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Flohmarkt für den guten Zweck: Kleine Sachen kommen groß raus

NUK Auf dem Rathausmarkt kann wieder gefeilscht werden. Foto: Archiv/ape

Engagiert und Hilfsbereit: Beim Flohmarkt für den guten Zweck in Eckernförde wird viel bewegt

Und immer wieder geht die Sonne auf“, meint Udo Jürgens in einem seiner Lieder und es scheint fast, als wäre er einmal über den Flohmarkt für den guten Zweck in Eckernförde geschlendert. Denn dort können seit 28 Jahren, Familien, Groß und Klein, Jung und Alt, mehrmals im Jahr verkaufen, was sie nicht mehr brauchen. Sie zahlen drei Euro Standgeld pro laufenden Meter. Alles, was an Standgeld zusammenkommt, wird an Bedürftige gespendet. Win-Win: einmal werden die Haushaltskassen ein wenig gepeppt und zweitens Menschen, Vereine oder Institutionen unterstützt.

Mit Liebe und das Herzblut dabei

Silke Jürgensen und Rosi Moltzen waren gerade mal 20 Jahre jung, als sie mit der Organisation des Flohmarktes begannen. Inzwischen ist viel passiert. Sie sind Ehefrauen, Familienmütter, Hausfrauen, Berufstätige geworden, der Platz für den Event hat mehrfach gewechselt, die Anzahl der Stände ist kleiner geworden - eines aber ist geblieben: die Liebe und das Herzblut, die beide Frauen immer wieder neu in die Organisation des Flohmarktes stecken. Fast 80.000 Euro sind über die Jahre an Standgeldern zusammengekommen. Geld, das so viel Gutes bewirkt hat. „Wenn ich allein an den Jungen denke, der als einziges Kind nicht mit auf Klassenfahrt konnte, weil das Geld zu Hause vorne und hinten nicht reichte“, erinnert sich Silke Jürgensen, „und die Freude und Dankbarkeit, als dann das Geld von uns gekommen ist.“

„Es geht nicht um Gewinn erwirtschaften. Was zählt ist, dass Menschen materielle Unterstützung bekommen, um am gesellschaftlichen Miteinander teilhaben zu können.“
Silke Jürgensen
Mit-Organisatorin

Oder Kindergärten, die neue Spielgeräte brauchen, die alte Dame, die trotz knapper Rente immer wieder Stifte und Hefte für ihre „Nachhilfe-Schülerinnen und -schüler kauft, die allesamt dringend Deutsch lernen wollen, weil sie einen Migrationshintergrund haben. Sie und noch so viele andere haben vom unermüdlichen Engagement der beiden Macherinnen, die inzwischen auch von einem rührigen Mitmach-Team unterstützt werden, profitieren können.

„Davon lebt eine Gesellschaft“, ist sich Silke Jürgensen sicher, „wenn wir füreinander da sind. Wenn wir die Hilfebedürftigkeit in der Nachbarschaft wahrnehmen und helfen so gut wie wir können.“ Der Flohmarkt für den guten Zweck ist eine sehr gute Hilfe. Das weiß auch die Stadt Eckernförde und stellt den Rathausmarkt kostenfrei zur Verfügung. „Dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Silke Jürgensen. Damit werde der Grundstock für den Erfolg gelegt. „Es geht nicht um Gewinn erwirtschaften. Was zählt ist, dass Menschen materielle Unterstützung bekommen, um am gesellschaftlichen Miteinander teilhaben zu können.“ Denn Armut oder Mangel dürfe kein Ausschlusskriterium sein.

„Wir möchten anderen Mut machen, sich ebenso für das Gemeinwohl zu engagieren.“
Silke Jürgensen
Mit-Organisatorin

So können Unterstützungs-Bedürfnisse von Einzelpersonen, Vereinen oder Institutionen ganz unbürokratisch angemeldet werden.„Wir können unsere Augen und Ohren nicht überall haben und freuen uns, wenn uns solche Dinge angezeigt werden“, erklärt die Organisatorin. Dann wird innerhalb des Teams ebenso einfach entschieden, wer eine Geldzuwendung erhält. Dort, wo nötig erfolgt die Übergabe anonym, zum Beispiel wenn Kindern geholfen wird, denn die sollen keinesfalls vor Kameradinnen oder Kameraden bloßgestellt werden. Gern wird allerdings auch nach dem Grundsatz gehandelt„Tue Gutes und rede darüber“. „Nicht weil wir im Rampenlicht stehen wollen, sondern weil wir anderen Mut machen möchten, sich ebenso für das Gemeinwohl zu engagieren.“ Hilfe untereinander stärke in Zeiten der knappen öffentlichen Gelder den Zusammenhalt und die gesellschaftlichen Strukturen. svo

► Die nächsten Flohmärkte für den guten Zweck sind am 7. Juli, 11. August und 1. September. Aufbau ist von 7 Uhr an auf dem Rathausplatz.

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