Jahrelang gab es gar keine, dann hier und da mal eine. Aber nun scheint die Entwicklung Fahrt aufgenommen zu haben: In diesem Jahr treten zwei Bands aus dem Kreis Steinburg beim Wacken Open Air (WOA) auf und demonstrieren sozusagen als Lokalmatadoren die musikalische Härte der Region. Neben der Itzehoer Nu-Metal-Formation Brazing Bull, die es 2024 bis ins Halbfinale des Wacken Metal Battles schaffte, tritt 2025 auch die Deutschrock-Band V4A aus Puls zum ersten Mal beim WOA auf.Â
Nachdem sich das Quintett vor zehn Jahren gegründet hatte, erfüllt sich damit für sie nun „ein Traum“, wie Gitarrist Thore Hansen sagt. Er, Marcel Ptach (Gesang), Steven Buczek (Schlagzeug), Jorke Pallapies (Gitarre) und Hendrik Raddatz (Bass) sitzen in ihrem Übungsraum und proben, als gäbe es kein Morgen. Ihre selbst geschriebene Mischung aus punkigen, Metal-angehauchten Songs, Rocktiteln und Balladen in deutscher Sprache ist, wie sie berichten, die Weiterentwicklung ihres einst selbst entwickelten Stils.Â
Neuer Bassist vom Flohmarkt
Ihren neuen Bassisten fand die Band vor eineinhalb Jahren – und zwar auf dem Flohmarkt. Da begegnete Sänger Marcel Ptach einem alten Bekannten und nutzte die Gelegenheit, Hendrik Raddatz (34) aus Krempermoor einfach zu fragen, ob er nicht Lust hätte, bei V4A mitzumischen. Dieser hat bereits in mehreren Bands (wie etwa der Itzehoer Formation Free Thoughts) gespielt. „Da ich gerade keine Band hatte, habe ich mir gedacht: Kann ich ja mal probieren“, sagt der Entwicklungsingenieur im Automotorenbereich zu seiner Entscheidung. Ihr Versuch, sich von einem Plattenlabel vertreten zu lassen, habe sich als nicht brauchbar erwiesen, sodass sie sich davon wieder getrennt hätten. Der Kontakt zum Werner-Rennen hingegen, das von der WOA-Agentur ICS ausgerichtet wurde, riss nie ab.Â
„Wir haben uns jedes Jahr für Wacken beworben, aber immer gleich auch die Absage erhalten“, berichtet Ptach. „Dieses Mal jedoch“, erzählt Schlagzeuger Steven Buczek, „dauerte die Antwort ungewöhnlich lange.“ Plötzlich hatten sie die Zusage. Nun treten sie am Donnerstag, 31. Juli, um 15 Uhr im Landgasthof (LGH) in Wacken auf, wo sich bekanntlich die neunte Bühne des WOA, die LGH-Clubstage, befindet. Die 13 Songs für ihren einstündigen Gig haben die Musiker schon ausgewählt. „Wir spielen drei Songs unserer ersten Alben, der Rest sind ausschließlich neue Titel“, verrät Ptach.Â
Aus ihrer Begeisterung heraus haben sie Plakate und T-Shirts des WOA gekauft, auf denen ihr Name unter Metal-Größen wie Guns N‘Roses, Dirkschneider, Grave Digger und Machine Head steht. Und sie müssen sich nicht um einen leeren Saal sorgen: Ehefrauen, viele Freunde und Verwandte haben sich bereits angekündigt.Â
Und warum heißt die Gruppe 4VA?
Weiter arbeitet die Band auch an aktuellen Projekten und neuen Songs, denn gegen Ende des Jahres soll das neue Album fertig sein, das aber nur als CD in ganz kleiner Auflage herauskommt. „Es wird aber dafür groß auf den Streamingplattformen vertreten sein“, sagt Ptach. Doch warum eigentlich V4A? Der Name bezeichnet die chemische Kurzform für Edelstahl – und edel und hart sei auch ihre Musik. Die Band fährt sich in keinem Genre fest, sondern setzt ihre Songs in verschiedenen, einander angrenzenden Stilen um. Mittlerweile machen sie punkigen, härteren Deutschrock, die Texte schreibt Sänger Marcel Ptach selbst. Seit 2018 feiern sie auch regelmäßige eine Jahresabschlussparty auf einem Bauernhof in Puls. Ludger Hinz
Mehr Unterstützung für Künstler und Kulturschaffende

Eine neue Satzung der Stadt Kellinghusen über die Gewährung von Zuschüssen zur Förderung von Kulturträgern, kurz Kulturfördersatzung, will den meiste ehrenamtlich tätigen Antragstellern einen überbordenden bürokratischen Aufwand ersparen. Fünf Vertreter bekannter örtlicher Kulturanbieter erfuhren auf der jüngsten Sitzung des Kultur und Wirtschaftsausschusses, was es damit auf sich hat.Â
Mit der neuen Satzung regelt die Stadt nicht nur, wie Kulturvereine an städtische Geldtöpfer gelangen. Ihre zum Teil kleinen Führungsgremien sollen auch von einer Menge Papierkram entlastet werden.Â
Maria Lohmann und Jan Torp von der Klappstuhlkultur, Reinhard Rübner vom Kulturkreis Kellinghusen, Dennis Tank von der Kulturinitiative Mittelholstein stellten ihre Vereine vor. Stephan Baransky sprach für den Kulturverein PEP und das Projekt Café „Bi uns to Huus“. Sämtliche Einrichtungen sind gemeinnützig, stehen sie für ein vielseitiges Kulturangebot mit Musik, Lesungen, Filmen, Tanzveranstaltungen und soziales Miteinander, welches weit über die Stadtgrenzen hinaus strahlt.Â
„Super, dass es so viele Kulturschaffende gibt, die mit dem Herz dabei sind“, lobte der Ausschuss-Vorsitzende Eric Feller. Das ehrenamtliche Engagement schaffe einen tollen Mehrwert für die Stadt, pflichtete Matthias Rotzoll bei. Er unterstrich: Den privaten Kulturträgern der Stadt soll durch die Satzung planbare und verlässliche Rahmenbedingungen gegeben werden. Hervor hob er in diesem Zusammenhang Punkte wie die institutionelle und die Projektförderung. Erstere kommt für Vereine infrage, die mehr als fünf Jahre dabei sind. Rotzoll: „Wenn im Gleichklang des Schaffens immer die gleichen Kosten ohne große Ausschläge auftreten, können bis zu 4000 Euro Fördergelder fließen, ohne dass jedes kleinste Detail beantragt werden muss.“ Im Rahmen der Projektförderung würden besondere Einzelveranstaltungen finanziell unterstützt, wenn diese im besonderen kulturellen Interesse der Stadt liegen. Heraus strich Rotzoll den Stichtag für die Förderanträge. Die Papiere müssten jeweils bis zum 15. September auf dem Tisch liegen. „Das ist schwierig“, räumte er ein.Â
Für die Stadt sei das fixe Datum wegen der Haushaltsplanung jedoch wichtig. Aktuell seien mit Schmerzen auch Bummelanten durchgewunken worden. Künftig werde zur Deadline jedoch das „Fallbeil fallen.“ Auf Vorschlag des Vorsitzenden Eric Feller wurde beschlossen, zusätzliche Fragen wie etwa die Kosten für Plakatwerbung oder die Terrorismusabwehr bei Freiluftveranstaltungen in größerer Runde zu besprechen. Dazu soll zu einer Zusammenkunft in den Kulturtrafo geladen werden. gtr