Schonmal von den Hünjmots“ gehört? So bezeichneten die Amrumer einst die Pilze, die sie in ihren Wäldern - fanden als „, Hundemütze“. Egal ob Champignons oder Butterpilze - alle hießen Hünjmots. Daher kann man heute nicht genau sagen, welche Arten vor der Aufforstung auf Amrum sprossen. Und auch die Pilzarten, welche seitdem auf der Insel ins Körbchen wandern, wurden lange nicht gezählt. Erst durch zwei Kurgäste wurden vor etwa 40 Jahren auf der Insel rund 80 Arten ermittelt.
Der Steinpilz ist eine davon. Auf Amrum wächst der schmackhafte Speisepilz gern in den Dünen, vor allem auf den charakteristischen Rundhügeln in den Tälern. Oft steht hier gleich ein halbes Dutzend beieinander. Bei den Amrumer Steinpilzen handelt es sich vermutlich um Einwanderer aus England: entstanden aus dem Porenstaub, der bei Westwindstürmen von dort herüberweht.
Pfifferlinge sind seit Anfang des Jahrhunderts immer seltener geworden. Das könnte mit dem Anwachsen der Heringsmöwenkolonien in Zusammenhang stehen. Denn deren Kot und eingeschleppte Seetiere haben die Bodenqualität und die Pflanzenwelt verändert. Der Pfifferling findet daher keine geeigneten Bedingungen mehr vor.

Auf Viehweiden wachsen Wiesenchampignons - und nach regenreichen Sommern besonders viele. Seit einigen Jahre leuchten hier auch die bis esstellergroßen Hüte des Anis-Egerling (Agaricus arvensis). Er hat allerdings nicht den feinen Geschmack seines kleineren Verwandten. Am auffälligsten ist die Amrumer Pilzflora natürlich im Inselwald. Hier finden Pilzliebhaber viele Speisepilze wie Maronen, Birkenpilze, Rotkappen, Butterpilze und weitere essbare Röhrlinge. Bevor diese aber in der Pfanne landen, sollte man abklären, ob diese tatsächlich genießbar und nicht etwa giftig sind.
Übrigens: Manchmal stehen die Pilze nicht einfach in der Landschaft herum, sondern formen den sogenannten Hexenoder Feenring, der einen Durchmesser von bis zu zehn Metern erreichen kann. Ein Hexenring kann viele Jahre alt werden und entsteht, wenn sich das unterirdische Myzel strahlenförmig in alle Richtungen ausbreitet. Sein Name geht auf den mittelalterlichen Volksglauben zurück, dass die kreisförmigen Gebilde Versammlungsorte von Hexen und Feen seien. Weltweit sind etwa 60 Pilzarten bekannt, welche Hexenringe bilden können. Am häufigsten tut dies in unseren Gefilden der„Mönchskopf“, oder - wie der Amrumer einst zu sagen pflegte ein Hünjmots. -
Text: Silke Kurtz