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Café von Stamm - 125 Jahre Gastlichkeit

Historische Postkarte des Cafés Curt von Stamm. Fotos: Familie von Stamm

„von Stamm“ - Der Weg vom Café und der legendären Disco zum beliebten Restaurant - ein Stück Geschichte im Herzen Uetersens

Seit es im Jahre 1899 mit dem Café von Stamm in der Meßtorffstraße 1 losging, war der Familie von Stamm der Gast immer am wichtigsten. An dieser Adresse hatte damals Peter von Stamm, der zuvor mehrere Jahre auf Wanderschaft gewesen war und aus einer Dithmarscher Bäckerfamilie stammte, die „Schinkelsche Bäckerei“ übernommen.

Unternehmen aus der Region

Seminaristen gehörten zu Stammkunden

Der Urgroßvater der heutigen Betreiberin modernisierte und vergrößerte das damalige Gebäude. Direkt neben der Bäckerei eröffnete er mit seiner Kaffeestube das erste Café Uetersens. 1907 baute er den Clubraum an, Seminaristen in der Lehrerausbildung zählten zu den Stammkunden. Eine Konzessionsurkunde aus dem Jahre 1911 gestattete ihm den Ausschank von „echtem Bier“ – damals bayrischem.

Unternehmen aus der Region

Ab seinem Tod 1925 übernahm seine Gattin Catharina, die von der Kundschaft auch liebevoll „Tante Peter“ genannt wurde. Über einen umfangreichen Umbau schuf sie große und moderne Caféräume. Drei Jahre später stieg mit Curt von Stamm die nächste Generation mit ein. 1933 übernahm er das Geschäft mit seiner Irma offiziell. Laut einem Zeitungsartikel aus dem Jahre 1974 verstanden sie es „dem Haus eine neue Blüte zu geben, das viele Uetersener Vereine zu ihrem Vereinslokal machten“.

Unternehmen aus der Region

Und im Buch „Sport in Uetersen“ heißt es: „Im Obergeschoss zogen sich die Fußballer um, bevor sie zum Kicken auf den Platz auf dem Eichenkamp gingen.“ Oma Irmi war die Seele des Cafés, so werden heute noch zahlreiche, lustige Geschichten über Irmi erzählt. Die Bäckerei wurde bis 1959 fortgeführt, dann wurde sie krankheitsbedingt geschlossen und die Räume ans Café angegliedert.

1969 ging das Café von Stamm an die dritte Generation. Als Koch und Konditor war der Enkel, auch Peter von Stamm, gut auf diese Aufgabe vorbereitet. Er baute die Gaststätte mit Tanzbar aus, installierte 1972 eine neue Bar und eine moderne Musikanlage. Bei der Jugend aus Uetersen und Umgebung erhielt er viel Zuspruch und so manche späteren Eheleute lernten sich hier Tanzveranstaltungen auf kennen. 1989 wurde das Lokal an neue Besitzer übergeben, die hier die Diskothek „Feuerstein“ betrieben, bis das Gebäude 1995 abbrannte.

Ab dem Verkauf arbeiteten Peter und Ingrid von Stamm an ihrem neuen Projekt: Die alte Röpkes-Mühle-Villa wurde restauriert, renoviert und zu einem Hotel umgebaut. 1992 feierte das Hotel Mühlenpark in der Mühlenstraße 49 Eröffnung. Ende der Neunziger wurde das Hotel an neue Betreiber verkauft, es existiert bis heute.

Seit fast 25 Jahren betreibt die Familie von Stamm nun ihr Restaurant von Stamm im Kleinen Sand 60. Peter von Stamm hatte den alten „,Jeverkrog“ übernommen und das Restaurant elf Jahre als Gastgeber geleitet. Es war ein Treffpunkt für eine Generation, die auch gern mal bis spät in die Nacht am Tresen Karten spielte und den einen oder anderen Bacardi-Cola genoss. 2010 ging es an die vierte Generation: Claudia und Ulf von Stamm führen es seitdem als Restaurant mit Catering und Sommerterrasse weiter.

Michaela Eschke


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