Er hat Bordsteine in einem 45-Grad-Winkel zusammengesetzt und aus Wasserlaufsteinen einen Bogen erstellt, davor eine Kleinpflasterrinne ausgerundet und die Fläche zwischen den Borden mit Gehwegplatten ausgelegt - sechseinhalb Stunden hat der seinerzeit noch Auszubildende Jonas Dallmeier (21) aus Kaaks dafür benötigt. Und mit jenem Werkstück den Prüfungsausschuss überzeugt. Zusammen mit der theoretischen Abschlussprüfung und der praktischen Prüfung wurde er damit in Ahrensbök Bester beim Landeswettbewerb in den Bauberufen.

Jonas Dallmeier machte eine Ausbildung zum Straßenbauer im Familienbetrieb Gerd Dallmeier Bauunternehmen GmbH in Bekmünde, der seinem Vater gehört. Und diesen Weg in den Handwerksberuf hat er„aus voller Überzeugung“ eingeschlagen, wie er sagt. Handwerklich begabt sei er schon in jungen Jahren gewesen, deshalb machte er schon in der 9. Klasse sein erstes Praktikum im Baubereich und arbeitete im Betrieb seines Vaters mit. Jetzt im Sommer dann hatte er nach dreijähriger Ausbildung die theoretische und dann die praktische Abschlussprüfung bestanden. Die Ausbildung endete offiziell mit der feierlichen Freisprechung.
In seiner Lehre an den Berufsschulen zuerst in Itzehoe (Regionales Berufsbildungszentrum RBZ) und dann in Rendsburg (Berufsbildungszentrum am Nord-Ostsee-Kanal BBZ-NOK) hat er die theoretischen Grundlagen erlernt. „Ich kann selbst etwas kreieren und mit Formen und Mustern arbeiten und variieren“, betont er, und das sei genau das, was er wolle. Denn: „Da kann man frei gestalten und sich Gedanken machen, die man toll umsetzt.“
Durch das häufige Arbeiten in Gruppen habe man gut gelernt, wie man seine Arbeit koordiniert und sich gegenseitig ergänzt. „Das Gemeinsame macht mir am meisten Spaß“, sagt Dallmeier, und ergänzt noch: „Mich faszinierten inhaltlich die Verlegemöglichkeiten, das Arbeiten mit Winkel, Natur- und Betonstein.“ Dabei sei er oft Klassenbester gewesen.
Bei seinen Praktika auf der Baustelle habe er dann ein immer größeres Interesse am Straßenbau entwickelt. Die Arbeit sei zwar körperlich ziemlich anstrengend, „aber man gewöhnt sich dran“. Spannend sei, was es im Straßenbau für verschiedene Möglichkeiten gebe, mit Materialien zu arbeiten, und: „Es macht mir einfach Spaß, auf Baustellen zu arbeiten. Dafür habe ich meine Leidenschaft entdeckt.“
Denn man lerne hier, wie Lösungen praktisch umgesetzt werden. „Wenn ich nun durch die Straßen gehe, fällt mir vieles auf, was so oder anders verlegt werden müsste“, sagt er schmunzelnd. Das fließt auch in seine Zukunftsplanung ein, denn er hat noch Größeres vor: Nach seinem Abitur 2021 am SSG in Itzehoe und der nun abgeschlossenen Lehre will er jetzt noch Bauingenieurwesen studieren, aufbauend auf dem praktischen Hintergrund der Ausbildung. Anfang 2025 will er mit dem Studium in Lübeck beginnen - und nach viereinhalb Jahren dann gern in den Familienbetrieb in Bekmünde einsteigen.
Ludger Hinz
Weitere Qualifizierung
800 zusätzliche Stunden neben seiner Ausbildung absolviert
Anfang 2022 hat Jonas Dallmeier eine Zusatzausbildung als„Technischer Betriebswirt“ absolviert, die unter anderem den Meister Teil 3 und 4 erfüllt. Diese fand, losgelöst vom Beruf, bis Ende des Jahres in der Abend- und Samstagschule statt. Dabei waren auch verschiedenste Gewerke aus dem Handwerk, wie etwa Elektriker und Anlagenmechaniker. Mit dem Abschluss hat er den„Technischen Betriebswirt HWK“ (Handwerkskammer) erlangt. Damit erwarb er auch Kenntnisse in Arbeits- und Steuerrecht, im Kundenumgang und in Mitarbeitergesprächen und machte gleichzeitig den Ausbilderschein. Die Motivation für ihn war, ausbildungsbegleitend weitere, für den Beruf nützliche Dinge zu erlernen. So hat er insgesamt etwa 800 zusätzliche Stunden neben seiner Ausbildung absolviert.