Schließen
Um Ihre Registrierung abzuschließen, gehen Sie in Ihr E-Mail-Postfach und folgen dem Link in der Bestätigungsmail. Danach können Sie den Artikel frei lesen. E-Mail erneut senden

Bei Erntedank geht es ums Staunen

Friederike Harbordt.

Friederike Harbordt und Jana Haack betonen für Waldenau-Datum die Schöpfung, Achtsamkeit sowie das Miteinander von Kirchengemeinde und Dorf.

Ob Früchte auf den Feldern oder das Miteinander im Dorf: Wenn die Kreuzkirchengemeinde in Waldenau Erntedank feiert, geht es um weit mehr als einen geschmückten Altar – nämlich um Staunen, Gemeinschaft und Achtsamkeit. Im Interview spricht Vertretungspastorin Friederike Harbordt darüber, warum Danken eine Absage an die Unverbindlichkeit ist, wie das Fest Kirche und Dorfgemeinschaft zusammenschweißt und welchen überraschend aktuellen Impuls Erntedank bereithält. Da es das erste Erntedankfest für die Geistliche in Waldenau ist, stand ihr der Gemeinderat bei einer Antwort zur Seite.

Unternehmen aus der Region

Was ist der Kerngedanke von Erntedank aus theologischer Sicht, jenseits des reinen Dankes für Ernteerträge?

Erntedank heißt, ich ziehe Bilanz. Ich schaue auf all das, was im letzten Jahr gewachsen ist: im Garten, auf den Feldern, bei der Arbeit, in der Familie, in Freundschaften… All dieses Gute um mich herum ist nicht nur einfach da. Es kommt woher. Es kommt – so würde ich es nennen – von Gott. Das bedeutet, ich kann letztlich nicht machen, dass etwas wächst. Ich kann meinen Beitrag leisten, aber ich habe es nicht in der Hand. Ich verdanke mich und das, was ich zum Leben brauche, Gott. Und dafür sage ich DANKE.

Unternehmen aus der Region

Das Danken preist also das Gute, die Güte, aus der alles kommt. Mit jedem Dank für das Brot, das Korn, den Regen und die Sonne sage ich: Das Leben ist gut. Es ist von der Güte geboren.

Welche besondere Rolle nimmt das Erntedankfest im Jahreskreis der Kreuzkirchengemeinde hier in Waldenau ein?

Das Schöne und Besondere an Erntedank ist, dass die Kreuzkirchengemeinde dieses Fest zusammen mit den Menschen im Dorf feiert. Zuerst in der Kirche, dann beim Umzug, bei dem die Kirchengemeinde ihren eigenen Wagen hat. Oder mit den Worten von Jana Haack, Kirchengemeinderatsmitglied der Kreuzkirchengemeinde:

„Erntedank hat für uns als Kreuzkirchengemeinde einen ganz besonderen Platz im Kirchenjahr. Es ist eine schöne Gelegenheit, bewusst innezuhalten und dankbar auf das zu schauen, was uns geschenkt ist. Wir sagen Danke für Gottes Schöpfung, die Ernte und für unsere Mitmenschen. Gleichzeitig ist es ein Fest, das unseren Glauben mit dem Leben und der Dorfgemeinschaft hier in Waldenau-Datum verbindet. Ein Tag voller Freude, Musik, Begegnungen und Gemeinschaft.“

Unternehmen aus der Region

In Zeiten von Klimawandel, Konsumüberfluss und Lebensmittelverschwendung: Welchen gesellschaftlichen oder ökologischen Impuls setzt Erntedank heute?

Bei Erntedank geht es ums Staunen. Dieses Fest will unsere Augen für das Gute im Leben schärfen. Wir sollen das Staunen wieder lernen angesichts dessen, was Gott uns schenkt. Wenn ich über die Himbeeren staune oder mich an der Kastanie freue, dann wird mir auch ihre Einzigartigkeit bewusst. Und letztlich ihre Würde. Ich meine, Erntedank lehrt mich so Demut und Ehrfurcht und stiftet dazu an, die Natur, Lebensmittel und überhaupt all das, was ich habe und was ich oft so selbstverständlich nehme, wertzuschätzen, also: ihm einen Wert beizumessen und infolgedessen achtsamer damit umzugehen und Verantwortung zu übernehmen.

Unternehmen aus der Region

Kai Lehn


Miteinander bildet das Fundament, auf dem unsere Demokratie ruht

<br/>

Liebe Leserinnen und Leser,
der September hat in Pinneberg eindrucksvoll gezeigt, wie lebendig, bunt und vielfältig unsere Stadtgesellschaft ist. Ob beim stimmungsvollen Stadtfest, dem fröhlichen Kindertag, dem inspirierenden Unternehmertreffen oder bei den konstruktiven Beratungen innerhalb unseres Bürgerrats – in den vergangenen Wochen sind unzählige Menschen aus allen Altersgruppen, Berufsfeldern und Kulturen zusammengekommen. Sie haben gemeinsam gefeiert, diskutiert und neue Perspektiven eröffnet. Diese Vielzahl an Begegnungen war unglaublich bereichernd für ganz Pinneberg und hat uns allen vor Augen geführt, wie stark unser lokaler Zusammenhalt ist, wenn wir einander Raum geben. 

Genau dieses Miteinander auf Augenhöhe bildet das Fundament, auf dem unsere Demokratie ruht. Sie lebt von echter Transparenz, Offenheit und einem kontinuierlichen Dialog, bei dem jede Stimme zählt. Nicht von Ausgrenzung, Desinformation und Populismus.

Lassen wir uns von gesellschaftlichen Spannungen und Polarisierungen nicht auseinandertreiben – denn Vielfalt ist und bleibt unsere größte Stärke. In Pinneberg erleben wir jeden Tag aufs Neue, dass funktionierende Bürgerbeteiligung möglich ist, wenn wir aktiv aufeinander zugehen – etwa bei unserer Stadtteilkonferenz in Pinneberg-Nord in der kommenden Woche, wo gemeinsam angepackt wird. Bewahren wir uns diesen Geist der Offenheit und gestalten wir unsere gemeinsame Zukunft weiterhin entschlossen Hand in Hand vor Ort.

Herzlichst, Ihr
Thomas Voerste
Bürgermeister Pinneberg


Meine Favoriten:
Alle Orte: