Bei einer Spinalkanalstenose verengt sich der Wirbelkanal durch knöcherne Wucherungen. Diese können schmerzhaft auf die Nerven drücken. Besonders häufig betroffen sind ältere Menschen. Und gerade diese stellen sich natürlich die Frage: Soll ich mich operieren lassen?
Dr. Aldemar Hegewald, Chefarzt der Wirbelsäulenchirurgie an der Ostseeklinik Damp und sein Team sind dafür bekannt, nicht vorschnell zu operieren. Im Gegenteil: Mehr als die Hälfte der Patienten verlassen die Abteilung ohne OP und stattdessen mit einem individuellen Behandlungskonzept. „Bei Spinalkanalstenosen reichen konservative Maßnahmen wie Medikamente, Physiotherapie und Spritzen oft nicht aus“, so Hegewald.„Wie bei einem Stein im Schuh, muss die Ursache entfernt werden.“
Spinalkanalstenosen können heute oft minimalinvasiv, also durch sehr kleine Hautschnitte, operiert werden. „Das schont das umliegende Muskelgewebe und führt zu weniger Blutverlust und schnellerer Erholung“, erklärt Hegewald. Navigationssysteme unterstützen die Chirurgen dabei, selbst komplizierteste Schraubenplatzierungen exakt durchzuführen und so das Risiko für Komplikationen zu minimieren.
In Damp arbeitet man außerdem mit einem weiteren innovativen Verfahren - dem Neuromonitoring: Während der OP werden dabei die Nervenströme des Patienten kontinuierlich überwacht. „Das erhöht die Patientensicherheit und ist gerade bei sensiblen Eingriffen, zum Beispiel an der Halswirbelsäule, von enormer Bedeutung“, so Hegewald.
- Und wie zeigt sich eine Spinalkanalstenose? „Typischerweise durch Schmerzen, die sich beim Gehen verstärken und so die Mobilität einschränken“, erklärt Hegewald. Dabei ist Bewegung auch und gerade im Alter wichtig für die Gesundheit. Doch nicht nur das: „Wer nur noch 300 Meter gehen kann, bleibt immer öfter zu Hause und verliert soziale Kontakte“, sagt Hegewald. Diese gefährliche Abwärtsspirale gelte es zu vermeiden. Die allermeisten Patienten gewinnen nach einer Spinalkanalstenose-OP Mobilität und Lebensfreude zurück.
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Rückenschmerzen in den Griff bekommen
Das Wirbelsäulen Zentrum im Klinikum Nordfriesland
Im Februar 2017 wurde das Wirbelsäulen Zentrum Nordfriesland von Chefarzt Dr.med. Rainer Kirchner ins Leben gerufen. Gebildet wird es von den Abteilungen Orthopädie und Wirbelsäulenchirurgie der Kliniken Husum und Niebüll sowie der MVZ - Facharztpraxis Neurochirurgie Husum Unfallchirurgie, Niebüll – Tönning.
Nach seinem Wechsel vom Lübecker Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in das Klinikum Nordfriesland hat Dr. Kirchner ein Team von Wirbelsäulenspezialisten mit dem Ziel aufgebaut, eine medizinische Versorgung von Wirbelsäulen-Erkrankungen auf höchstem Niveau in Nordfriesland zu etablieren.„Wir möchten erreichen, dass die Patienten uns nicht nur vertrauen, sondern sich uns anvertrauen“, so Dr. Rainer Kirchner damals.
Das Team des Wirbelsäulen Zentrums im Klinikum Nordfriesland besteht neben Dr. Kirchner aus der Oberärztin Dr. med. Susanne Gaida sowie den Oberärzten Dr. med. Dong-Hun Kim und Dr. med. Matthias Reitz. Die drei letztgenannten sind als niedergelassene Ärzte in der MVZ Facharztpraxis Neurochirurgie des Klinikums tätig.
Erkrankungen der Wirbelsäule: Fünf Kategorien
- Angeborene Abweichungen oder Deformitäten während der Wachstumsphase.
- Altersverschleiß und Degeneration
- Akute Ereignisse wie „Hexenschuss“, Verletzungen, Unfälle und Brüche
- Chronisch entzündlichrheumatische Erkrankungen (zum Beispiel Spondylitis oder Morbus Bechterew)
- Tumore und Metastasen.
Das Wirbelsäulen Zentrum im Klinikum Nordfriesland bietet allen betroffenen Patienten in allen Punkten eine Rundum-Behandlung an: von der Diagnostik über „konventionelle Behandlungen“ mit der Verordnung von Krankengymnastik, Einlagen und Orthesen, der medikamentösen Behandlung (zum Beispiel „lokale Injektionstherapie“) bis hin zu einer umfangreichen Palette von modernsten Operationsverfahren, wenn die konventionellen Maßnahmen nicht ausreichend sind.
Spezialistenteam und Patienten entscheiden über OP-Verfahren
Grundsätzlich kann eine Operation an der Wirbelsäule mit einem minimal-invasiven („Schlüsselloch-Chirurgie“) oder einem invasiven Operationsverfahren erfolgen. Welche Technik letztendlich beim Patienten zum Einsatz kommt, entscheiden die Spezialisten im Team gemeinsam mit dem Patienten im Einzelfall. Die wichtigste Grundlage für die Entscheidung geben die detaillierte Diagnose und der Krankheitsverlauf sowie der Gesamtzustand des Patienten.
Der Leiter der Wirbelsäulen Zentrums im Klinikum Dr. Rainer Nordfriesland Kirchner ist Facharzt für Orthopädie und Chirurgie. Er führt die Zusatzbezeichnungen für Wirbelsäulenchirurgie, Notfallmedizin, Sportmedizin und Physikalische Therapie. Seine Schwerpunktbezeichnungen sind Spezielle Unfallchirurgie sowie Spezielle orthopädische Chirurgie. Dr. Kirchner ist ebenfalls Chefarzt der Abteilung Unfallchirurgie, Orthopädie und Wirbelsäulenchirurgie an den Klinikstandorten Husum und Niebüll. pm