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Rettung für charismatische Meeressänger

Fotos: David Hammersen/dpa, AdobeStock

Abstand halten, Hilfe holen: Wenn Menschen Seehunde und Kegelrobben am Strand entdecken, gilt es einiges zu beachten.

Wer Amrum und Föhr besucht, trifft auch auf eine der faszinierendsten Tiergruppen der Nordsee: Seehunde und Kegelrobben. Diese charismatischen Meeressäuger, die sich auf Sandbänken ausruhen oder elegant durch die Wellen gleiten, sind besondere Bewohner des einzigartigen Wattenmeer-Ökosystems. Auf Föhr kümmern sich die Aktiven des Robbenzentrums um die Erstversorgung von kranken Tieren, um die Rehabilitation bis hin zur Wiederauswilderung der süßen Meeresbewohner. Auf dem Festland kümmert sich die Seehundstation Friedrichskoog um in Not geratene Tiere.

Ein kurzer Kameraschwenk nach Friedrichskoog: Die Leiterin, Tanja Rosenberger, schnappt sich einen Eimer mit Heringen. Bekleidet mit Wathose und Handschuhen steigt sie in ein Becken und ist bald umringt von kleinen Seehunden. Es ist Fütterungszeit. Rosenberger zieht die toten Fische durchs Wasser, damit die Seehunde lernen, den Fisch zu fangen. Mehr oder weniger geschickt schnappen sich die kleinen Seehunde ihre Beute aus den Händen Rosenbergers. Einige bekommen den Fisch noch ins Maul gestopft, das selbstständige Fressen klappt noch nicht so gut. Später werden die Fische dann nur noch ins Wasser geworfen, um die Seehunde bestmöglich auf das Leben in Freiheit vorzubereiten. Die Szene beschreibt die Fütterungszeit im Sommer 2025 für Dutzende junge Seehunde, die von ihrer Mutter verlassen an den Stränden gefunden wurden und in Friedrichskoog aufgepäppelt und auf die Auswilderung vorbereitet werden.

Unternehmen aus der Region
Aufpäppeln und dann wieder in die Freiheit: Tanja Rosenberger, Leiterin der Seehundstation Friedrichskoog, bereitet mit ihrem Team junge Seehunde in Friedrichskoog für das Leben in freier Wildbahn vor.
Aufpäppeln und dann wieder in die Freiheit: Tanja Rosenberger, Leiterin der Seehundstation Friedrichskoog, bereitet mit ihrem Team junge Seehunde in Friedrichskoog für das Leben in freier Wildbahn vor.

Wieder zurück nach Amrum und Föhr: Menschen sichten immer wieder Seehunde und Robben am Strand, aber ob die Tiere wirklich in Not sind, ist für Laien nicht zu erkennen. Und die Versorgung solcher Tiere darf nur von Experten erfolgen. Daher sollten Menschen, die beispielsweise einen Heuler entdecken, nicht selbst eingreifen, sondern großen Abstand halten und die Polizei, die zuständige Seehundstation oder einen der zuständigen Seehundjäger informieren, wenn dieser bekannt ist. Diese Experten beobachteten die Tiere, denn es könne sein, dass die Mutter doch noch zurückkommt, sagt Rosenberger von der Seehundstation Friedrichskoog. Wenn die Tiere mit den großen Kulleraugen allein bleiben, kümmern sich die Tierschützer um die Versorgung und danach um eine mögliche Auswilderung der Robben und Seehunde.

www.robbenzentrum-föhr.de
www.seehundstation-friedrichskoog.de

Text: Kai Lehn, mit dpa

Was ist zu tun?
Wer einen jungen Seehund entdeckt, sollte Abstand halten, keine Hunde oder Kinder an das Tier heranlassen oder es berühren. Falls bekannt am besten die Seehundjäger, das Robbenzentrum Föhr unter Telefon 0177 3300077, die Seehundstation in Friedrichskoog unter Telefon 04854 1372 oder die Polizei benachrichtigen. Zudem kann auch die kostenlose „Robben-App“ genutzt werden.


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