GARDING. In ihrem zauberhaften Garten feierten Freunde und Bekannte der Puppenspielerin Marianne Vocke Ende August ihr Puppenbühnen-Jubiläum. Von der K&W-Academy (benannt nach den Gründern Thomas Kuhn und Christine Wahn) erhielt sie eine Ehrenurkunde. Bei Sonne spannte Thomas Kuhn einen großen Sonnenschirm auf, noch ein paar Gartenstühle wurden herbeigeholt, und dann gab es eine Lobrede für die etwa 80-jährige bescheidene, kleine Puppenspielerin.
Vor gut 30 Jahren hatte sie in St. Peter-Ording damit angefangen, Kurse im Puppenbau zu geben. „Aberin ihrem ersten Leben, wenn ich das so sagen darf, hatte sie eine musikalische Ausbildung absolviert“, erklärte Kuhn. Marianne Vocke studierte Gesang bei einem Opernsänger und am Konservatorium in Nürnberg. In der Schweiz lernte sie dann eine Puppenspielerin kennen, die in ihr die Begeisterung für dieses Metierweckte. Fortan baute sie jeden erdenklichen Charakter als Stabpuppe. Unzählige! So dass sie einige verkaufen musste. Trotzdem ist ihre Wohnung voll mit Puppen.
Nach Thomas Kuhn trat Christina Wahn auf den Plan beziehungsweise auf die Rasenfläche und überreichte der kleinen Künstlerin die gerahmte Ehrenurkunde als „Selbermacherin des Jahres“. Das ist eine neue Erfindung der K&W-Academy in Garding, eine Auszeichnung, die ab sofort einmal im Jahr verliehen werden soll. Genau wie vor 30 Jahren, spielte Marianne Vocke dann mit ihren selbstgemachten Puppen das Märchen „Hase und Igel“, angereichert durch Maulwurf, Maus und Krähe. Zwischen einzelnen Szenen: Musik. Chorgesungene Volkslieder, die ironisch mit der Handlung einhergingen: Etwa „Das Wandern ist des Müllers Lust“, als es um das Wettrennen ging, oder „Häschen in der Grube“, nachdem der Hase danach völlig ausgepowert war. Applaus!
Als der Regen dann einsetzte, begab sich die Festgesellschaft in Marianne Vockes Wintergarten, um hier dem Trio „Tradjig“ zu lauschen. Familie Westphal an der Harfe, der Querflöte und der Viola spielte Irish Folk und verwandte Kompositionen. ari