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UKSH gründet Zentrum für Erwachsene mit Behinderungen

Michaela Pries, Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken, Prof. Dr. Tobias Bäumer, Leiter des MZEB, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jens Scholz, CEO des UKSH, und Dr. Sebastian Löns, Leiter des MZEB (v. I.) mit dem Förderbescheid. Foto: UKSH

Kernelement ist die multidisziplinäre Behandlung

AM Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck, wurde das erste Medizinische Zentrum für Erwachsene mit Behinderungen (MZEB) in Schleswig-Holstein eingerichtet. Damit sollen Patientinnen und Patienten mit geistiger oder schwerer Mehrfachbehinderung besser versorgt werden, deren Erkrankungen und Störungsbilder wegen ihrer Art, Schwere oder Komplexität eine bedarfsgerechte Ergänzung zur ambulanten Regelversorgung erfordern. Das Land Schleswig-Holstein fördert die Errichtung und den Aufbau des Zentrums mit 500 000 Euro.

Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken hat dazu einen Förderbescheid an die Leiter des Zentrums und Fachärzte für Neurologie, Prof. Dr. Tobias Bäumer und Dr. Sebastian Löns, übergeben - im Beisein von Michaela Pries, Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen, und Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Jens Scholz, CEO des UKSH.

Für eine umfassende Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen sorgen sozialpädiatrische Zentren; ab der Volljährigkeit bietet das MZEB nun als erste Einrichtung ein Folgeangebot in Schleswig-Holstein. Bei vielen Betroffenen liegen seltene oder genetische Krankheiten, die erst durch moderne Diagnostik erkannt werden können, den komplexen Leiden zugrunde. Menschen mit geistiger Behinderung haben zudem ein erhöhtes Risiko für zusätzliche neurologische oder internistische Erkrankungen wie Herzkreislaufprobleme, Epilepsie oder das metabolische Syndrom. Die Erhebung der Krankheitsgeschichte und aktueller Beschwerden wird oft durch eine fehlende oder verminderte Kommunikationsfähigkeit erschwert. Sie stellt eines der zentralen Probleme dar, die Menschen mit diesen Einschränkungen von anderen Patientinnen und Patienten unterscheidet. „Diesen nur in Teilen gedeckten Bedarf vor Augen, war es unser Ziel, diesen Menschen mit dem MZEB ein auf sie optimiertes ambulantes medizinisches Versorgungsangebot zu machen“, sagte Prof. Bäumer.

Kernelement des MZEB ist die multidisziplinäre Behandlung durch ein Team aus medizinischen und nichtmedizinischen Fachkräften. Zum Angebot gehören Diagnostik- und Therapiemaßnahmen, die anderweitig für die Betroffenen nicht verfügbar sind, sowie eine Mitbehandlung durch andere Fachbereiche des UKSH. Im Vordergrund stehen jedoch die Koordination und Unterstützung der ambulanten Behandler. Dafür wird ein entsprechendes Versorgungsnetz aufgebaut, das zum Beispiel auch die Bereiche Rehatechnik, Hilfsmittelversorgung, unterstützte Kommunikation und Einrichtungen der Behindertenhilfe abdeckt.

https://www.uksh.de/mzeb-luebeck

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