bei unserem ja vergleichsweise eher kleinen Verein.“ 75 Jahre nach der Gründung sind es 142 Waldbesitzer mit einer Gesamtwaldfläche von 852 Hektar, die dem Verein angehören. „Das sind etwa 80 Prozent der privaten und kommunalen Waldflächen der Region“, erläutert der Hanerauer. 

Walderneuerung in den Bondenschiften: Vor drei Jahren wurden auf 0,6 Hektar unter anderem kleine Eichen gepflanzt; im Hintergrund Fichtenbestände aus der Nachkriegszeit.
Walderneuerung in den Bondenschiften: Vor drei Jahren wurden auf 0,6 Hektar unter anderem kleine Eichen gepflanzt; im Hintergrund Fichtenbestände aus der Nachkriegszeit.

Die großen Kahlschläge der Nachkriegszeit sind heutzutage vergessen.„Doch wenn man genau hinschaut, sieht man es den Wäldern nach wie vor an“, meint Niemöller. „Die meisten Bestände in unserer Region sind zwischen 40 und 70 Jahre alt, wurden damals aufgrund geringer Ressourcen in der Regel als reine Nadelholzbestände aufgepflanzt und müssen daher zum Teil als labil eingestuft werden.“ 

Dank der forstlichen Förderung der vergangenen drei Jahrzehnte sei es auch in Hanerau-Hademarschen und Umgebung gelungen, "die Wälder durch viele neuere Aufforstungen laubholzreicher und damit stabiler gegen den Sturm und Insektenkalamitäten aufzustellen."

Hans-Jürgen Kühl

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