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Prof. Dr. Swaantje Grisanti: Moderne Glaukom-Therapie mit Mikro-Stents

Prof. Dr. Swaantje Grisanti arbeitet mit modernsten Operationsverfahren und innovativer Technik auf höchstem universitätsmedizinischem Niveau. Fotos: UKSH

Neue Wege in der Glaukomtherapie: Eine innovative Methode hilft bei Grünem Star

Das Glaukom, auch Grüner Star genannt, gehört zu den weltweit häufigsten Erblindungsursachen, wobei der Sehnerv durch einen dauerhaft erhöhten Augeninnendruck irreparabel geschädigt wird. „Der Augeninnendruck ist zu hoch im Verhältnis zur Durchblutung des Sehnervs. Dies entsteht meist durch eine Abflussbehinderung des Kammerwassers“, erklärt Prof. Dr. Swaantje Grisanti, Oberärztin der Klinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck. Unbehandelt entwickelt sich durch die chronische, schleichend voranschreitende Erkrankung eine zunehmende Verminderung der Sehfähigkeit. Schlimmstenfalls kommt es zur Erblindung.

Die Ursachen für ein Glaukom sind multifaktoriell, so die Expertin. Mitverantwortliche Faktoren können genetisch oder altersbedingt sein, aber auch diabetische Veränderungen oder ein Trauma des Auges können eine Rolle spielen. Wenn sich ein Glaukom bemerkbar mache, etwa durch Gesichtsfeldausfälle, sei es bereits weit fortgeschritten.

Die Behandlungsmöglichkeiten haben sich in den vergangenen Jahren durch neuartige bildgebende Verfahren, verbesserte Augentropfen und innovative Operationsmethoden erweitert. „Je früher die Therapie ansetzt, desto eher kann man das Glaukom zum Stillstand bringen“, sagt Prof. Dr. Swaantje Grisanti.

Zu den Therapieoptionen zählen unter anderem minimalinvasive Operationsmethoden: Unter Verwendung von Medizintechnik der neuesten Generation werden winzige Mikro-Stents ins Auge implantiert, die den Abfluss des Kammerwassers wieder ermöglichen und so den Augeninnendruck senken. Diese Eingriffe werden auch als „Mikroinvasive Glaukomchirurgie (MIGS)“ bezeichnet. Die Augen-Chirurgin: „Der Eingriff dauert nur wenige Minuten und ist besonders schonend für die Augen. Er kann beispielsweise dann in Erwägung gezogen werden, wenn Augentropfen dem oder der Erkrankten nicht mehr ausreichend helfen oder nicht vertragen werden.“

Ein Mikro-Stent leitet überschüssiges Augenwasser ab und senkt so den Augeninnendruck. istar Medical
Ein Mikro-Stent leitet überschüssiges Augenwasser ab und senkt so den Augeninnendruck. istar Medical

Es handelt sich bei den mit bloßem Auge kaum erkennbaren Mikro-Stents um eine Methode mit geringer Komplikationsrate und einer schnellen Rehabilitation, sodass die Operierten nach dem Eingriff rasch wieder in ihren Alltag entlassen werden können.

„In der Therapie wie auch in der Forschung beschreiten wir neue Wege in der Glaukom-Behandlung. Modernste Medizintechnik, innovative Operationsmethoden und das direkte Einfließen von Forschungsergebnissen garantieren unseren Glaukom-Patientinnen und -Patienten eine Spitzenbehandlung auf aktuellem Stand“, sagt Prof. Dr. Swaantje Grisanti abschließend.

► Informationen: Universitätsklinikum Schleswig-Holstein; www.uksh.de/augenklinik-luebeck


Bindehaut entzündet: Vorsicht bei Neurodermitis

Neurodermitiker sollten mit einer Bindehautentzündung schnell zum Augenarzt gehen. Denn sie können an einer schweren Form der Bindehautentzündung erkranken, erklärt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG). Unbehandelt kann die Krankheit die Hornhaut und damit das Sehvermögen schädigen.

Wichtig ist, erste Anzeichen der sogenannten atopischen Keratokonjunktivitis (AKK) zu erkennen. Zunächst äußert sie sich wie eine normale Bindehautentzündung: Die Augen sind gerötet, jucken und tränen, die Lider sind geschwollen und man hat ein Fremdkörpergefühl im Auge. Bei einer AKK sind die Symptome aber meist sehr heftig und die Lidkante ist oft verdickt, das untere Augenlid schuppt sich oder ist faltig. Trotz Pflege bessert sich der Zustand nicht. Reiben sich vor allem Kinder durch das Jucken viel die Augen, erhöht sich die Gefahr, dass die Hornhaut geschädigt wird. Bei schweren Verläufen können Geschwüre entstehen oder Blutgefäße einwachsen. Der Augenarzt untersucht, um was für eine Art Bindehautentzündung es sich handelt. Bei einer AKK muss der Lidrand täglich vorsichtig mit feuchten Wattepads oder -stäbchen gereinigt werden, danach wird eine Wärmemaske aufgelegt. Gele oder Tränenersatzmittel helfen gegen Trockenheit und Juckreiz. Auch Augentropfen kann der Arzt verschreiben. dpa

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