
Das soziale und pädagogische Berufsfeld ist tatsächlich breit aufgestellt. Es umfasst den Gesundheits- und Sozialmanagement-Bereich sowie unterschiedliche Zielgruppen, wie Kinder, Ältere, Menschen mit Behinderungen oder Suchtkranke. Zudem gibt es auch Berufe in Verbindung mit Religion und Kirche. Man kann diese Berufe sowohl auf Ausbildungsebene als auch auf Studienebene finden und in verschiedenen Kategorien zusammenfassen. Menschen im Alltag zu unterstützen, zu begleiten
Welche Ziele in diesem Berufsfeld beobachten Sie aktuell bei jungen Menschen?
Vor einigen Jahren wollten viele junge Menschen Lehrkräfte werden. Heute ist die Nachfrage leider nicht mehr so hoch. Hingegen gewinnen therapeutische Berufe wie Physiotherapeut, Ergotherapeut oder Logopäde an Beliebtheit, da man in diesen Berufen immer mehr flexibel arbeiten kann.
Wie sieht es im Bereich Pflege aus?
Bedauerlicherweise hat die Pflege nach wie vor ein negatives Image. Pflegeberufe bieten jedoch sinnstiftende Arbeit und erfordern Menschen, die mit Herz dabei sind. Wichtig ist, dass die Arbeitsbedingungen verbessert werden, um die Attraktivität dieser Berufe zu steigern.
Wie sind die Zukunftsperspektiven im sozialen Bereich?

Die Aussichten sind hervorragend, da auch in Zeiten von Automatisierung und Kl der menschliche Kontakt wichtig ist und keine Stellen wegrationalisiert werden kann, wie es ggf. in anderen Bereichen der Fall wäre. Der Bedarf an Unterstützung im sozialen Sektor wächst. Aus dieser Perspektive bieten Berufe wie Sozialpädagoge oder Pädagoge eine sichere Zukunft.
Welche Ausbildungs- und Studienwege gibt es in diesen Bereichen?
Im sozialen Bereich kann man mit einer Ausbildung zur sozialpädagogischen Assistenz oder als Erzieher einsteigen. Aufgrund der Akademisierung gibt es zunehmend Studiengänge wie Ergotherapie oder Physiotherapie. An Fachhochschulen und Universitäten kann man soziale Arbeit, Kindheitswissenschaften oder Lehramt studieren.
Was würden Sie Interessierten empfehlen, die einen Beruf in diesem Bereich anstreben?
Es ist wichtig, auf die eigenen Interessen und Fähigkeiten zu schauen und sich nicht von Trends oder externen Einflüssen leiten zu lassen. Wenn jemand ein sozialer Mensch ist, sollte er diesen Leidenschaften folgen, egal was gerade attraktiv erscheint. Eine klare Vorstellung hilft bei der Berufswahl.
Was macht Berufe im sozialen Bereich interessant?
Ein Beruf als Sozialpädagoge kann sehr attraktiv sein, wenn Sie beispielsweise Freude daran haben, mit Jugendlichen zu arbeiten, indem Sie beispielsweise Freizeitaktivitäten wie Fußballturniere organisieren. Der Beruf bietet die Möglichkeit, kreativ und direkt mit Menschen zu arbeiten. Allerdings kann es auch herausfordernd sein, insbesondere wenn man in Bereichen wie der Drogenarbeit tätig ist. Hier sind Herzensmenschen gefragt, die eine starke Fähigkeit zur Empathie und Resilienz besitzen.
Wie sieht es mit den Ausbildungsmöglichkeiten aus?
In Bezug auf Ausbildungswege in sozialen Berufen gibt es vielfältige Möglichkeiten: Man kann mit dem ersten allgemeinen Schulabschluss eine dreijährige Ausbildung zur sozialpädagogischen Assistenz beginnen, die als Unterstützungskraft im pädagogischen Bereich arbeitet. Diese Ausbildung kann mit mittlerem Schulabschluss auch in zwei Jahren absolviert werden.

Aufbauend darauf kann man eine Erzieherausbildung machen oder sich in weiteren sozialen Berufen wie Ergotherapie, Physiotherapie oder Logopädie weiterqualifizieren. Zusätzlich gibt es auf Studienebene die Möglichkeit, soziale Arbeit oder Kindheitswissenschaften an Fachhochschulen zu studieren. Universitäten bieten Studiengänge im Lehramt oder Pädagogik an. Der Trend geht eindeutig in Richtung Akademisierung, wodurch viele vormals klassische Ausbildungsberufe zunehmend in den Bereich der Studiengänge übergehen, um eine bessere Vergleichbarkeit der Abschlüsse auf europäischer Ebene zu gewährleisten.
Welche Eigenschaften sollte man für das Berufsfeld mitbringen?
Um in der sozialen Arbeit erfolgreich zu sein, sind bestimmte Persönlichkeitsmerkmale und Fähigkeiten besonders wichtig. Ein grundlegendes Interesse an Menschen und deren Entwicklung sowie eine starke Empathiefähigkeit sind entscheidend. In der sozialen Arbeit ist es wichtig, dass man Freude daran hat, direkt mit Klienten zu arbeiten und ihnen zu helfen. Zusätzlich ist die Fähigkeit zur professionellen Abgrenzung essenziell. Das bedeutet, dass man in der Lage sein sollte, emotionale Belastungen, die der Beruf mit sich bringen kann, nicht mit nach Hause zu nehmen. Es ist notwendig, zwischen beruflichen und privaten Emotionen zu unterscheiden und sich selbstschützen zu können, um langfristig in diesem Beruf glücklich und gesund zu bleiben. Resilienz ist immer wichtig. Doch für mich steht besonders in Zukunft und auch im Zuge der wachsenden Digitalisierung die Fähigkeit gut kommunizieren zu können ganz oben.
Interview: Julia Voigt