Die aktuell veröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik 2023 für Deutschland zeichnet ein klares Bild: Die Wohnungseinbrüche stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 18,1 Prozent auf insgesamt 77819 Fälle. Die geschätzte Schadenssumme durch diese Einbrüche lag bei etwa 330 Millionen Euro. Dem Trend kann durch technische Neuerungen Einhalt geboten werden, denn die Statistik gibt auch wieder, dass fast die Hälfte der Einbruchversuche durch präventive Maßnahmen verhindert werden konnten. Dazu gehören vor allem einbruchhemmende Türen und Fenster.
Sicherheit schaffen durch hohe Widerstandsklassen
Nach Angaben der Polizei benötigen drei Viertel aller Einbrecher nur einen Schraubenzieher, mit dem sie die Fenster oder Türen im Handumdrehen aushebeln können. Daher sind einbruchhemmende Fenster und Türen mit einem hohen Schutz zu empfehlen. Verlassen können sich die Verbraucher auf die sogenannten Widerstandsklassen, die den Einbruchschutz von Fenstern und Türen definieren.
Heute ist es üblich, dass Eigenheime mit einem Einbruchschutz der Widerstandsklasse RC2 ausgestattet werden. Hier unterscheidet man zwischen der Klasse RC2, die sowohl den Rahmen als auch die Verglasung gegen Einbrüche schützt, und der Klasse RC2N, die den gleichen Schutz für den Rahmen bietet, jedoch keine spezielle einbruchhemmende Verglasung erfordert. „Diese Sicherheitsstufen bieten einen soliden Basis-Schutz gegen Einbrüche. Für diejenigen, die ein höheres Sicherheitsbedürfnis haben, ist die Klasse RC 3 eine weitere Option“, erklärt der Geschäftsführer des Verbandes Fenster + Fassaden (VFF) Frank Lange.
Ab Widerstandsklasse RC 2 leisten Fenster und Türen bereits wirksamen Schutz gegen die üblichen Einbruchwerkzeuge Schraubendreher, wie Zangen oder Keile, und halten Einbruchsversuchen für mindestens drei Minuten stand. Die RC 1 schützt hingegen nur gegen Vandalismus durch körperliche Gewalt. „Versuchen die Täter zusätzlich, mit einem zweiten Schraubenzieher und mit einfachem Bohrwerkzeug die Fenster und Türen zu öffnen, ist die Widerstandsklasse RC 3 empfehlenswert“, schließt Lange an. „Denn diese verlangt eine einbruchhemmende Verglasung und erhöht die Widerstandszeit auf fünf Minuten“.
Neben der Berücksichtigung des Einbruchschutzes beim Neubau können Sie auch im Bestand nachrüsten. Bei Fenstern bieten sich abschließbare Griffe, ein An- oder Aufbohrschutz und einbruchhemmende Sicherheitsbeschläge wie Pilzkopfverriegelungen und passende Sicherheitsschließstücke auch bei der Nachrüstung an.
Für den optimalen Einbruchschutz an Türen wird die Verwendung einer Mehrfachverriegelung gemäß DIN 18251, idealerweise mit Stangenverriegelung oder Schwenkhaken, die bereits einen hohen Sicherheitsschutz leisten. msl/VFF
Information
Tag des Einbruchschutzes
Unter dem Motto „Eine Stunde mehr für mehr Sicherheit“ findet der „Tag des Einbruchschutzes“ jährlich am Tag der Zeitumstellung statt, - diese Mal also am Samstag, 26. Oktober. Die dadurch gewonnene zusätzliche Stunde sollen die Bürger nutzen, sich über Einbruchschutz zu informieren und darüber nachzudenken, die Sicherheitsempfehlungen in ihrem Alltag umzusetzen. Mit dem Tag des Einbruchschutzes machen sowohl die örtlichen Polizeidienststellen als auch die Partner der Kampagne mit vielen Aktionen und Informationsveranstaltungen auf die hohe Zahl der Wohnungseinbrüche aufmerksam. msl