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Interview mit Rolf Hansen aus Nordfriesland: "Wir vertreten über 700 Betriebe"

Erster gemeinsamer Kreishandwerksmeister für Nordfriesland: Rolf Hansen aus Behrendorf. Foto: Ute Pusch

Fragen an den Kreishandwerksmeister

Edgar Pusch

Im November des vergangenen Jahres wurden die beiden nordfriesischen Kreishandwerkerschaften Nord und Süd zusammengelegt. Erster gemeinsamer Kreishandwerksmeister für das gesamte Kreisgebiet ist jetzt Rolf Hansen aus Behrendorf. Mit der Fusion haben sich die Aufgaben für ihn vergrößert. Im Interview erzählt er von den Veränderungen.

Herr Hansen, seit wann sind sie Kreishandwerksmeister?

Seit dem 1. November 2010.

Was sind Ihre wichtigsten Aufgaben, und wie viel Zeit müssen Sie investieren?

Die wichtigste Aufgabe ist das Repräsentieren des Handwerks und der Organisation der Kreishandwerkerschaft und der angeschlossenen Innungen sowie die Ausbildung im Handwerk und die Nachwuchsgewinnung. Natürlich ist ein wichtiger Bestandteil, Gespräche mit den zuständigen politischen Entscheidungsträgern zu führen. Zeitlich investiere ich hierfür schon mittlerweile sehr viel, was man allerdings in Stunden nicht aufrechnen kann. Ich würde schon sagen, dass durchschnittlich ein Arbeitstag in der Woche dafür benötigt wird.

Hat sich durch die Zusammenlegung für Sie etwas geändert?

Ja sicherlich, die Verantwortung ist noch größer geworden, wir vertreten nun über 700 Mitgliedsbetriebe, und ich möchte, soweit es meine Zeit erlaubt, gerne jede Innungsversammlung auch mal besuchen. Was ich aber jetzt schon sagen kann: Die Zusammenarbeit mit den neuen Kollegen im Vorstand und der Mitarbeiter auf den Geschäftsstellen weckt schon viel Freude in mir.

Überall herrscht Fachkräftemangel. Wie beurteilen Sie in diesem Zusammenhang die Lage in Nordfriesland?

Sicherlich ist die derzeitige Lage im Baugewerbe durch eine höhere Zinspolitik und das immer noch starke Preisniveau für viele Betriebe in diesem Bereich nicht gerade leicht im Moment. Hier könnte mal ein echtes Hinterfragen des jetzigen hohen Baustandards Erleichterungen schaffen. Aber dennoch höre ich von vielen Betrieben, dass immer noch eine gewisse Auslastung vorhanden ist. Aber die Frage „wie lange noch?“ macht mir schon so einige Sorgen.

Was erwartet Sie/uns, wenn Northvolt in Dithmarschen in Betrieb geht?

Das ist eine gute Frage. Bezogen auf das erwartete Abwerben von Fachkräften wird es eine Katastrophe für uns Handwerksbetriebe. Wenn ich mir jedoch die andere Seite anschaue, die Wirtschaftskraft, die hier, so hoffe ich doch, mit einfließt, kann es auch eine Chance sein. Die alles entscheidende Frage für mich ist, wann ist eine entscheidende Infrastruktur gegeben, die es auch ermöglicht, Fachkräfte hier sesshaft in die Region zu bringen.

Was wollten Sie schon immer mal loswerden?

Dass die Politik Ernst macht mit der Zusage, den bürokratischen Wahnsinn, den wir Unternehmer im Arbeitsalltag leisten müssen, zu minimieren und völlig überzogene Dokumentationsvorschriften und statistische Erfassungen abzuschaffen.

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