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Tien di Biiki ön!

FOTOS: MICHAEL STAUDT, STOCK.ADOBE.COM/DAVID KREUZBERG

Alljährlich am 21. Februar brennen auf Sylt die Biikefeuer. Auch wenn heute keine Seefahrer mehr verabschiedet oder böse Geister vertrieben werden, ist dieser Brauch an der nordfriesischen Küste und auf den Inseln und Halligen fest verankert und hat nichts von seiner Bedeutung verloren. Das häufig als „Nationalfeiertag der Friesen“ bezeichnete Biikebrennen steht für Zusammenhalt, geselliges Miteinander und Heimatverbundenheit. Ein Fest, das nicht nur Sylter aus aller Welt zurück auf die Insel führt, sondern auch viele Gäste begeistert.

Für alle, denen die Abläufe des Biikebrennens noch nicht so vertraut sind, hier ein paar Tipps:

Laufen statt fahren

Gar nicht erst versuchen, mit dem Auto zur Biike zu fahren. Erstens gibt es in der Nähe der Biikeplätze kaum Parkplätze, zweitens sind die meisten Zufahrten gesperrt und drittens ist es viel schöner, sich dem jeweiligen Fackelumzug anzuschließen.

Getränke zum Aufwärmen

An den meisten Biikeplätzen gibt es warme Getränke. Viele lassen es sich aber trotzdem nicht nehmen, selbst eine gut gefüllte Thermoskanne mitzunehmen. Wer mehr Becher mitnimmt, als er selbst braucht, wird schnell Freundschaften schließen.

Auf Empfang schalten

Natürlich wird die Biike nicht einfach nur angezündet: Zuvor werden Reden zu aktuellen Inselthemen gehalten - auf Deutsch und auf Sölring. Auch wenn das Biikebrennen ein geselliges Fest ist und man vielleicht dem Sölring nicht folgen kann, gilt: kurz auf Empfang schalten und beiden Ansprachen aufmerksam zuhören.

Feuer frei

Die letzte Rede endet immer mit den Worten „Tjen di Biiki ön“ („Entzündet die Biike“). Dann erst darf die Fackel in den Biikehaufen geworfen werden. Nun heißt es abwarten und warmen Punsch trinken, bis die oben auf dem Haufen thronende Tonne, das Fass oder die Strohpuppe, der Pidder, fällt.

Grünkohl „mit alles“

Wenn die Biiken langsam verglimmen, kommt man zum gemeinsamen Grünkohlessen zusammen: Kaum eine heimische Küche, kaum ein Restaurant, das an diesem Abend nicht das traditionelle Biike-Gericht auftischt: Grünkohl mit karamellisierten Kartoffeln, dazu Fleischbeilagen wie Speck, Kassler und Kochwurst. Wichtig: Unbedingt vorher reservieren! Armin Struve

Gut zu wissen

Weitere Informationen, alle Zeiten und Orte sowie besondere Hotel- und Restaurantangebote rund um das Biikebrennen gibt es auf www.sylt.de/biike .


FOTOS: MICHAEL STAUDT, STOCK.ADOBE.COM/DAVID KREUZBERG
FOTOS: MICHAEL STAUDT, STOCK.ADOBE.COM/DAVID KREUZBERG

Das Lied zur Biike

„Üüs Sölring Lön“ (zu Deutsch: Unser Sylter Land) gehört zur Biike wie das Knistern brennender Tannenbäume, der Fakelmarsch auf dem Weg zum Feuer oder das Essen danach mit Grünkohl und Kasseler. Für alle, die wissen möchten, worum es in dem Lied geht, hier die ersten drei Strophen des Liedes samt Übersetzung nach Prof. Nils Arhammar:

Üüs Söl'ring Lön, dü best üüs helig;
Dü blefst üüs ain, dü best üüs Lek!
Din Wiis tö hualen, sen wü welig;
Di Söl'ring Spraak auriit wü ek.
Wü bliiv me di ark Tir forbünen,
Sa lung üs wü üp Warel' sen.
Uk diar jaar Uuning bütlön fünen,
Ja leng dach altert tö di hen.

Kumt Riin,
Kumt Senenskiin,
Kum junk of lekelk Tiren,
Tö Söl' wü hual' Aural;
Wü bliiv truu Söl'ring Liren!

Di Seewinj soong me litjem Suusin,
Hur ik üp Söl'üs Dütji slöp;
Fan Strön' jert ik dit eewig Bruusin,
Üs ik bi Mooters Hun' jit löp.
Ik haa di Staider al bihöl'en,
Diar jens üüs Jungens-Hemelrik,
Di Teft en Uursem fol fan Krölen,
Üüs Spölplaats bi di Bosk üp Dik.

Kumt Riin,
...

Üüs Taachten hual' jit fast omslüngen,
Wat üüs fan litj ap wert en lef:
Üüs Terp, hur wü tö Skuul jens gingen,
Üüs Mark, üüs Hiid, di Wai bi Klef,
Ark Stich, hur wü üs Jungen ronen,
Ark Stegelk, diar aur Eeker gair,
Di Hooger, hur wü Biike bronen:
Hat es jit ales üp sin Stair.

Kumt Riin,
...

Unser Sylter Land, du bist uns heilig,
du bist unser eigen, du bist unser Glück!
Deine Sitten wollen wir erhalten;
Die syltringer Sprache vergessen wir nicht.
Wir bleiben mit dir zu jeder Zeit verbunden,
solang wir auf der Erde sind.
Auch wer seine Wohnung draußen gefunden,
sehnt sich doch immer zu dir hin.

Kommt Regen,
kommt Sonnenschein,
kommen dunkle oder glückliche Zeiten,
Zu Sylt halten wir
Überall;
Wir bleiben treue Sylter Leute.

Der Seewind sang mit leisem Säuseln,
Wo ich auf Sylt als Wiegenkind schlief;
Vom Strande hörte ich das ewige Rauschen,
als ich an Mutters Hand noch lief.
Ich habe die Stätten alle behalten,
die einst unser Kinderparadies,
Der Anger im Frühling voll Blumen,
unser Spielplatz am Busch auf dem Wall.

Kommt Regen,
...

Unsere Gedanken halten noch fest umschlungen,
was uns von klein auf wert und lieb:
unser Dorf, wo wir zur Schule einst gegangen,
unsere Wiesen, unsere Heide, den Weg am Kliff.
jeder Steig, wo wir als Kinder gelaufen,
jeder Pfad, der über die Felder geht,
die Hügel, wo wir Biiken gebrannt:
Es ist noch alles da wie einst.

Kommt Regen,
...

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