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Teilzeitmodelle als Chance

Prof. Dr. Henrik Herrmann. Foto: Ärztekammer SH

Kammer: Ärztliche Berufe flexibilisieren

Die Diskussion um den Ärztemangel Deutschland und Schleswig-Holstein bleibt trotz steigender Medizinerzahlen ein zentrales Thema. „Obwohl die Zahl der Ärztinnen und Ärzte kontinuierlich steigt, sehen wir dennoch einen echten Ärztemangel. Dieser resultiert aus einer Vielzahl von Faktoren, darunter der medizinische Fortschritt, neue Krankenhausabteilungen und die gestiegene Anzahl von Patientenkontakten, die eine größere Anzahl von Medizinern erfordern“, erklärte Prof. Dr. Henrik Herrmann, Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein.

Eine häufige politische Forderung ist die Erhöhung der Medizinstudienplätze. Für Herrmann greift dies zu kurz:„Selbst wenn wir heute 5000 zusätzliche Medizinstudienplätze schaffen, würde sich die Wirkung erst in 15 bis 20 Jahren zeigen. Bis dahin wird sich die Versorgungssituation bereits stark verändert haben.“ Als kurzfristige Lösung betont Prof. Herrmann die Bedeutung verbesserter Arbeitsbedingungen und einer Reduzierung der Bürokratie im ärztlichen Alltag.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sei die Förderung von Teilzeitarbeit. Für die Attraktivität des Berufsfeldes sei das von großer Bedeutung, da junge Ärztinnen und Ärzte zunehmend Wert auf flexible Arbeitszeitmodelle legen. Prof. Herrmann: „Indem wir Teilzeitarbeit als festen Bestandteil des ärztlichen Berufs etablieren, können wir einerseits den Arbeitsdruck reduzieren und andererseits das Fachpersonal länger im Beruf halten.“ 
msl/pm

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