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Tief im Westen St. Laurentii in Süderende

St. Laurentii wurde nach dem Heiligen Laurentius, Schutzpatron der Armen und Beschützer vor Feuer, benannt. Fotos: Jörg Brökel, AdobeStock

Die sprechenden Grabsteine - oft ist über sie berichtet worden und hier, im Westen der Insel Föhr, hat einer der wohl prominentesten Insulaner vor langer Zeit seine letzte Ruhe gefunden. Ganze Lebensläufe sind auf den überwiegend aus Sandstein gefertigten Grabplatten festgehalten, die in ähnlicher Form auch in Nieblum und Boldixum auf Föhr, wie auch in Nebel auf Amrum zu finden sind. Nahe der St. Laurentii Kirche befindet sich das Grab des Oldsumers Mathias Petersen, des„glücklichen Mathias“ (1632-1706), der in seiner 50jährigen „Karriere“ 383 Wale erlegt hatte. Wohlhabend machte es ihn gewiss, ob er glücklich war, ist fraglich, musste er doch sieben seiner zwölf Kinder früh beerdigen. 

Fotos: Jörg Brökel, AdobeStock
Fotos: Jörg Brökel, AdobeStock

Ursprünglich in der Kirche bestattet, die 1240 erstmals urkundlich erwähnt wurde und zunächst ein turmloser, romanischer Feldsteinbau war, wurde „Matz Peters“ wegen Schulden seiner Nachkommen kurzerhand auf den Kirchhof umgebettet. Zwei prunkvolle Messingleuchter im Innern der Kirche, die erst im 15. Jahrhundert ihren Turm erhielt, sind ein Geschenk des berühmten Sohnes der Insel. Bei Pastor Ricardus Petri, der als einer der ersten junge Männer kostenlos in Mathematik, Navigation und Sternenkunde unterrichtete, hatte er eine hervorragende Ausbildung zum Kommandeur genossen. Petri findet sich an neunter Stelle einer Auflistung der Pastoren zu St. Laurentii. Wenig bis gar nicht bekannt ist sein Vorgänger Nummer vier: Andreas Beierholm. Ein Name, dem Respekt gebührt: der Pastor war ein früher Gegner der Todesstrafe. In den Jahren 1569–79 hatte er dafür gekämpft, vermeintliche Hexen vor dem Scheiterhaufen zu bewahren und die Todesstrafe durch Erhängen für Diebstahl sowie das Köpfen für Mord abzuschaffen. Für dieses Vergehen wurde er selbst der Hexerei angeklagt, konnte sich aber retten. Das barocke, italienische Mamor-Taufbecken, die Kanzel und Deckengemälde aus dem 17. Jahrhundert, die Orgel aus dem Jahre 1887 und vielerlei mehr treten angesichts so bewegter Lebensgeschichten beinahe in den Hintergrund. 
Text: Annette Keisat

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