"Nur gemeinsam kann man etwas bewegen“, sagt Christian Rugen, Geschäftsführer der Husumer Werbegemeinschaft, auf die Frage, warum sich eine Mitgliedschaft von Unternehmen in dieser lohnt. In fast jeder Stadt und auch in größeren Dörfern gibt es Vereine, in denen Unternehmen aus dem Handel und Gewerbe zusammengeschlossen sind, um sich dafür einzusetzen, dass die Rahmenbedingungen für ein erfolgreiches Wirtschaften verbessert werden, so auch in Husum und Tönning.
Vorsitzender IGO
„Wir sind ein einheitliches Sprachrohr unserer Mitglieder gegenüber Politik und Verwaltung“, sagt Ole Singelmann, Vorsitzender der Husumer Interessengemeinschaft Gewerbegebiet Ost (IGO). Carl-Rüdiger Westensee, der den HGV Tönning leitet, nennt diesen „eine Kommunikationsplattform, die auch neuen Gewerbetreibenden die Chance bietet, bekannter zu werden“. Die Husumer Werbegemeinschaft, die IGO und der HGV Tönning wissen, wo beim Handel und Gewerbe der Schuh drückt und was man gemeinsam verbessern sollte.
Zu den zentralen Themen in Husum wie auch in Tönning gehören die Verkehrsführung und die Parkplatzsituation. In Husum arbeiten die Husumer Werbegemeinschaft und die IGO eng dabei zusammen, Ideen für eine Verbesserung zu entwickeln und die politischen Entscheidungsträger von diesen zu überzeugen.
„Wir befassen uns gerade mit den Themen der Neugestaltung der Neustadt. Dort vertreten wir die Gewerbetreibenden, damit gesichert ist, dass sie Kunden-Parkplätze in der Nähe haben und die Geschäfte auch erreichbar sind“, sagt Christian Rugen. Denn auch der abfließende Verkehr aus dem Parkhaus des Einkaufszentrums „Theo“ benötige die Neustadt, weil er sich sonst in den sensiblen Bereich rund um die Bürgerschule und Krankenhaus verlagern würde. „Grundsätzlich hätten wir gerne ein Innenstadtkonzept um die Aufenthaltsqualität in unserer schönen Stadt zu erhöhen“, so Rugen. Entscheidungsschwäche bei der Politik sieht er beim Breitbandausbau in der Innenstadt, der für die Gewerbetreibenden ein sehr wichtiges Thema zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit sei.


Laut IGO seien auch die hohen Hürden bei der Vergabe von Grundstücken im Gewerbegebiet Ost ein großes Problem. „Gerade für Existenzgründer und Ein-Mann-Betriebe ist es schon eine finanzielle Herausforderung, sich überhaupt bewerben zu können“, sagt Ole Singelmann. Da sei man schon einen fünfstelligen Betrag los, um die geforderten genehmigungsreifen Bauunterlagen einreichen zu können. „Das Husumer Gewerbegebiet ist ein Standort von hoher Attraktivität“, sagt Stefan Schmidt, stellvertretender Vorsitzender der IGO. Deshalb sei es schade, wenn die Ansiedlung an derartigen Verfahrensfragen scheitert, denn Husum brauche das Wirtschaftswachstum, wodurch auch die Gewerbesteuereinnahmen der Zukunft generiert werden. Singelmann weist darauf hin, dass der Steuersatz in Husum so hoch sei, dass eine Infrastruktur mit guter Verkehrsführung und Breitband gegeben sein müsse, damit sich dieser rechtfertigen ließe.
Um die Infrastruktur geht es auch bei den Fragen, mit denen sich der HGV Tönning derzeit befasst. In Tönning soll der Marktplatz und Schlossgarten überplant werden, wobei der HGV die Interessen der betroffenen Händler einbringt. „Das Thema Parkplätze berührt uns sehr“, sagt Carl-Rüdiger Westensee. Er hofft, dass die Notwendigkeit von gut erreichbaren Parkplätzen von den politischen Entscheidungsträgern berücksichtigt werde. Wichtig sei dem HGV Tönning auch, dass bei der Neuschaffung von bezahlbarem Wohnraum eine sinnvolle Lösung gefunden werde und dass die Tourist-Info wieder eine neue Leitung bekomme.
Die drei Vereine sind auch an der Organisation von Veranstaltungen beteiligt. Die Husumer Werbegemeinschaft ist Veranstalterin der Husumer Krabbentage am 19. und 20. November. Vom 2. bis 10. November wird außerdem zum ersten Mal ein Lichtkunstfest stattfinden. Die IGO hat kürzlich einen Ball veranstaltet, an dessen Wiederholung gearbeitet wird, und lädt die neuen Auszubildenden zu einem gemeinsamen Kinoabend ein. Der HGV Tönning veranstaltet in diesem Jahr einen lebendigen Adventskalender. geg