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Freisprechung in Baugewerbe-Innung Westholstein: "Stillstand bedeutet Rückschritt"

Acht Auszubildende erhielten von Norbert Lanz (Zweiter von links), Obermeister Baugewerbe-Innung Westholstein für die Kreise Pinneberg und Steinburg, ihre Gesellenbriefe im Maurer-Handwerk. Fotos: Bastian Fröhlig

Die neuen Zimmerer-Gesellen erhielten nicht nur ihre Gesellenbriefe und ihre Abschlusszeugnisse, sondern eine besondere Anerkennung der Innung.

Acht Ehrungen sprach Lanz, Norbert Obermeister Baugewerbe-Innung Westholstein für die Kreise Pinneberg und Steinburg, bei der Freisprechungsfeier aus. Die neuen Zimmerer-Gesellen Nic-Leon Beck, Theo Marten Jaschik, Kjell Kubelke, Jan-Eike Lipp, Hannes Neumann, Marc Thrum und Bene Winter und Maurer-Geselle Okan Naim Cicak erhielten nicht nur ihre Gesellenbriefe und ihre Abschlusszeugnisse, sondern eine besondere Anerkennung der Innung. „Die gibt es ab der Note zwei - im praktischen oder theoretischen Teil“, sagte Lanz. Damit ehrte er knapp 20 Prozent der neuen Gesellen. „Das ist schon eine sehr gute Quote. Die Abschlüsse mit einer zwei und besser liegen durchschnittlich bei 15 bis 20 Prozent. Diesmal sind wir im oberen Bereich.“
Dabei war der Start ins Berufsleben schwierig. „Durch Corona war nichts mehr, wie es einmal war“, erinnerte Lanz in seiner Rede an den Ausbildungsstart Distanzunterricht, 2021. Homeschooling und mehr standen plötzlich auf dem Programm: „Ihr konntet zwar in den Betrieben arbeiten und lernen, aber die überbetriebliche Ausbildung im BBS fand nur unter erschwerten Bedingungen statt. Gleiches galt auch für den Berufsschulunterricht.“ 

"Wir alle vom Bau wissen, dass das Fundament die Basis für jeden Bau ist. Ihr habt jetzt mit eurer Ausbildung dieses Fundament gegossen."
Norbert Lanz
Obermeister Baugewerbe-Innung

Dennoch haben die neuen Gesellen Durchhaltevermögen bewiesen und „ihr Handwerk erlernt“. Das zeigten auch die Abschlussprüfungen. Ein Durchfaller bei den Zimmerern und zwei bei den Maurern waren eine äußerst geringe Quote. Eines nahm Lanz besonders aus der Corona-Zeit mit: „Seit Corona wissen wir: Das Handwerk ist sogar systemrelevant. Hoffentlich wird dieses auch weiterhin in der Politik und der Öffentlichkeit so wahrgenommen und nicht wieder vergessen.“ 

Lanz betonte die Bedeutung der Ausbildungsbetriebe, um das Basis- und Fachwissen zu vermitteln. Dabei hätten sich die Zimmerer- und Maurer-Gewerke aber deutlich verändert: „Die Arbeitsweisen und Arbeitstechniken haben sich grundlegend verändert. Das Wissen, das zur Ausübung des Gewerkes erforderlich ist, wächst jeden Tag.“ Dieses Wissen zu erlangen erfordere eine „gründliche und umfangreichere Ausbildung“ als noch vor Jahren. Es sei aber auch eine Herausforderung für die neuen Gesellen. „Wir alle vom Bau wissen, dass das Fundament die Basis für jeden Bau ist. Ihr habt jetzt mit eurer Ausbildung dieses Fundament gegossen“, sagte Lanz und ergänzte: „Nur wollt ihr doch sicherlich nicht auf einem Fundament weiterleben. Also heißt es: Weiter lernen, um auf dem Fundament einen großen Bau zu errichten.“
„In jedem Beruf, egal - was man macht - bedeutet Stillstand Rückschritt“, betonte Lanz und riet: „Glaubt mir, wenn man nicht bereit ist, zu lernen, ist man auch sehr schnell weg vom Fenster, wie es so schön heißt.“ Mit dem Ende der Schulzeit ende das Lernen nicht. 

Insgesamt 30 Auszubildende absolvierten in den Kreisen Pinneberg und Steinburg erfolgreich die Gesellenprüfung im Zimmerer-Handwerk.
Insgesamt 30 Auszubildende absolvierten in den Kreisen Pinneberg und Steinburg erfolgreich die Gesellenprüfung im Zimmerer-Handwerk.

Auch die traditionellen Werke wandeln sich: „Heute erledigen größtenteils Maschinen die schwere Arbeit, aber jede Maschine ist nur so gut wie der, der sie bedient“, stellte Lanz klar. Gerade im EDV-Bereich seien die Entwicklungen schnell. Dort müsse man am Ball bleiben. Sein Appell: „Auch an einem Computer oder an einer EDV-unterstützten Maschine sitzt das Problem meistens vor der Tastatur. Sorgt also dafür, dass ihr nicht das Problem werdet.“
Mit drei Hammerschlägen entließ Lanz traditionell die neuen Gesellen aus der Lehrlingsrolle und begrüßte sie als „Junggesellen in der großen Familie des Handwerks“: „Ich wünsche euch heute, das der Weg immer ein bisschen bergauf geht - und dass nicht nur im - Beruf, sondern auch privat.“
Zimmerer-Geselle Jannick Feldt dankte in seiner Rede den Ausbildern in den Betrieben: „Ihre Fachkenntnisse, Geduld und Leidenschaft für das Zimmererhandwerk haben uns inspiriert und geprägt. Durch ihre Anleitung und Unterstützung konnten wir unsere Fähigkeiten kontinuierlich verbessern und über uns hinauswachsen.“ Den Lehrern dankte er für das Vermitteln von Wissen, aber auch von „Werten wie Respekt, Disziplin und Verantwortungsbewusstsein.“ Sein besonderer Dank ging an die Eltern: „Ihr seid unser starker Rückhalt. Eure bedingungslose Liebe und eure stetige Ermutigung haben uns durch die Ausbildungszeit getragen. Ohne eure Unterstützung und Opferbereitschaft wären wir nicht die Menschen, die wir heute sind.“

Bastian Fröhlig


Zimmerer-Gesellen

30 neue Gesellen aus den Kreisen Pinneberg und Steinburg

Die Gesellenprüfung im Zimmerer-Handwerk im Kreis Pinneberg haben folgende Auszubildende bestanden: Nic-Leon Beck (Joachim Hensel, Brande-Hörnerkirchen), Kendrick Nicolas Biehl (Zimmerei&Tischlerei Wittorf, Norderstedt), Ole Bruhn (Holztec GmbH, Elmshorn), Kees Bühren (Stefan Arps, Uetersen), Luca Casarano (Eckard Krohn GmbH, Kölln-Reisiek), Jannick Feldt (Stefan Arps, Uetersen), Peter-Can Grandt (Eckard Krohn GmbH, Kölln-Reisiek), Moritz Heinrich (Holztec GmbH, Elmshorn), Luis Hentszel (Stefan Plump Rainer Litschke, Groß Nordende), Jonas Morgenstern (Foss Zimmereibetrieb, Hemdingen), Luca Pommerenke (Frank Rockel, Heidgraben)

Marlon Repening (Pierre Quaak, Barmstedt), Nils Riedel (Andreas Nagy, Haseldorf), Leo Schmedes (Frank Rockel, Heidgraben), Timm Schultz (Stefan Plump Rainer Litschke, Groß Nordende), Fynn-Luca Stechert (Eckard Krohn GmbH, KöllnReisiek), Marc Thrum (Foss Zimmereibetrieb, Hemdingen) und Bene Winter (Joachim Hensel, Brande-Hörnerkirchen). Neue Zimmerer-Gesellen Kreis Steinburg: Theo Marten Jaschik (Tade Sommer, Bokel), Lukas Kelly (Kai Kelting GmbH, Horst), Tim Klenner (Michael Klenner, Neuendorf), Kjell Kubelke (Hauke Hennschen, Vaale), Jan-Eike Lipp (Roth Zimmerei, Brokdorf)

Hannes Neumann (Roth Zimmerei, Brokdorf), Jannik Nielsen (Hinnerk Kock, Wilster), Julian Phillip Priegnitz (Sven Gerlach, Kellinghusen), Ramon Ropers (Kai Kelting GmbH, Horst), Fabian Schmidt (Koss&Eggers GmbH, Kellinghusen), Fin Thomas (Hans-Jörg Thun, Vaale) und Emilio Valiani (Lindemann Bau GmbH, Wrist). Folgende Teilnehmer aus den Kreisen Pinneberg und Steinburg haben die Gesellenprüfung im Zimmerer-Handwerk bereits im Winter 2023/2024 bestanden: Liam-Kristian Devine (Timo Birnschein, Moorrege), Cedric Fischer (Heiko Ahrendt, Pinneberg) und Simon Vlek de Coningh (Eckard Krohn GmbH, Kölln-Reisiek).

baf


Maurer-Gesellen

Sechs neue Gesellen haben im Sommer bestanden

Die Gesellenprüfung im Maurer-Handwerk im Kreis Pinneberg haben folgende Auszubildende bestanden: Mahdi Jafari (C.H. Maack GmbH, Tornesch), Max Sandor Kuhlmann (Georg Dünkel, Wedel), Bjarne Karl Meinert (HZ Bau GmbH, Klein Offenseth-Sparrieshoop), Justin Schneider (Keros-Bau, Pinneberg), Florian Schröter (Kai Schmidt, Tornesch und Dominik Zinser (Hans-Heinrich Mohr, Heist). Im Kreis Steinburg haben im Sommer 2024 ihre Gesellenprüfung im Maurer-Handwerk erfolgreich absolviert: Moritz Hoepner (Bauunternehmen Dirk Kage, Hohenlockstedt) und Marcel Knappmann (Schmeelke Baugeschäft, Glückstadt. Bereits im Winter haben Okan Naim Cicek (NC Bau GmbH, Horst) und Waldemar Gorn (Kolasius Bauunternehmung, Hamburg) ihre Gesellenprüfung bestanden.

baf

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