Niebüll bekommt am Rathausplatz eine neue Begegnungsstätte für alle Mitbürger. Dazu wurden die ehemaligen Räume der Commerzbank komplett umgestaltet. Das Bauwerk mit seiner unverkennbaren Pergola ist ein echtes Schmuckstück geworden, das innen und außen wertig gestaltet wurde – mit viel Ideenreichtum, Frische und Mut zur Farbgebung. Der neue Bürger-Treff soll künftig ein buntes Programm mit vielen Events, Vorträgen oder Kursen ermöglichen. Die Umbaukosten von 1.100.000 Euro umfassen das Erdgeschoss, die Entkernung des Dachgeschosses sowie die Wiederherstellung beziehungsweise Sanierung der Gründächer. Die Stadt zahlt davon ein Drittel. Bürgermeister Thomas Uerschels ist froh über die Fortschritte und betont, dass der Treffpunkt ein echtes Highlight für Niebüll wird.
Der Entwurf des Niebüller Architekten Oliver Jensen verbindet sich gelungen mit dem Ensemble des Rathauses und passt sich optisch harmonisch, unaufdringlich und behutsam in das Stadtbild ein. Der einladende Eingangsbereich mit Windfang führt in ein zentrales Foyer, das alle Nutzungsbereiche erschließt und selbst als Begegnungsfläche dient. Ein wesentlicher Vorteil ist die Öffnung zum Rathausplatz, die für ein Maximum an natürlicher Belichtung und Außenkontakt sorgt, da sich speziell der große Saal direkt am Platz befindet.
Für ein flexibles Angebot bei unterschiedlichen oder gleichzeitigen Veranstaltungen hat der Architekt eine variable Raumnutzung der drei Säle vorgesehen. Wie Frank Schaarschmidt vom Bauamt erläutert, können die beiden größeren Säle durch eine mobile und schallgedämmte Trennwand für parallele Termine getrennt oder als ein großer Saal für 70 bis 80 Personen genutzt werden. In die Säle eingebaute offene Garderobenschränke aus optisch angenehmem Holz sorgen für ein ansprechendes Ambiente. Eine breite Schiebetür separiert eine angrenzende Teeküche, die über einen eigenen Ausgang ein Catering bei gleichzeitiger Nutzung ermöglicht. Hier sorgt eine maritim anmutende, fantasievolle Farbgebung für ein tolles Flair. Komplett neu sind die bauordnungsrechtlich notwendigen WC-Anlagen, die schnell über den Flur zu erreichen sind. Der dritte Raum wird über ein verlängertes Oberlicht natürlich belichtet und kann als Bewegungsraum für Yoga oder für Kleingruppen wie Spielerunden genutzt werden.
Das Äußere der früheren Bankfiliale bekommt mit einer filigranen und später begrünten Pergola eine fast südländisch anmutende Ansicht. So behält das denkmalgeschützte Gebäude der Stadtbücherei wie auch das Rathaus seine prägende Wirkung. Der neue gemeinsame Eingang von Begegnungsstätte und Stadtbücherei ist öffentlichkeitswirksam zum Rathausplatz erkennbar. Ein geplanter Eingangsvorbau ermöglicht zudem per Durchbruch am früheren Standort des Bankautomaten eine direkte Verbindung zur Stadtbücherei über eine Automatiktür.
Büchereileiterin Maren Mumme begrüßt diese Lösung ausdrücklich, da sich Veranstaltungen konzeptionell hervorragend kombinieren lassen. Neben der Barrierefreiheit ist auch die gemeinsame Toilettennutzung ein deutlicher Pluspunkt, der zur spürbaren Aufwertung der Innenstadt beiträgt.
Am verkaufsoffenen Sonntag, 20. September, ist von 11 bis 16 Uhr Tag der offenen Tür für einen ersten Einblick. Die Veranstaltungen der Begegnungsstätte laufen in diesem Monat noch an alter Stätte.
Arndt Prenzel