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Kleine Details mit großer Wirkung

FOTO: SUWATCHAI/STOCK.ADOBE.COM

Wie kann ein Bad so umgestaltet werden, dass Menschen auch im höheren Alter möglichst lange selbstständig zu Hause leben können? Für Beraterin Anke Rückert von ELEMENTS in Pinneberg ist das eine echte Herzensangelegenheit.

Wenn Fachfrau Anke Rückert über altersgerechte Modernisierung spricht, dann ist sie schnell beim Thema Badezimmer. „Hier passieren die meisten Stürze, hier werden Beweglichkeit und Balance am stärksten gefordert, hier entscheidet sich häufig, ob jemand Hilfe braucht oder allein zurechtkommt“, bringt sie es auf den Punkt. Die wichtigsten Umbauten sieht Anke Rückert daher in der Dusche. Ideal sei eine bodengleiche Lösung, doch gerade in Bestandsbauten lasse sich das nicht immer eins zu eins umsetzen. Aber selbst wenn eine komplette Schwellenlosigkeit nicht möglich ist, könne man fast immer die Einstiegshöhe deutlich reduzieren, Schwellen kleiner machen und so die Dusche barrierearm gestalten.

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Im Bad passieren die meisten Stürze, hier werden Beweglichkeit und Balance am stärksten gefordert, ...

Dazu gehören Sitzgelegenheiten und Haltegriffe - und zwar nicht in der alten, klobigen Optik von früher, sondern integriert und „total hübsch - möglich“, weiß die Expertin. Eine gemauerte Sitzbank in der Dusche sei zum Beispiel ein Detail, das gleich mehrere Vorteile habe: Man kann sich setzen, wenn Kreislauf oder Kraft nachlassen, man kann beim Duschen sicher pausieren und ganz nebenbei ist es auch für Jüngere praktisch, etwa wenn man ein Bein abstellen möchte, zum Beispiel für die Rasur. Genau dieser Gedanke zieht sich durch ihre Beratung: Wer sein Bad umbaut, sollte nicht erst warten, bis es gar nicht mehr anders geht, sondern bei einer Renovierung früh mitdenken, dass das Bad auch in 20 oder 30 Jahren noch gut funktionieren soll.

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Auch wenn die meisten nicht gern darüber sprechen, ist der Toilettengang ein wichtiges - Thema in der Badmodernisierung. Anke Rückert beschreibt es ganz einfach: Wenn die Beweglichkeit nachlässt, leidet auch die Hygiene. Beim Dusch-WC fährt eine Düse aus der Keramik aus und reinigt mit Wasser auf Knopfdruck, häufig über eine Fernbedienung. Für Menschen mit starken Einschränkungen, etwa wenn auch Arme und Hände betroffen sind, hat sie sogar schon Lösungen mit Fußbetätigung realisiert. Für die Pinneberger Badexpertin ist das mehr als Komfort: Es ist ein Stück Würde. Ein Dusch-WC kann genau hier Selbstständigkeit zurückgeben.

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Zu einem Komfortbad gehören für sie außerdem Details, die oft unterschätzt werden - etwa Licht. Gerade nachts, wenn man im Alter häufiger aufsteht und leichter wach wird, ist grelles Deckenlicht kontraproduktiv. Anke Rückert empfiehlt Orientierungslampen oder Bewegungsmelder mit diffusem Licht.

Ein weiteres Thema ist die Sturzprävention. Nasse Fliesen sind rutschig. Die erfahrene Fachfrau verweist auf Fliesen mit geeignetem Rutschhemmungsgrad, erkennbar an R-Klassifizierungen, und auf Anti-Rutsch-Beschichtungen in Duschwannen, die dauerhaft eingebrannt werden können. Und selbst wenn man nicht alles neu machen will, gebe es Nachrüstlösungen für kleines Geld, etwa Pasten oder AntiRutsch-Aufkleber.

Anke Rückert hält ein Komfortbad fast überall für umsetzbar, selbst in kleinen Räumen oder Dachnischen. Wenn vorher eine hohe Dusche da war, könne man sie oft niedriger machen. Wenn ein WC grundsätzlich Platz hatte, lasse es sich höher setzen, was das Aufstehen erleichtert, und bei Bedarf durch ein Dusch-WC ergänzen. Haltegriffe, sichere Stangen und Sitzmöglichkeiten ließen sich in nahezu jedes Bad integrieren.

Warum Rückert das alles so wichtig ist, erklärt sie auch mit Blick auf Erkrankungen wie Demenz, die viele Familien betreffen. Sie spricht von kleinen Maßnahmen, die Orientierung erhalten können, etwa farbliche Markierungen im Bad. Rot, sagt sie, sei eine der letzten Farben, die im Gehirn „verloren geht“. Wenn bestimmte Bedienelemente rot markiert sind oder ein roter WC-Deckel klare Signale setzt, könne das Menschen helfen, sich länger selbst zu helfen - und Angehörige entlasten. Für die Beraterin zeigt sich daran, wie viel Wirkung in vermeintlich kleinen Details steckt. //Julia Voigt 


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