Es ist längst keine Nische mehr im Lebensmittelhandel: Immer mehr Menschen setzen auf Regionalität, Saisonalität und Frische - vom Verbraucher bis zum Profikoch.
Immer mehr Hofläden, Direktvermarkter und Manufakturen kommen dem Wunsch nach Produkten „von hier“ entgegen, die traditionellen Wochenmärkte erfahren großen Zuspruch. Auch viele Supermärkte haben die Zeichen der Zeit erkannt und regionale Produkte dauerhaft in ihr Sortiment aufgenommen.
Ein wenig Nostalgie spielt da sicherlich hinein, doch hauptsächlich ist es der Wunsch zu wissen: „Wo kommt mein Essen her?“ Ob bio oder konventionell, das Zauberwort heißt „Transparenz“. Wer beim Bauern in der Nähe Einblicke bekommt, wie Nutztiere gehalten werden, fasst Vertrauen. Wer Karotten frisch vom Feld genießen kann, wird Dosenware nur selten verspeisen. Und wer mit Kartoffelsorten von „Afra“ bis „Sieglinde“ auf Du und Du steht, dem eröffnen sich ganz besondere Genusswelten. Ein weiterer Pluspunkt sind die kurzen Transportwege, die eine geringere Umweltbelastung und größtmögliche Frische bedeuten - nicht nur beim Fisch aus heimischen Gewässern.
Vom Rhabarber im Frühling über grüne Bohnen im Sommer bis hin zu Äpfeln im Herbst und Feldsalat im Winter kann sich der regionale Genießer von Saison zu Saison futtern. Jetzt im Herbst gibt es eine Fülle an frischem Obst und Gemüse, die sich in der Küche wiederspiegelt. Sogar Feinschmecker wissen heutzutage Rübenmus und Grünkohl zu schätzen, probieren neugierig kräftig gewürzte Kürbisgerichte und genießen Birnen, Bohnen und Speck. bsi
Reifegas im Obstkorb
Oft packt man all die Früchte nach dem Einkauf einfach zusammen in den Obstkorb. Doch das kann für ein Problem sorgen. Nämlich dann, wenn sogenannte klimakterische Früchte dabei sind.
Klimakterisch ist ein komplizierter Begriff für einen Zusammenhang, der eigentlich recht einfach ist. Dahinter steckt, dass die Früchte nach der Ernte weiter reifen, erklärt Daniela Krehl, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale. Ihren vollen Geschmack entfalten sie auf dem Transport, in Reifekammern, oder bei einem selbst zu Hause. Dabei produzieren sie das Reifegas Ethylen.
Die Verbraucherzentrale nennt als Beispiele Äpfel, Birnen, Aprikosen, Pfirsiche, Nektarinen, Avocados, Bananen, Kiwis, Mangos und Pflaumen.
Warum Früchte getrennt lagern?
Diese Früchte geben das Reifegas Ethylen auch in die Luft ab. Legt man also die Äpfel zu den bereits vollreifen Birnen, reifen die Birnen schneller weiter - und werden damit auch umso schneller schlecht. Wer das vermeiden will, lagert das Obst also besser getrennt.
Daniela Krehl gibt einen Tipp, den sie selbst im Alltag nutzt: Wenn sie eine noch harte Avocado hat, legt sie andere klimakterische Früchte daneben. Das beschleunigt die Reifung der Avocado, sie wird früher genießbar. dpa-mag