Seit 2019 sind die Nortorfer Gemeinschaftsschule und die Yonso Project Model School (YPMS) in der Ashanti-Region in Ghana Partnerschulen. Bereits 2018 besuchte der Schulgründer Kwabena Danso die Gemeinschaftsschule in Nortorf, um sich über das deutsche Schulsystem und insbesondere über diese Schule zu informieren.
Aus der Fahrradfabrik ins Klassenzimmer
Danso zeigte sich schon damals beeindruckt von den schulischen Möglichkeiten in Nortorf. Die Yonso Project Model School wurde im Umfeld einer ghanaischen Fahrradfabrik, die Fahrradrahmen aus Bambus herstellt, gegründet. Unterstützt wurde und wird das Schulprojekt von dem Kieler Unternehmen my Boo, das geschäftliche Kontakte zu der Fahrradfabrik unterhält. Im Februar 2019 erfolgte ein Gegenbesuch der Nortorfer in Ghana. Der damalige Schulleiter Timo Off und der Pädagoge Patrick Baade reisten als Teil einer neunköpfigen Reisegruppe rund um die Schulgründer nach Ghana, um sich vor Ort ein Bild von der noch im Bau befindlichen Partnerschule zu machen.
Im September 2019 startete dann der Schulbetrieb in der Partnerschule in Ghana. Mittlerweile hat die Schule 850 Schüler und ist mit ihrer Größe in etwa mit der Nortorfer Gemeinschaftsschule vergleichbar. Im Frühjahr 2024 erfolgte ein weiterer Besuch von drei Lehrkräften der Yonso Project Model School in Nortorf.
Das Ziel dieses Besuches war es, verschiedene Aspekte des deutschen Bildungssystems kennenzulernen. Daher wurde in Unterrichtsstunden an der Gemeinschaftsschule hospitiert sowie der evangelische Kindergarten, die Nortorfer Grundschule und das Förderzentrum Schule an den Eichen besucht.
In diesem Jahr erfolgte ein weiterer Besuch einer Gruppe aus Ghana, bestehend aus drei Lehrkräften sowie vier Schülern im Alter von 12 bis 14 Jahren. Untergebracht waren die Schüler in Gastfamilien Gleichaltriger der Gemeinschaftsschule. Auf dem Programm standen außer dem täglichen Unterricht auch Ausflüge in Nortorf und Umland.
Auf die Frage, wie es ihnen in Deutschland gefällt, antwortete Kwadwo Danso (14): „Es war eine spannende Zeit. Es gab viel zu erleben und unsere Gastgeber hatten ein tolles Programm für uns erstellt. Besonders die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit und auch der Umgang mit Landkarten waren eine neue Erfahrung für uns.“ Die Stadt in Afrika hat ungefähr die Größe von Nortorf, somit konnten die Schüler beide Regionen gut miteinander vergleichen.
Frank Afflerbach