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Mit Heimvorteil in den OstseeMan 2025 gestartet

Debütantin: Franziska Anderẞen aus Steinbergkirche hat sich intensiv auf ihren ersten Start über die Triathlon-Langdistanz vorbereitet. Fotos: Niels-Peter Binder

Vier Frauen und 15 Männer aus der Region Flensburg wagen sich am Sonntag auf die Triathlon-Langdistanz – mit viel Vorbereitung, großen Zielen und der Unterstützung des heimischen Publikums.

GLÜCKSBURG Der OstseeMan lockt Athleten aus mehreren Nationen und fast allen Bundesländern an, die einen langen Weg auf sich nehmen, um das besondere Gefühl eines Langdistanz-Triathlons im und am Meer erleben zu können. Wer rechtzeitig anreist oder wer regelmäßig an der Ostsee zu Gast ist, kann sich mit den Besonderheiten der Schwimmstrecke in der Förde und der anspruchsvollen Radstrecke durch das nördliche Angeln natürlich auch kurz vor dem Start vertraut machen und weiß, was am Sonntag auf die Aktiven wartet.

„Der Start vor heimischem Publikum motiviert mich sehr.“
Franziska Anderẞen Triathletin vom STV Sörup

Wenn man aber in der Region zu Hause ist, kann man zusätzlichen auf einen Heimvorteil setzen. Wind und Wetter an der Küste sind ebenso vertraut wie die Details der Strecken. Zudem können die Athleten aus der näheren Umgebung darauf setzen, dass unter den Fans am Streckenrand einige bekannte Gesichter sein werden.

Rund jeder Zehnte der rund 200 Startenden auf der Langdistanz (3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren, 42,195 Kilometer Laufen) kommt aus Flensburg oder den angrenzenden Kreisen Schleswig-Flensburg und Nordfriesland. Langer Wettkampf - kurze Anreise: Das soll für vier Lokalmatadorinnen und 15 angehende „Eisenmänner“ aus dem Norden das Erfolgsrezept sein. Neben erfahrenen Sportlern, die bereits wissen, wie es sich anfühlt, 226 Kilometer in drei Disziplinen zu absolvieren, animiert der OstseeMan jedes Jahr Debütanten dazu, die an-spruchsvolle sportliche Herausforderung in Glücksburg anzunehmen.

Franziska Anderẞen gibt ihr Debüt

Zu diesen gehört auch Franziska Anderßen vom STV SÖrup. Kurz nach ihrem 45. Geburtstag möchte die Athletin aus Steinbergkirche austesten, ob Kopf und Beine fit genug sind für die gigantische Distanz. Über Monate hat sich die vierfache Mutter auf den sportlichen Höhepunkt vorbereitet und dabei versucht, mit klugem Zeitmanagement die Familie, ihren Beruf als Erzieherin und den Sport unter einen Hut zu bekommen. Ihr Training fand oft in den frühen Morgenstunden statt und viele Alltagswege hat sie mit dem Radtraining verknüpft. „Ob ich jetzt fit für die Langdistanz bin, kann ich schwer einschätzen. Es braucht einen perfekten Tag, an dem alle Zahnräder ineinander greifen. Aber der Start vor heimischem Publikum motiviert mich sehr“, erklärt Franziska Anderẞen voller Vorfreude. Vor ihrem Debüt steht auch ihre Söruper Vereinskameradin Renate Stult. Wie emotional sich der Zieleinlauf bei der ersten Langdistanz anfühlen kann, hat Kirsten Kascheike vom Borener SV im Vorjahr erlebt. Nun möchte sie die gleiche Distanz erneut in Angriff nehmen.

Unternehmen aus der Region

Ise Ommen für WM qualifiziert

Über die größte Langdistanz-Erfahrung unter den einheimischen Athletinnen verfügt Ilse Ommen von den TriAs Flensburg. Die besonders auf dem Rad herausragende Flensburgerin hat den OstseeMan und auch andere IronMan-Wettkämpfe bereits erfolgreich bestritten. Im Vorjahr gelang ihr beim IronMan-Wettbewerb in Hamburg als Zweite ihrer Altersklasse W55 in der starken Zeit von 10:34:37 Stun-den sogar die Qualifikation für die IronMan-Weltmeisterschaft.

Schafft es Fabian Sommer unter neun Stunden?

Mit Zuversicht und klaren Ambitionen möchte am Sonntag der Flensburger Fabian Sommer sein Langdistanz-Debüt beim OstseeMan angehen. Der 27-Jährige von den TriVelos Flensburg lässt Freunde und Interessierte über die sozialen Medien seit seinem Trainingsauftakt täglich an seinem auf 213 Tage angesetzten Vorbereitungsprogramm teilhaben. Jeden Tag gibt er dabei in Bild und Ton Einblick in seine morgendlichen Schwimmeinheiten oder Läufe sowie Radausfahrten und Testwettkämpfe. Und jeden Tag spricht er dabei seine Zielsetzung klar aus und zählt herunter „auf dem Weg zur Langdistanz unter 9 Stunden“. Seinen ersten Triathlon hat Sommer vor drei Jahren bestritten und dabei sofort gemerkt, dass dieser Sport genau „,sein Ding“ ist. Nun ist die Zeit reif für die legendenreichste Herausforderung dieses Sports.

Nach dem Formtest zuletzt beim Rennen der Triathlon-Regionalliga in Stuhr bei Bremen fühlt sich Fabian Sommer fit für den Tag der Tage. „Die Beine haben sich gut angefühlt und das war eine schöne Bestätigung für den OstseeMan“, erklärte Sommer. Sollte er seinen Plan umsetzen können und die 226 Kilometer lange Distanz wirklich unter neun Stunden hinter sich bringen, dürfte Sommer auch ganz vorn im Feld mitmischen können.

Benjamin Haas feiert Comeback

Ganz dicht dran an einem IronMan unter neun Stunden war auch schon einmal Benjamin Haas vom SV Enge-Sande, der 2022 bei seinem Debüt in Hamburg nur 9:05:08 Stunden benötigte. Im Vorjahr hatte sich der Nordfriese für den OstseeMan viel vorgenommen, stand dann am Wettkampftag aber nicht am Kurstrand im Starterfeld, sondern fand sich im Krankenhaus wieder. Sechs Wochen lang lag der 37-Jährige mit dem GuillainBarré-Syndrom, einer seltenen Nervenkrankheit, in der Klinik und konnte längere Zeit nicht selbstständig gehen. Inzwischen ist Haas geheilt und auch wieder fit. „,Es ist unglaublich schön, an der Startlinie stehen zu dürfen. Ende 2024 hatte ich noch nicht damit gerechnet, dass das möglich ist. Ich bin gespannt, was dabei rumkommt“, sagt er.


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