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Teilen ist der eigentliche Luxus

Fast 100 Besucher lauschten den Vorträgen. Foto: Karin Funke

Neue Wohnformen in Eiderstedt angedacht

Am 24. September drängelten sich fast 100 Besucher im „Theatrium“, um interessanten Vorträgen zu lauschen. Es ging um neue Wohnformen, die sich schon woanders in Deutschland etabliert haben und auch auf Eiderstedt Wirklichkeit werden könnten. Im Focus: Senioren-Wohngemeinschaften und Mehrgenerationenwohnen. Dabei kamen vor allem Erfahrungsberichte aus der Praxis gut an.

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Matthias Hasse, Amtsdirektor von Eiderstedt, skizzierte zunächst die Bevölkerungslage auf der Halbinsel und zitierte aus der Zensus Befragung von 2022: „Der Wohnbedarf der 40-60-Jährigen steigt am meisten.“ Bis zum Seniorenalter sollte man eine geeignete Wohnung gefunden haben, die bezahlbar und nicht so groß ist. „Etliche ältere Menschen bewohnen eine Immobilie, die nach dem Auszug der Kinder viel zu groß und zu teuer ist, gar nicht mal selten auch Haubarge; oft fehlt jedoch das Geld für Sanierungen und Investitionen“, hat Ilja-Kristin Seewald festgestellt, die als Projektkoordinatorin Zukunft Eiderstedt die Initiatorin dieser Veranstaltung war. Außerdem gelte es, alten Bestand zu retten. „Man kann nicht immer nur Neubauten errichten, das ist auch ökologisch fragwürdig und nicht nachhaltig“, so der Amtsdirektor. 

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Die Referenten des Abends. Foto: Karin Funke
Die Referenten des Abends. Foto: Karin Funke

Anders Christensen von pro Kultur stellte die Vorteile von gemeinschaftlich organisierten Wohnprojekten heraus. Bei selbstorganisierten Projekten sparen die Beteiligten nicht nur Geld, sondern sind auch durch Einzahlung von Genossenschaftsanteilen Mit-Eigentümer. Vorzugsweise sollte die Form eine GbR sein. Der Gemeinschaftsgedanke stehe dabei im Vordergrund.

Höchste Aufmerksamkeit bekamen die Beispiele aus der Praxis von Senioren-Wohngemeinschaften. Sehr lebendig schilderte Birtel Riel (63), studierte Betriebswirtschaftlerin, das Zusammenleben im „Haus der Horizonte“ in Freiburg an der Elbe gegenüber von Glückstadt. Das Haus, Baujahr 1926, war sanierungsbedürftig, bot aber 330 Quadratmeter Wohnfläche. Technische Umbauten ermöglichten zehn Personen das Wohnen, verursachten aber mehr Kosten als geplant. Dank eines Förderprogramms aus Niedersachsen gelang es, Wohnungen mit 37 qm pro Einheit fertigzustellen. „Über 300 Anfragen hatten wir, davon kamen 40 zum Probewohnen“, erinnert sich Riel. Es gibt Gemeinschaftsräume, eine Küche, drei Gästezimmer für Besucher, einen leeren Sportraum und ein Gemeinschafts-E-Auto. „Der eigentliche Luxus liegt im Teilen“, sagt die Seniorin. Seniorin. „Das macht Freude und mindert die Kosten.“

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Ein Zitat, das auch die nächste Referentengruppe aufgriff. Irene Fröhlich und Angelika Bellenbaum schilderten ihre Erfahrungen mit dem„staTThus“ in Husum. Hier wurde aus einer ehemaligen Schule aus dem Baujahr 1950, die 2012 geschlossen und beinahe abgerissen wurde, inzwischen Mehrgenerationenhaus für 40 Menschen jeder Altersgruppe geschaffen. Eine Machbarkeitsstudie ein untersucht nun, welche alternativen, gemeinschaftsorientierten Wohnformen zur Lösung vorhandener Wohnungsnot möglich sind. 
ari


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