AIs Christian Gerdum, gebürtiger Nordhesse, heiratet und Vater von zwei Kindern wird, zieht er mit seiner Familie in ein alternatives Wohnprojekt auf einem Hof in der Nähe von Rendsburg. „Für die Kinder ist das ein Paradies und wir haben eine tolle Wohngemeinschaft, in der jeder jedem hilft.“ Er will sich mehr um seine Familie kümmern können und so kommen Nacht- und Schichtarbeit wie in den Jahren zuvor für ihn nicht mehr infrage. Christian Gerdum wendet sich auf seiner Suche nach neuen beruflichen Wegen an die Agentur für Arbeit. „Ich bin sehr akribisch und arbeite gern mit der Sprache“, sagt er. Die Wahl fällt so auf eine Ausbildung als Verwaltungsfachangestellter. Lange suchen muss er nicht, Christian Gerdum bekommt im Kreis Dithmarschen einen Ausbildungsplatz.
„Für mich war die berufliche Sicherheit im öffentlichen Dienst ein entscheidendes Argument.“ Auch, dass in der Verwaltung immer Mitarbeiter gesucht werden und die Aussichten auf eine spätere Festanstellung gut sind, sind stichhaltige Argumente für ihn. Die dreijährige duale Ausbildung wird der Familienvater in Teilzeit durchlaufen. „Das heißt für mich zwar, dass weniger Praxisanteil dabei ist, das kann ich aber durch meine lange Berufserfahrung gut ausgleichen.“ Lehrgänge allerdings kann er nur in Vollzeit absolvieren. „Man sollte auf jeden Fall flexibel sein, aber meine Familie trägt das zum Glück mit.“ Dass er in der Berufsschule mit Abstand der Älteste ist, das stört ihn kein Stück. Vor allem, weil einige Umschüler und Wiedereinsteiger zur Klassengemeinschaft gehören. „Nur den Pausengong wieder zu hören, ist irgendwie seltsam“, lacht er.
„Kommunikationsstärke ist in diesem Beruf besonders wichtig.“
Christian Gerdum beschreibt sich selbst als Teamplayer und neugierigen Typen. „Ich stelle den ganzen Tag über unglaublich viele Fragen.“ Während seiner Ausbildung wird Christian Gerdum mehrere Fachdienste durchlaufen.„Bisher war ich in der Abteilung für Soziale Teilhabe und fand das sehr spannend.“ Der Azubi hat sich die Fachrichtung Kommunalverwaltung ausgesucht. Neben ihr gibt es noch die Bundes-, Landes- und Kirchenverwaltung zur Auswahl sowie später verschiedene Spezialisierungsmöglichkeiten. Dass der Verwaltung ein verstaubtes Image anhängt, mag Christian Gerdum nicht unterschreiben.
„Man hat mit soviel unterschiedlichen Menschen zu tun und das Arbeitsklima bei uns ist richtig gut. Kein Tag ist wie der andere.“ Außerdem macht es ihm Spaß, sich beispielsweise in Gesetzestexte hineinzudenken und komplexe Texte verständlich zu machen. „Kommunikationsstärke ist in diesem Beruf besonders wichtig“, weiß er. Schon im ersten Ausbildungsjahr hat Christian Gerdum schnell Verantwortung bekommen und kann eigenständig arbeiten.„Für mich war das genau die richtige Entscheidung.“
Julia Voigt