Schließen
Um Ihre Registrierung abzuschließen, gehen Sie in Ihr E-Mail-Postfach und folgen dem Link in der Bestätigungsmail. Danach können Sie den Artikel frei lesen. E-Mail erneut senden
Präsentiert von

Psychoonkologie - weil auch die Seele Unterstützung braucht

Manchmal sind es gerade die kleinen Gesten, die nach einer Krebsdiagnose ein Stück Zuversicht vermitteln können. Ein Raum zum Sprechen, Verständnis, offene Türen und das Wissen, dass da jemand ist, der zuhört und begleitet. Jemand, der helfen kann, das Unverständliche irgendwie zu verstehen.

Annette Spiegel, Kristin Löffler und Lisa-Marie Soujon sind Psychoonkologinnen der Regio Kliniken Elmshorn und Pinneberg. Die Psychoonkologie ist eine zertifizierte Weiterbildung, der ein wissenschaftliches Studium und eine therapeutische Ausbildung vorausgeht.

Von Anfang an stehen die drei Fachfrauen Menschen, die an Krebs erkrankt sind, begleitend zur Seite. „Eine Krebsdiagnose ist ein tiefer Einschnitt ins Leben. Für viele beginnt eine Zeit voller Unsicherheit und emotionaler Belastungen“, weiß Annette Spiegel, die schon mehr als zwei Jahrzehnte Berufserfahrung mitbringt. „Diese können genauso schwer wiegen wie die medizinischen Therapien“. Viele erleben Gefühle wie Hilflosigkeit, Wut, Angst oder Schuld und stellen sich Fragen wie: Was kommt jetzt auf mich zu? Wie kann ich lernen, mit der Erkrankung umzugehen? Muss ich sterben? Wie verändert sich mein Leben und das meiner Familie?

Unternehmen aus der Region

„Jeder Mensch bringt seine eigenen Gedanken und Sorgen mit, die ganz unterschiedlich sind. Wir wollen ihnen helfen, Ressourcen zu aktivieren und Stärken zu entwickeln“, so Kristin Löffler. So sind die Psychoonkologinnen auch immer wieder im Austausch mit den behandelnden Ärzten, vermitteln und wissen auch, wo es weitere Beratungsstellen und Hilfsangebote in der Region gibt.

Jeder Krebspatient bekommt nach einer Diagnose einen Fragebogen und kann sich, wenn er möchte, für einen Termin in der Beratung anmelden. „Die Teilnahme erfolgt freiwillig, individuell und richtet sich ganz nach dem Bedarf der Betroffenen“, erklärt Annette Spiegel. Angehörige können das Angebot der Regio Kliniken ebenso nutzen. „Krebs ist eine Erkrankung, die das gesamte soziale Umfeld betrifft. Partner, Kinder, Freunde ― sie alle stehen vor Herausforderungen und sind oft überfordert“, so Lisa-Marie Soujon. „Es ist wichtig, ehrlich miteinander zu sprechen und auch als Angehöriger die eigenen Gefühle zulassen zu dürfen.“

Unterstützung finden Menschen in allen Phasen der Erkrankung. „Auch wer als geheilt gilt, hat neue Herausforderungen vor sich“, sagt Kristin Löffler. „Vielen wird oft erst später klar, was sie tatsächlich durchlebt haben.“ Kein Tag ist für das Trio wie der andere. „Die Begleitung von Krebspatienten ist herausfordernd, aber auch sehr erfüllend“, sind sich die Psychoonkologinnen einig.
// Julia Voigt


Meine Favoriten:
Alle Orte: