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"Hi maaget faan in en fart en saveraliak"

Naturschauspiel: "Von der Wattseite“, also der Ostseite Amrums, kann man in den Herbstmonaten morgens den Sonnenaufgang beobachten. Text und Fotos: DJD

Die Friesenbanke auf Amrum mit ihren Sprüchen sind eine neue Attraktion

Eine herbstliche Reise auf die nordfriesische Insel Amrum inmitten des Naturparadieses Unesco-Weltnaturerbe Wattenmeer entfaltet einen besonderen Zauber. Es gibt kaum etwas Schöneres als einen Strandspaziergang bei frischer Brise und Nordsee-Wellengang, gerade nach stürmischerem Wetter lassen sich am Flutsaum Muscheln, Bernstein und andere Schätze des Meeres entdecken. Ein Strandkorb ist jetzt immer frei, er dient als gemütlicher Rückzugsort bei Wind und Wetter, mit der Sonne im Gesicht. Ab November sind wieder häufig Kegelrobben-Junge am Strand zu sehen. Einen Superlativ lässt sich die beschauliche Insel Amrum nicht nehmen: Sie hat den größten Strand Europas, der „Kniepsand“ misst an seiner breitesten Stelle fast zwei Kilometer.

Ruhebänke mit friesischen Sprichwörtern

Eine Sehenswürdigkeit ist der Friesenbank-Weg, er besteht aus 30 Ruhebänken in Norddorf, Nebel und Wittdün mit Sprichwörtern in friesischer Sprache. Die meisten Bänke stehen an der „Wattseite“, also der Ostseite Amrums, von der man in den Herbstmonaten den Sonnenaufgang beobachten kann. Die aus massiven Holzbohlen gefertigten Bänke sollen zum Verweilen einladen, aber auch Interesse an der friesischen Sprache wecken. Sie ist kein Dialekt, sondern eine eigenständige Sprache und am ehesten mit dem Englischen verwandt. Der Sinn der Sprichwörter ist nicht leicht zu verstehen, es hilft, wenn man sie laut aufsagt.

Unternehmen aus der Region

Nicht nur bei den Banksprüchen ist das Friesische auf Amrum allgegenwärtig. Friesentracht und -tanz etwa werden von der regelmäßig auftretenden Amrumer Trachtengruppe gepflegt. Einen Besuch lohnt auch das „Öömrang Hüs“ in Nebel, das Amrumer Heimatmuseum, ein denkmalgeschütztes, originalgetreu eingerichtetes Friesenhaus aus dem 17. Jahrhundert. Sehenswert sind zudem die kunstvoll gestalteten Grabsteine der Seefahrer auf dem Friedhof vor der Nebeler St. Clemens Kirche. Wer vom Friesischen nicht genug bekommen kann: Auf UKW 96.7 sendet das Lokalradio „Friisk Funk“ Beiträge auf Friesisch, plattdeutsch und in deutscher Sprache.

Hier drei Kostproben:

Hi maaget faan en fört en sonersliak.
Wörtliche Übersetzung:
Er macht aus einem Furz einen Donnerschlag.
Pendant im Deutschen:
Er macht aus der Mücke einen Elefanten.

De saten eers koon föl beseenk.
Wörtliche Übersetzung:
Der sitzende Hintern kann viel erdenken.
Pendant im Deutschen:
Schreibtischtäter denken sich viele Regularien aus.

Bluum het an fülk stirme.
Wörtliche Übersetzung:
Blume heißen und übel riechen.
Pendant im Deutschen:
Er verspricht mehr, als er halten kann.


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