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Pilgern rund um Todenbüttel mit Pastor Lutz Thiele

Pilgerbegeisterter Pastor: Lutz Thiele vor der Dreieinigkeitskirche in Todenbüttel, die am 18. Januar als Startpunkt für das erste „Pilgern rund um Todenbüttel“ dienen wird. Foto: Hans-Jürgen Kühl

Start am 18. Januar nach Gottesdienst, fünf Kilometer Pilgerstrecke mit fünf bis sechs Stationen, Impulse zum Nachdenken und Möglichkeit zum Austausch

Das Pilgern ist für Pastor Lutz Thiele „eine sehr spirituelle Erfahrung, bei der man zu sich selbst kommen und Ruhe finden kann“. Vor 13 Jahren sammelte der Vertretungspastor der Kirchengemeinde Todenbüttel seine allerersten Pilgererfahrungen: „Ich bin immer schon furchtbar gern gewandert, und als ich einer Kollegin davon erzählte und wir nach neuen Kooperationsmöglichkeiten suchten, war die Idee einer gemeinsamen Pilgerreise geboren.“ Der gebürtige Bonner war 2012 Pastor in der Kirchengemeinde Sterley im Herzogtum Lauenburg. Seine erste Pilgertour ging zum Elisabethpfad 2, wo er die erste Hälfte der 193 Kilometer von Eisenach nach Marburg bewältigte. 2015 wechselte er nach Plön und veranstaltete dort jährliche Pilgerreisen. „Die dauerten jeweils eine Woche, und in dieser Zeit sind wir 100 bis 120 Kilometer gewandert“, erzählt Thiele. 

Zusammen mit einem Ehrenamtlichen veranstaltete er in seiner Plöner Zeit außerdem monatliche Pilgertouren mit Distanzen von 15 bis 24 Kilometern. „Das dritte Format, das wir angeboten haben, war das Pilgern durch die Jahreszeiten: einmal im Quartal, viermal im Jahr, den gleichen fünf Kilometer langen Weg durch Plön mit mehreren Stopps und Impulsen zum Nachdenken über den jahreszeitlichen Wandel und andere Themen.“ Ist er auch schon auf dem berühmten Jakobsweg gepilgert? „Ja, 2019, zu Fuß in neun Tagen die letzten 140 Kilometer nach Santiago de Compostela, im Rahmen einer Pilgerreise in Kooperation mit der Kirchengemeinde Basthorst.“ Vor einem halben Jahr war Thiele mit 21 Mitpilgern auf dem portugiesischen Jakobsweg unterwegs: „Da sind wir in einer Woche 120 Kilometer weit ganz wunderbar an der Atlantikküste entlanggepilgert.“

Die Pilgerreise durch Portugal war eine von Thieles letzten Aktivitäten als Pastor von Plön. Mitte Juli stellte er sich dann in seiner neuen Kirchengemeinde Todenbüttel bei einem Gottesdienst vor. „Seitdem hab ich eine Doppelstelle: eine halbe Stelle in der Personalentwicklungsplanung beim Kirchenkreis und eine halbe Stelle als Vakanzvertretung in Gemeinden, wo gerade Not am Mann oder an der Frau ist.“

In Todenbüttel ist „Not am Mann“, seit sich Pastor Christoph Rothe am 15. Juni in den Ruhestand verabschiedet hat. Todenbüttel ist die erste Kirchengemeinde mit einer einzigen Pfarrstelle im Kirchenkreis, in der diese Stelle nicht wieder neu besetzt wird. „Das war natürlich ein Schock für die Menschen hier, als sie das mitgekriegt haben, und es hat etwas gedauert, bis man verstanden hat, dass das real werden wird.“ Die Fusion mit der Kirchengemeinde Hohenwestedt zum 1. Januar 2027 ist beschlossene Sache. In Todenbüttel habe er sozusagen„beide Hüte auf“, meint Thiele: „In meinem Amt bei der Personalentwicklungsplanung des Kreises berate ich die Gemeinde beim Fusionsprozess - und gleichzeitig führe ich hier bis zur Fusion als Vertretungspastor Gottesdienste und Amtshandlungen wie Trauerfeiern durch.“ Um den Konfirmandenunterricht kümmert sich bereits Pastor Oliver Opitz aus Hohenwestedt, der auch schon den Vorsitz im Todenbütteler Kirchengemeinderat übernommen hat.

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Thiele möchte seine vielfältigen Pilgererfahrungen - gern in seine neue Gemeinde miteinbringen. Am 18. Januar feiert das „Pilgern rund um Todenbüttel“ seine Premiere. „Da wollen wir nach dem Gottesdienst also gegen 11 Uhr - eine kleine Schleife durch die Gemeinde pilgern.“ Distanz: fünf Kilometer. Dauer: zwei Stunden. „Man muss sich nicht anmelden; wer Lust hat, kann mitwandern.“ Empfehlenswert seien „robuste Schuhe“. Geplant seien „fünf oder sechs Stationen, wo wir anhalten und spüren wollen, wie die Natur zu uns spricht“, kündigt Thiele an: „Es wird ein Leitthema geben und dazu dann kleine Impulse, über die man nachdenken und sich mit anderen austauschen kann.“ Der pilgerbegeisterte Pastor ist gespannt, „wie dieser Termin angenommen wird - vielleicht entwickelt sich daraus ja ein regelmäßiges Angebot“.

Hans-Jürgen Kühl


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