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Föhrs geheime Schatzkammer

Im Depot des Museums Kunst der Westküste lagern zum Teil sehr wertvolle 1200 Werke. Nur wenige dürfen das Lager betreten - unser Reporter durfte rein.

Fotos: Jörg Brökel
Fotos: Jörg Brökel

Durch diese Tür gehen wirklich nur ganz wenige Menschen. Es ist eine schwere Stahltür und sie befindet sich irgendwo auf der Insel Föhr. Eine genauere Beschreibung wurde nicht gestattet. Denn hinter dieser unscheinbaren Tür befinden sich millionenschwere Gemälde. Selbst ein Foto dieser Tür wird untersagt. Denn hier geht es in das Depot des Museums Kunst der Westküste (MKdW). Das Museum befindet sich in dem Örtchen Alkersum auf Föhr. Das Depot ist... irgendwo auf der Insel. Ob. Keller oder Dachgeschoss - selbst diese Info ist tabu. Denn hier werden Gemälde von Malergiganten wie Wassily Kandinsky oder Max Liebermann aufbewahrt. Und dieser Kunstschatz wächst und gedeiht. „Wir sind mit 550 Arbeiten gestartet und stehen jetzt bei 1200 Arbeiten“, erklärt Uwe Jensen stolz. Der Museumstechniker ist einer der wenigen Auserwählten, die den klimatisierten Raum betreten dürfen. 19 Grad Lufttemperatur und 55 Prozent Luftfeuchtigkeit sind die optimalen Bedingungen, unter denen die weltbekannten Kunstwerke gelagert werden.

Klimaanlage sorgt für optimale Bedingungen

Dieses Klima erhält die Pinselstriche und die Grundierungen der Maler am besten, die vor 100 bis 200 Jahren ihre Eindrücke von Meer und Küste zu Leinwand brachten. Das ist der Sammelzeitraum des Museums. Eine eigene Klimaanlage sorgt hier dafür, dass das künstlerische Schonklima exakt erfüllt ist. 62 Schiebewände befinden sich in dem Raum, die jeweils von vorne und hinten mit den Bildern behutsam sind.

Die Gitterwände kommen von einem Spezialhersteller. „Sie laufen allerdings auf handelsüblichen Schienen, wie sie auch in der Landwirtschaft eingesetzt werden“, sagt Uwe Jensen schmunzelnd. Mit einem kleinen Zug lässt er die Schiene mit den Gemälden daran in den Raum gleiten. Ein Max Liebermann erscheint. Über den Marktwert möchte niemand vom Museum sprechen. Tatsache ist, dass eines seiner Werke bei Sotheby's für fast 3,8 Millionen Dollar versteigert wurde. Einen Raum weiter schließt sich der Werkstattraum an. An ein spezielles Regal gelehnt wartet hier ein Bild von Emil Nolde auf eine Papierrestauratorin vom Festland. Über den Wert der Gemälde hüllt sich das Museum in Schweigen. Das Bild wurde mit dem Passepartout verklebt. Eine Sünde, weil die Chemie das Bild beschädigen könnte. Einige der Schiebewände weisen Lücken auf. Doch nicht etwa, weil sie restauriert werden. „Die Bilder befinden sich in unserer aktuellen Ausstellung ‚Inselhopping‘“, erklärt Museumspressesprecherin Marlene Röker. Damit auch. dort die gemäldefreundlichen klimatischen Bedingungen herrschen, wird im Museum ein ähnlich hoher technischer Aufwand betrieben wie für das Depot. Zwei Filterstufen, Be- und Entfeuchter und eine Heizung sorgen dafür, dass in den fünf großen Ausstellungsräumen optimale Bedingungen für die hochklassige Kunst herrschen.

„Die Leihgeber von Arbeiten fordern des Öfteren Klimaprotokolle von uns an“, sagt Uwe Jensen, der seit Museumsgründung in diesem Bereich arbeitet. Und ganz schnell müsse es gehen, wenn die Hightech-Anlage mal muckt. Dann müssen die Museumstechniker in Windeseile ins Museum, um wieder das optimale Klima für die empfindliche Kunst herzustellen. „Alle Kunst wird ständig überwacht“, sagt Uwe Jensen und schließt die Tür zum Technikraum, der nicht ganz so geheim ist wie die zum Depot. Aber doch noch ziemlich geheim.

Text: Jörg Brökel

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