Die Leidenschaft für historische Fahrzeuge begleitet Patrick Leisau schon seit seiner Kindheit. Was einst mit einem roten VW Käfer begann, entwickelte sich über die Jahre zu einer beachtlichen Sammlung. Gemeinsam mit seinem Partner Mike Reinecke betreibt er das kleine, feine Automuseum seit dem Jahr 2021 auf dem ehemaligen Bauernhof Schnurrum in Thumby bei Sieseby an der Schlei.
Knapp 35 Oldtimer gehören inzwischen zur Sammlung. Bis zu 14 Fahrzeuge werden gleichzeitig in den Ausstellungsräumen gezeigt - vom Rover 8 HP aus dem Jahr 1921 bis hin zu automobilen Klassikern aus den 1930er- und 1950er-Jahren.
Dazu kommen immer wieder besondere Stücke wie Motorräder, eine philippinische Rikscha oder ein Multicar aus DDR-Produktion.


NEUE MULTIFUNKTIONSHALLE, NEUE AUSSTELLUNG
Für die Saison 2026 hat sich auf Hof Schnurrum einiges getan. Der ehemalige Schweinestall ist nun ein fertig ausgebauter Veranstaltungsraum, der als Multifunktionshalle genutzt wird - und zugleich Platz für die neue Sonderausstellung bietet.
Das Thema in diesem Sommer: historische Campingfahrzeuge. Im Mittelpunkt stehen vor allem Modelle aus den 1950er-Jahren - einer Zeit, in der Urlaub auf Rädern zum Traum vieler Menschen wurde. Einige der Ausstellungsstücke sind echte Raritäten. Zwei Fahrzeuge kommen als Leihgaben aus dem renommierten Erwin-Hymer-Museum in Bad Waldsee nach Thumby: ein Faltdach-Anhänger sowie ein Mikafa-Wohnanhänger, beide aus den 1950er Jahren. Dazu gesellen sich Stücke aus der eigenen Sammlung, etwa ein englischer Wohnwagen aus dem Jahr 1929 sowie ein "Craftsman“-Anhänger von 1956.



CAMPING WIE FRÜHER
Wer die alten Wohnanhänger betritt, entdeckt schnell, dass Camping schon damals überraschend komfortabel sein konnte. Viele Fahrzeuge wirken verspielt und detailreich gestaltet. "Eigentlich sind sie schon sehr kommod“, sagt Patrick Leisau. Aus der Sitzecke ließ sich mit wenigen Handgriffen eine große Liegefläche bauen - mithilfe zusätzlicher Bretter, die einfach eingelegt wurden. Und selbst ein Modell mit Badezimmer und separater Toilette gab es bereits.
IMMER WIEDER NEUES ZU ENTDECKEN
Damit auch Stammgäste bei jedem Besuch etwas Neues sehen, wird die Ausstellung regelmäßig verändert. Einige Fahrzeuge verlassen jedes Jahr die Präsentation, andere rollen nach.
"Drei bis vier neue Modelle können wir eigentlich immer garantieren“, sagt Mike Reinecke. Viele Besucher aus der Region kommen deshalb gern wieder - besonders, wenn sie Besuch von außerhalb haben und das Museum gemeinsam entdecken möchten.
NEU IN 2026: KAFFEE WIE BEI OMA
Zum Museum gehört auch ein kleines Hofcafé, das inzwischen fast genauso beliebt ist wie die Oldtimer selbst. Dort gibt es selbstgebackene Kuchen, frischen Kaffee und viel ländliche Gemütlichkeit. Auch außerhalb der Gebäude lohnt sich ein Spaziergang über das Gelände. Neben dem Hof liegt eine Blühwiese mit Obstbäumen und einem kleinen Vorgartenbereich, der neu gestaltet wurde und zum Verweilen einlädt.
Ein besonderes Angebot für die Saison 2026 ist "Omas kleine Kaffeerunde". Wer sich vorher anmeldet, erlebt einen Sonntagskaffee wie früher: mit hausgemachter Kuchenauswahl "satt“, liebevoll eingedeckt mit Omas Porzellan und frischen Tischdecken. Eine Hommage an die Kaffeetafel vergangener Zeiten - und für viele Besucher ein Stück Kindheit.


Geöffnet ist das Museum von Mitte Mai bis September freitags bis sonntags von 12 bis 18 Uhr, an schönen Sommerabenden gerne auch mal etwas länger. Anmeldung für Omas Kaffeerunde, Veranstaltungen und Gruppenführungen unter 0170/2306280.
Ob Oldtimer-Fan, Campingliebhaber oder einfach neugierig auf einen besonderen Ausflug: Das Automuseum in Thumby verbindet Nostalgie, echte Sammlerstücke und einen Platz zum Genießen.
// Katja Scholz