Sie helfen, wenn es in deiner Ausbildung nicht so recht laufen mag. Sie unterstützen bei deinen Prüfungsvorbereitungen und wenn du mal Werkstattluft schnuppern möchtest, dann stehen Tür und Tor offen. Die Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein, kurz WAK, ist für Azubis und Unternehmen Wegbegleiter. Unsere Redakteurin Julia Voigt hat bei WAK-Marketingleiter Sven Donat in Kiel nachgefragt.
Was ist die Wirtschaftsakademie eigentlich? Warum ist sie auch für Schüler der Abschlussklassen interessant?
Wir sind ein Bildungsunternehmen und wir haben den Auftrag der Industrie- und Handelskammern im Land berufliche Aus- und Weiterbildung auf unterschiedlichen Ebenen und mit unterschiedlichen Angeboten anzubieten. Schüler kommen oftmals eher indirekt zu uns - oder als Studierende unserer Dualen Hochschule. Im Kern ist es die klassische berufliche Weiterbildung.
Die WAK wurde 1967 gegründet, in einer Zeit, als es noch zu wenig Ausbildungsplätze für Jugendliche gab. Heute ist das anders. Einer unserer Gründungszwecke war es, dass wir uns um Berufsausbildung gekümmert haben. Wenn man in Unternehmen keine Stelle bekommen hat, haben wir mit unseren Zentren Ausbildung realisiert. Unsere Themen waren und sind darüber hinaus Weiterbildungen für Beschäftigte.
Mittlerweile haben wir ja mehr Ausbildungsplätze als Bewerber.
In der Tat, der Ausbildungsmarkt hat sich gedreht, das bedeutet: Schulabgänger haben in der Regel genug Möglichkeiten, sich eine Ausbildung auszusuchen und wir helfen Unternehmen, dass das mit dem Onboarding gut klappt und der Start in die Ausbildung gelingt. Wir setzen aber auch schon vorher an und sind in unterschiedlichen Projekten aktiv, entweder die WAK selbst oder unsere Tochtergesellschaften. Wir bieten in Schulen unterschiedliche Formen der Berufsorientierung an, um zu sehen, wo die individuellen Stärken und Schwächen der Schüler liegen. Zum Beispiel mit dem Projekt BOP, dem Berufsorientierungsprogramm des Bundes.

Ist ja sehr ähnlich wie die Berufsberatung der Agentur für Arbeit, wo ist der Unterschied?
Wir haben ein Stück weit ein anderes Konzept. Wir versuchen mehr das Berufsfeld und die jeweiligen Stärken der Schüler, als das Berufsbild herauszufinden.
Wie kommt man denn zum Angebot?
Wir arbeiten mit unterschiedlichen Schulen in Schleswig-Holstein zusammen, wie auch im Kreis Pinneberg. In unseren Werkstätten können sich Schüler beispielsweise auch im Metall- oder Elektrobereich erproben.
Auf Ihrer Homepage steht das Stichwort „Ausbildungsbetreuung“, wie funktioniert diese?
Die Auszubildenden haben in unterschiedlichen Phasen mit uns Kontakt. Wir sind erst unter anderem mit Projekten wie BOP oder STEP an den Schulen vor Ort, um den Übergang zum Arbeitsmarkt vorzubereiten.Der nächste Kontaktpunkt könnte dann die Ausbildungsbetreuung sein. Die richtet sich an Azubis, die bereits in einer Ausbildung sind und dort Schwierigkeiten haben. Wer Probleme mit dem Betrieb oder auch persönliche Sorgen hat, für den steht das Beratungsnetzwerk Ausbildungsbetreuung SH zur Verfügung. Wir bieten zudem auch Lehrgänge während der Ausbildung in unseren Werkstätten an und bereiten die Azubis auf ihre Abschlussprüfungen vor.

Das heißt, Ihre Kollegen setzen sich bei Problemen auch mit den Betrieben auseinander?
Ja. Die regionale Ausbildungsbetreuung SH gibt es schon seit 25 Jahren. Wir arbeiten eng mit den Industrie- und Handelskammern zusammen und sorgen dann dafür, dass alle an einem Tisch sitzen und überlegen, wie man ein Problem lösen könnte und das ganz niederschwellig. Manchmal bedarf es nur eines Gesprächs mit einem Ausbilder, der gar nicht weiß, welchen Kummer sein Azubi hat. Und wenn alle Stricke reißen, helfen wir auch, die Ausbildung in einem anderen Betrieb fortsetzen zu können.
Welches Projekt ist neu von der WAK?
Wir haben ja auch unsere Duale Hochschule Schleswig-Holstein (DHSH), die eine Ausbildung mit einem. Studiengang kombiniert. Mit unserem neuen DHSH Matchmaker - www.dhsh.de/matchmaker - wollen wir Unternehmen und jungen Menschen die Möglichkeit bieten, schneller zusammenzukommen. Es werden alle Unternehmen angezeigt, die ein duales Studium mit Ausbildung anbieten und noch Plätze freihaben. Interessierte können sich dann alle Unternehmen zusammenklicken, und mit einem einzigen Upload ihre Bewerbung hochladen. Der Matchmaker soll bei der Entscheidung helfen und die Bewerbungsschritte erleichtern. Desto weniger Barrieren dazwischen sind, desto besser schafft man es, Berufseinsteiger mit den passenden Betrieben zusammenzubringen.
INFO
www.wak-sh.de; www.dafh.de