
Rund um Glücksburg und insbesondere am Kurstrand wird es am Wochenende richtig voll. Neben den rund 1600 Aktiven werden auch Tausende von Zuschauern an die Strecke kommen und die Ausdauercracks anfeuern.
Wenn alle, die dem Flensburger Triathleten Fabian Sommer in den sozialen Medien folgen, auch live dabei sein möchten, wenn er sein Projekt „Langdistanz unter neun Stunden“ in die Tat umsetzt, dann würde Glücksburg wohl erst recht aus allen Nähten platzen.
Wenn alle, die dem Flensburger Triathleten Fabian Sommer in den sozialen Medien folgen, auch live dabei sein möchten, wenn er sein Projekt „Langdistanz unter neun Stunden“ in die Tat umsetzt, dann würde Glücksburg wohl erst recht aus allen Nähten platzen.
Der 28-Jährige von den TriVelos Flensburg ist aktuell nicht nur der wohl stärkste Triathlet aus der Region, sondern auch der regionale Ausdauersportler mit der mit Abstand größten Präsenz und Reichweite in den sozialen Medien. Rund 15.000 Follower verfolgen bei Instagram das Triathlon-Leben des Flensburgers und können auf seinem Kanal täglich miterleben, wie sich ein ambitionierter Triathlet vorbereitet.
Seit Beginn seines Programms 266 Tage vor dem Startschuss gibt Fabian Sommer an jedem Abend ein Resümee seines sportlichen Tages und des Drumherums. Den Trainingsalltag mit Übungseinheiten im Regen oder bei Sonne oder auch die Tage, an denen der Plan wegen Terminen oder aus gesundheitlichen Gründen nicht exakt umgesetzt werden kann, können die Follower anhand kleiner Videosequenzen und kurzer Statements mitverfolgen.
Wer Fabian Sommer folgt, der weiß bereits, dass ziemlich viele Indizien dafür sprechen, dass der Flensburger am Sonntag sein Ziel, die Langdistanz beim OstseeMan in weniger als neun Stunden zu bewältigen, auch tatsächlich erreichen kann. „Ich bin guter Dinge. Die Wetterprognose sieht gut aus, und ich habe im Vergleich zum Vorjahr beim Training und auch beim Material nochmal draufgelegt“, erklärt Fabian Sommer und verweist darauf, dass er nun ein noch hochwertigeres Rennrad zur Verfügung habe und in der Trainingssteuerung auch mit einem Trainer zusammenarbeite.
Im Vorjahr fehlten ihm bei der Hardcore-Variante des OstseeMan-Triathlons mit heftigen Wellen und Dauerregen am Ende zehn Minuten (siebter Gesamtplatz in 9:10,22 Stunden) zur Realisierung seines großen Ziels. Im zweiten Anlauf soll es nun klappen. „Das Training aus dem Vorjahr ist in den Beinen, und die Erfahrung hilft“, stellt der Flensburger fest, der seinen Trainingsumfang auf rund 15 Stunden reine Trainingszeit taxiert.
Mit Vor- und Nachbereitung verdoppelt sich dieser Zeitaufwand noch. „Zuletzt ließ sich das mit Studium und meiner halben Stelle an der Schule gut organisieren, aber ich möchte auch künftig ambitioniert weiter Sport machen, wenn ich ins Referendariat gehe“, sagt der angehende Lehrer.
Dass er sich bei Instagram sogar zu einem sportlichen „Influencer“ entwickelt hat, soll ein schöner Nebeneffekt bleiben. „Am Anfang fand ich es einfach nur cool, meine Erfahrungen zu teilen. Alles andere hat sich dann entwickelt“, beschreibt Sommer den Werdegang.
Seine Follower-Zahl ließ Firmen aus der Sportbranche auf ihn aufmerksam werden. Durch Vereinbarungen mit einem lokalen Fahrradgeschäft, einem Rennradhersteller und einem Anbieter für Sporternährung kann Fabian Sommer inzwischen auch Einnahmen aus seinen Social-Media-Aktivitäten generieren. Er sagt: „Es kommt jetzt so hin, dass ich mit den Einnahmen meine Kosten für den Sport decken kann und mit einer Plus-MinusNull-Bilanz Triathlon mache. Dafür bin ich dankbar, aber auch froh, nicht davon abhängig zu sein.“
Niels-Peter Binder