Jetzt, nach mehr als 30 Jahren auf dem Bau und im Baugewerbe, denkt auch Stephan Jürgensen langsam an Rückzug und damit natürlich an die Zukunft seiner Firma. Geeignete Nachfolger fand er im eigenen Betrieb. Laif Ingwersen (32) arbeitet seit 2013 als Maurer im Betrieb. Broder Kjer (32) gehört seit 2021 als Zimmergeselle zu der 22 Angestellte umfassenden Mannschaft des Betriebes.
Darunter übrigens nur eine Frau, die sich als Halbtagskraft einmal in der Woche um die Büroarbeit kümmert. „Das liegt aber nicht daran, dass wir keine Frauen auf unseren Baustellen haben wollen, sondern schlicht daran, dass es keine entsprechenden Bewerbungen gibt“, versichert Jürgensen. Dass dafür Umbauten am Standort zum Beispiel für eigene Umkleide- und Sanitärräume notwendig werden würden, schreckt ihn jedenfalls nicht.
„Wer, wenn nicht wir, sollte das problemlos hinbekommen“, lacht der Chef, der genaugenommen jetzt nur noch ein Drittel-Chef ist. Ingwersen und Kjer sind seit Anfang des Jahres gleichberechtigte Teilhaber. Ganz im Sinne eines schleichenden Übergangs bleibt Jürgensen seiner Firma noch erhalten, will sich künftig aber Stück für Stück aus dem Tagesgeschäft zurückziehen.
Stephan Jürgensen, Baugeschäft Jürgensen
Den neuen Chefs steht die schwierige Aufgabe bevor, dass sie ihren ehemaligen Kollegen und Kumpels jetzt Anweisungen geben und Aufträge verteilen müssen. „Daran muss man sich erst gewöhnen“, gibt Ingwersen zu und Kjer ergänzt: „Das ist nicht einfach, aber wir sind auf einem guten Weg. Ich bin mir sicher, dass wir da reinwachsen werden.“
Hilfreich ist dabei das nach übereinstimmender Meinung der drei Chefs, „sehr gute Betriebsklima“ in der Firma, die in ganz Nordfriesland und oft sogar in Dänemark unterwegs ist, um Ein- und Mehrfamilien- sowie Ferienhäuser oder Ställe hochzuziehen. Wenn gewünscht, sogar schlüsselfertig. „Wir machen alles, was Hochbau ist. Dazu Betonarbeiten aller Art sowie Zimmerei-, Dachdecker und Klemperarbeiten“, sagt Jürgensen.