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"Mittelbrücke wird Neugierde wecken"

Im März 2023 hat der Bau der 150 Meter langen neuen Mittelbrücke begonnen – nun steht die Einweihung bevor. Fotos: HC Hagemann

Bürgermeister Uli Hess sieht in dem Millionenprojekt einen neuen touristischen Impuls. Eröffnung am 16. August

 Im März 2023 fiel der Startschuss für den Bau der neuen Mittelbrücke in Wyk. Jetzt wird das neue Bauwerk offiziell eröffnet. Am Freitag, 16. August, ist unter anderem Staatssekretärin Julia Carstens als Vertreterin des Landes Schleswig-Holstein zu Gast. Der Wyker Bürgermeister legt unterdessen Wert auf ein „bodenständiges Fest“, das das Motto „Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne“ trägt.
„Dass dieses Projekt eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen wird, war uns bewusst auch aufgrund schlechter Wetterlagen und der Gezeiten“, sagt Uli Hess im Gespräch mit unserer Redaktion. Umso mehr freut sich das Wyker Stadtoberhaupt, dass das symbolische Band am 16. August endlich durchschnitten werden kann. Nach einem zunächst offiziellen Teil, bei dem unter anderem Staatssekretärin Julia Carstens, Vertreter der ausführenden Baufirma HC HC Hagemann und auch Uli Hess zu Wort kommen werden, wird die Mittelbrücke im direkten Anschluss, gegen 11.30 Uhr, erstmals auch für Insulaner und Gäste freigegeben.

Trachtengruppe und Hiphop-Formation
Getreu des Mottos „Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne“ werden unter anderem Trachtengruppen von Föhr auftreten - das moderne Pendant dazu: der Auftritt einer Hiphop-Formation. Eine Bilderausstellung von Harald Bickel zeichnet mit rund 20 Motiven die Entstehung der Mittelbrücke nach. Auf Interesse dürften auch die Führungen stoßen: In der Zeit von 14 bis 17 Uhr bringen Mitarbeiter der Firma HC Hagemann Brückenkonstruktion und Co. näher. Für die Kids steht Maike Moin mit einem Programm aus Spiel und Spaß bereit. Musikalisch wird es ab 17 Uhr: zunächst mit Musik eines DJs; später, ab 20 Uhr, dann mit dem Auftritt einer Band.

Vorbilder Kühlungsborn, Binz und Zingst
„Wir sind unglaublich froh, dass wir die Mittelbrücke noch in dieser Saison an Insulaner und Gäste übergeben können und all den - Gästen am 16. August zeigen können, was diese neue Attraktion zu bieten hat“, so Hess. Der Bürgermeister sieht die neue Mittelbrücke zudem als „touristischen Impuls“. Das hätten auch die Erfahrungen an der Ostsee gezeigt: ob Kühlungsborn, Binz oder Zingst – sie alle sind zum Anziehungspunkt geworden. - „Deshalb gehen auch wir davon aus, dass die neue Mittelbrücke die Neugierde wecken wird“, ist sich Hess sicher. Nicht zuletzt stehe diese Attraktion auch in Verbindung mit der Kurabgabe. „Die erheben wir und müssen dem Gast deshalb auch etwas bieten“, sagt Hess. 

Jessica Höffner


Nur drei Stimmen gegen Häckel-Aus

Bürgermeister-Krise: Sylter Gemeinderat beschließt Abwahlverfahren

Wolfgang Barth
Wolfgang Barth

Es ist entschieden: Die Bürger der Gemeinde Sylt werden am 29. September darüber abstimmen, ob der erkrankte Nikolas Häckel (parteilos, Foto) Bürgermeister bleiben soll oder abgewählt wird. Das hat die Gemeindevertretung am Donnerstag beschlossen. Für die Einleitung des Abwahlverfahrens stimmten 26 von 30 anwesenden Gemeindevertretern. Heike Werner und Gernot Westendorf (beide SSW) stimmten dagegen ebenso wie Ute Häßler von den Grünen, die zuvor eine namentliche Abstimmung beantragt hatte. Thomas Urmersbach (Die Grünen) enthielt sich.
Westendorf begründete nach der Sitzung auf Anfrage unserer Zeitung sein „Nein“ so: „Der Bürgermeister ist ein Mensch, der über seinen Einsatz für die Gemeinde Sylt krank geworden ist. 

Das sollte uns allen zu denken geben. Perfekt ist keiner. Fehler machen wir alle. Und es gibt kein Disziplinarverfahren gegen ihn.“ Westendorf hätte sich gewünscht, dass man Häckel die stufenweise Wiedereingliederung ermöglicht hätte, wie er es beantragt hatte. Der Hauptausschuss als Dienstherr des Bürgermeisters hatte das allerdings abgelehnt, weil Häckel eine mehrfach angeforderte ärztliche Einschätzung nicht geliefert hatte.

Mängel in der Kommunikation
In einem weiteren Mehrheits-Beschluss wurde Häckel mit 25 Ja-Stimmen verboten, seine Dienstgeschäfte fortzuführen, solange über seine Abwahl nicht abgestimmt wurde. Bereits gestern Morgen soll er Dienstgeräte und anderes im Rathaus abgegeben haben. Zur Begründung für das Abwahlverfahren verlas Bürgervorsteher Andreas Dobrzinski (CDU) in der Sitzung eine Erklärung, die von den fünf Fraktionen (außer SSW) verfasst worden war.  Darin werden Häckel „schwerwiegende Fehler in der Amtsführung“ attestiert, die ein Abwahlverfahren „alternativlos“ machten.

 Häckel wird etwa die seit Jahren bestehende Haushaltskrise angelastet, die der Insel „großen Schaden zugefügt“ habe. Darüber hinaus wurde die mangelnde Kommunikation des hauptamtlichen Bürgermeisters kritisiert. Wichtige Entscheidungen seien von Häckel getroffen worden, ohne die Politik zu informieren oder in die Entscheidungsfindung einzubinden. Auch ist in der Begründung von Mängeln in der Personalführung die Rede. Die Organisationsstruktur in der Inselverwaltung sei geprägt durch „persönliche Befindlichkeiten des Bürgermeisters“. Das Vertrauensverhältnis zum Bürgermeister sei„nachhaltig gestört“.

Amtsarzt: Häckel ist dienstfähig
Dr. Trutz Graf Kerssenbrock, Häckels Anwalt, der an der Sitzung teilnahm, stellte als Erstes die Rechtmäßigkeit der Beschlüsse infrage, da Häckel erst am Donnerstagmorgen um 9.04 Uhr über die Sitzung informiert und eingeladen worden sei. Diese Behauptung dementierte nach der Sitzung Dr. Bernd Hoefer, Anwalt der Gemeinde Sylt. Sowohl Häckel als auch Kerssenbrock seien frühzeitig informiert, eingeladen worden und hätten die Möglichkeit gehabt, eine Stellungnahme abzugeben. Unserer Zeitung liegt die schriftliche Einladung durch den Anwalt der Gemeinde Sylt vor. Sie ist auf den 1. Juli datiert. Das Abwahlverfahren selbst bezeichnete der Kieler Arbeitsrechtler Kerssenbrock als völlig inakzeptabel. 

Der Amtsarzt habe die Dienstfähigkeit des Bürgermeisters festgestellt, er selbst wolle nach wie vor in sein Amt zurückkehren. Dies habe die Politik, auch wenn es ihr nicht gefalle, zu akzeptieren. Häckel sei zweimal in Folge mit großer Mehrheit zum Bürgermeister gewählt worden. Letztendlich sei es eine Frage der Menschenwürde: „Wenn ein Bürgermeister nach einer schwerwiegenden Erkrankung wieder hergestellt ist und sein Amt wieder ausüben möchte, ist es eine menschliche wie politische Verpflichtung, diesem Willen zu entsprechen und ihn konstruktiv zu unterstützen.“ Die Politik könne Häckel nicht für Dinge haftbar machen, die er nicht zu verantworten habe. Dazu zähle, dass Häckel bei seiner Amtsübernahme am 1. Mai 2015 eine Verwaltung vorgefunden habe, die „eine Katastrophe“ gewesen sei. 

„Häckel hat ordentliche Verwaltungsarbeit geleistet, in Schwierigkeiten ist er geraten durch die Vielzahl und Masse an Aufgaben“, sagte Kerssenbrock. Man dürfe ihn dafür jetzt nicht mit Amtsverlust bestrafen. Man solle sich gut überlegen, „ob es der demokratischen Tugend entspricht, einen Bürgermeister abzusägen, der keine Dienstpflichtverletzung begangen hat“. Kerssenbrock kündigte an, das „juristisch aufzuarbeiten“. Nach der Sitzung sagte er unserer Zeitung, er wolle das weitere Vorgehen in der kommenden Woche mit seinem Mandanten besprechen. Der Anwalt der Gemeinde Sylt, Dr. Hoefer, hielt sich in der Sitzung bedeckt. Anschließend sagte er: „Dass man harte Worte wählt, gehört dazu. Für das rechtliche Verfahren ist das unbedeutend. Das Abwahlverfahren wird jetzt durchgeführt.“

Barbara Glosemeyer

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